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Konzert in der Barrier Wassermühle
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Fast verblasst und doch im Gedächtnis

Bärbel Rädisch 30.05.2018 0 Kommentare

Gesucht und gefunden: Sören Tesch (von links), Matthias Pique und Lars Brockob wissen die musikalischen Qualitäten ihrer Mitstreiter zu schätzen.
Gesucht und gefunden: Sören Tesch (von links), Matthias Pique und Lars Brockob wissen die musikalischen Qualitäten ihrer Mitstreiter zu schätzen. (BÄRBEL RÄDISCH)

Syke. Festlegen auf ein Musikgenre will sich die hiesige Band Nëst nicht: Sören Tesch, Matthias Pique und Lars Brockob, der seit 2016 die Band komplettiert. Am 1. Juni kommt ihr erstes gemeinsames Album „Nearly Faded“ auf den Markt. Zwei Wochen später stellt das Trio Lieder daraus in der Barrier Wassermühle vor. "Kleine melancholische Rückzugsorte zwischen bombastischen Soundscapes und manchmal rockigen Anleihen", kündigt Elke Hoffmeister-Röpke von der Kulturinitiative Rüttelschuh an. Konzertbeginn: 20 Uhr.

Alle drei Musiker haben seit 20 Jahren in immer wieder unterschiedlicher Zusammensetzung mit verschiedenen Gruppen auf der Bühne gestanden. „Wir sind mit dem Gröbsten durch, haben alle unsere Erfahrungen gemacht“, meint Schlagzeuger Brockob, „haben vor 20 Leuten gespielt und vor Tausenden.“ Von Beruf ist er Erzieher – wie auch Bassist Matthias Pique. Beide wohnen in Barrien. In Jeebel ist Pianist Sören Tesch zu Hause, Kirchenmusiker in Leeste, mit dem Abschluss Pop-Kantor. Ja, so liest sich die offizielle Bezeichnung.

Der Bandname ergab sich nach längerer Überlegung, der „Klavier-Melancholie“ geschuldet, die dem Zuhörer das wohlige Gefühl eines Nestes vermitteln soll, wie es Tesch einmal in einem Interview erklärte. Zwei Pünktchen über dem E genehmigten sich die Drei, um sich von der gleichnamigen finnischen Neofolk-Band zu unterscheiden. "Nearly Faded" – übersetzt: fast verblasst – könnte der Weg durchs Leben sein. Kindheit, Jugend, Erwachsenwerden, Alter, symbolische Glockenschläge zum Schluss als verblassender Abschied von der Welt.

Ein anderer Hörer wird vielleicht widersprechen, und das dürfte die Faszination der Kompositionen des Trios ausmachen. Mit allen Sinnen auf Entdeckung neuer Klangwelten gehen, sich auf ein Wagnis für Unbekanntes einlassen. „Wir haben unseren Stil gefunden“, sagen sie, „in dem wir jeden Stil verließen. Wir reduzieren uns auf unsere Instrumente und sind gespannt auf das Ergebnis, das dabei herauskommt.“ Von befreiter Musik ist die Rede. Und beim titelgebenden Stück öffnen sich jedem Zuhörer wohl unterschiedliche Erkenntnisse, Eindrücke, Empfindungen.

Vielleicht käme der Ausspruch des englischen Pianisten und Komponisten Keith Emerson, einem Vertreter des Progressive Rock, dem Stil der drei Musiker am nächsten: Eine fortschreitende Musik, die eine Idee aufnimmt, sie weiter entwickelt, das Innere nach außen kehrt, mit Elementen aus Rock, Klassik, Pop, Blues, Jazz und abendländischer Klassik zu einem neuen Gefüge wird. „In etwa zustimmen könnte ich der Bezeichnung: Progressiver Piano-Pop“, räumt Brockob nach kurzer Überlegung ein.

Zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 entstand das Album mit sieben Instrumental-Titeln von 36 Minuten Dauer. „Wir haben das große Glück, uns gefunden zu haben und schätzen die jeweiligen Fähigkeiten des anderen“, sagt Tesch. „Beim gemeinsamen Radfahren im Wald kann sich eine Idee entwickeln. Der Beginn ist dann immer das Piano, wobei ich die Bass- und Schlagzeugpassagen schon dabei im Hinterkopf habe." „Wir lassen uns aber alle Freiheiten“, ergänzt Pique, „für Emotionales, Poetisches. Diese gemeinsame Arbeit ist pures Glück für uns, bringt Erdung in unser Leben. Elektronische Einschübe lassen uns das Terrain ganz neu beackern. Wir machen eine Art befreite Musik.“ Auch mit dem Begriff „Lebensmusik“ sind die Drei einverstanden. „Im Titel ,Caravan Ghosts' hatte ich einen uralten Wohnwagen vor Augen in einer verlassenen Gegend, der aber so etwas wie Heimkommen in sich trägt“, sagt Brockob. Fast alle Stücke des Albums lassen Raum für eigene Auslegungen gaukeln Bilder im Kopf vor. „Die Musik ist schön und traurig, fand meine vierjährige Tochter, als sie ,Nearly Faded' hörte. Dass selbst so ein kleines Mädchen davon berührt wurde, ist ein Geschenk für mich“, erzählt Pique.

Am 15. Juni darf sich in der Wassermühle Barrien ab 20 Uhr das Publikum von der besonderen Musik der Gruppe beschenken lassen. Ein richtig intimes Erlebnis verspricht Elke Hoffmeister-Röpke: "Bevor die große Produktion den Proberaum verlässt, genießt Nëst nochmal die Gelegenheit, sich in die reduzierte ,Live-And-Direct-Situation' der gemütlichen Location begeben zu können." Karten im Vorverkauf gibt es für 16 Euro in der Barrier Filiale der Kreissparkasse an der Krusenberg-Kreuzung und im Geschäft Kunst & Kreativ, Sudweyher Straße 13. An der Abendkasse kosten die Tickets 18 Euro.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...