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Puppenschwester Barbara
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Ein Leben lang Theater

Tobias Denne 22.04.2019 0 Kommentare

Doktor Hase bittet zur Sprechstunde: Barbara Hache will das Publikum mit ihren Geschichten in andere Welten entführen. 
Doktor Hase bittet zur Sprechstunde: Barbara Hache will das Publikum mit ihren Geschichten in andere Welten entführen.  (Vasil Dinev)

Martfeld. Barbara Hache sitzt in ihrem Garten. Nicht nur die Martfelderin hat es sich dort gemütlich gemacht, auch Vögel singen von den umliegenden Bäumen ihre Lieder. Bienen machen sich auf die Reise zu den ersten Blüten des Jahres. Ab und zu ist ein Auto im Hintergrund zu hören, das durch den Ort fährt. Im Sommer sieht sie von ihrem Stuhl auf der Terrasse auch Kühe und Schafe. „Wir wohnen mitten in Martfeld und doch auf dem Land“, freut sich Hache über den Garten und die Lage mit Blick auf die Fehsenfeldsche Mühle. 

Praktisch, denn Barbara Hache muss für ihre Auftritte nicht so weit fahren, sondern nur über die Straße gehen und ist schon in der Mühle. Dann schlüpft sie in ihre Rolle als Puppenschwester Barbara. „Ich wollte nicht mehr selbst auf der Bühne stehen, so lasse ich dann die Kleinen spielen“, erzählt sie. Mit ihren Puppen entführt sie Kinder und Senioren nun seit nunmehr elf Jahren in eine ganz andere Welt. In die Welt von Doktor Hase, Kasper und dem Weihnachtsmann, Läusen oder der frechen Dorle. Manche Charaktere sind mutiger, andere, wie Affe Bobo, eher schüchtern. „Kinder brauchen gute Erlebnisse, an die sie sich erinnern können“, ist Hache überzeugt. Mit ihren Geschichten will sie dabei helfen. Wenn sie in der Mühle auftritt, dann tut diese ihr Übriges, sodass sich die Kinder noch lange daran erinnern können. 

Bei Puppenschwester Barbara ist nahezu alles selbst gebaut. Die Bühne ist eine alte Wiege, die sie mit ein wenig Holz umgestaltet hat. „Ich bin da sehr kreativ“, gibt sie zu und lacht. Auch Kleidung der Puppen näht sie. Die Bühnenbilder malt sie. Ihre Geschichten stammen selbstverständlich auch aus ihrer eigenen Feder. Rund zwei Monate braucht sie für eine, rechnet sie vor. Wenn sie sich an einem Märchen orientiert, dann ist sie schneller. „Nach dem zehnten Mal spielen, dann ist eine Geschichte fertig“, überlegt sie. Denn es gibt immer etwas, was man noch verbessern könnte. Die Inspiration nimmt sie aus ihrer Umgebung. „Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt.“ Allerdings ist nicht alles von ihr handgemacht. Die Stars ihrer Geschichten kauft sie im Internet und sammelt sie auf Flohmärkten. Und da Barbara Hache bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit ihrer mobilen Bühne auftritt, sind auch schon so einige Requisiten zusammengekommen. „Ich muss langsam mal mit der Sammelei aufhören“, gibt sie zu und lacht. 

Beim Blick in das Arbeitszimmer zeigt sich, dass sich die Martfelderin gut organisieren kann. Rechts vom Eingang lagert sie Haare, Nester, Blumen, Filz. In Boxen ist alles sofort griffbereit. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein Wandregal mit drei Etagen, in jeder hat Hache zahlreiche Koffer verstaut. „Jedes Stück passt in einen Koffer“, sagt sie. Früher benutzte sie auch manche Requisiten für mehrere Stücke. Für einen Auftritt hatte sie einmal etwas vergessen. Seitdem reist sie mit Koffer und Bühne in die Mühle, zu Altenheimen und Kindergärten. „Die Lüttchen sind toll. Sie lassen sich noch verzaubern und passen auf“, sagt Hache. Nach 30 bis 40 Minuten ist dann aber auch Schluss. Zu lang soll es ja auch nicht dauern. 

Seit nunmehr 41 Jahren ist Hache auf der Bühne zu sehen. Denn nicht nur als Puppenspieler Barbara erzählt sie gern Geschichten. Dass sie selbst eine Rolle spielt und nicht die Puppen tanzen lässt, kommt aber nicht mehr so oft vor wie früher. Was natürlich nicht heißen soll, dass Hache nichts zu erzählen hat. „Jeder hat seine Geschichte. Mit den Auftritten kann ich den Menschen etwas schenken“, möchte die Martfelderin nicht belehren, sondern den Gästen ein schönes Stück präsentieren. Ihr ist vor allem der Kontakt zu den Menschen wichtig.

Ihre Bühnenkarriere begann in Bremen. So spielte sie beim neu gegründeten Schnürschuh-Theater in Bremen mit. Zwei Jahre nach dessen Gründung schloss sich Hache damals 1978 ihm an und trat mit ihren Schauspielkollegen auch beim Vorläufer der Breminale auf. So gründete sie mit zwei anderen Kollegen vom Schnürschuh-Theater das Theater 4. Nach ihrer Zeit in der Hansestadt ging es erst nach Kleinenborstel und 1988 dann nach Martfeld aufs Land. Auch in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ließ ihre Begeisterung für das Theater nicht nach. Mit der A-cappella-Gruppe Weiber-Voice und beim Frauenchor Le Canterine sang und singt die Martfelderin auch und schauspielerte nicht nur. Heute ist sie ebenfalls als Lumpen-Elli zu sehen. „Ich habe immer viel gemacht“, sagt sie und lacht. 

Obwohl sie so lange selbst auf der Bühne gestanden hat und auch noch steht, ist ihr die Begeisterung am Theater noch nicht vergangen. Seit ein paar Jahren besucht Barbara Hache wieder gern das Theater. Sie gibt zu: „Ich bekomme dann Lust, mitzuspielen.“


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...