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„Landschaf(f)t Kunst III“
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Neues aus der Provinz

Dagmar Voss 22.09.2019 0 Kommentare

Der Künstlerin bei der Arbeit zuschauen: Das war bei Bärbel Wisloh möglich.
Der Künstlerin bei der Arbeit zuschauen: Das war bei Bärbel Wisloh möglich. (Vasil Dinev)

Landkreis Diepholz. Kaffee- und Kuchenduft, angeregte Unterhaltungen und insgesamt eine kreative Atmosphäre füllten viele Künstlerateliers in der gesamten Region am Wochenende. Neugierige Besucher konnten in den knapp 34 Ateliers bei der Aktion „Landschaf(f)t Kunst III“ vom Verein Kunst in der Provinz viele Künstler, deren Kunstwerke und sicher auch den einen oder anderen Nachbarn antreffen. In den offenen Ateliers gab es freudige Begrüßungen und interessierte Unterhaltungen. Denn es wurden Einblicke in künstlerisches Gestalten geboten von den teilnehmenden Künstlern in etlichen Landkreisen im Nordwesten, die sich in dem Verein zusammengeschlossen haben.

Tatsächlich ein gelungener Termin am Wochenende des Herbst-Äquinoktiums, also Tag-und-Nacht-Gleiche, denn das Wetter legte herrlichen Sonnenschein und milde Temperaturen obendrauf. Die beteiligten Künstler kredenzten dazu eine Fülle an kreativen Werken aus den Bereichen Malerei, Zeichnen, Fotografie, Digitalart, Bildhauerei, Keramik-, Objekt-, Computer- und Papierkunst. Außerdem konnten die Besucher in ausführliche Dialoge treten und sich über kreative Prozesse oder Techniken informieren. Es sollte allen Gästen die Gelegenheit geboten werden, die Vielfalt von Gestaltungsformen direkt vor Ort in den Werkstätten kennenzulernen. Der WESER-KURIER besuchte drei Künstler, die noch nicht so lange Mitglieder im Künstlerzusammenschluss sind, die aber trotzdem in ihrem Arbeitsbereich vielen Besuchern Raum für intensiven Gesprächsaustausch boten.

In Kirchweyhe hieß Subashi-Ilse Dunajcsik – erst seit einem Jahr hier zu Hause und Mitglied bei Kunst in der Provinz – die Gäste zunächst in dem kleinen roten Häuschen, ihrer Echolot-Kunstgalerie, neben dem Haupthaus willkommen: „Das war mal ein Ziegenstall, der nun bestens geeignet ist, um meine Kreationen zu präsentieren.“ Eine bunte Palette von Bildern zierte die Wände, vorwiegend abstrakte Gemälde in Acryl auf Leinwand. „Stille Sachen“, erklärte sie. Daneben waren diverse Plastiken und Skulpturen zu sehen, mal in Ton oder Glas, mal in Holz. „Ich bin das Kettensägenmonster“, verkündete die gebürtige Delmenhorsterin mit einem Augenzwinkern. „Sogar die ganz kleinen Objekte mache ich damit – eine Kettensäge, die erbarmungslos ihre hohe Energie auf den Punkt bringt, den ich bestimme. Darin liegt das Risiko und der Reiz.“ Sie arbeite emotional-intuitiv, ihre Skulptur entwickele sich aus einem Spielraum mit unabsehbar vielen Richtungen, jedoch nicht beliebig, sagte die einstige Uni-Professorin und fuhr fort: „Für mich ist nichts so vielfältig wie eine abstrakte Form.“ Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit unterrichtet sie in vielen Workshops bei sich im Haus. Für mehr: www.echolot-kirchweyhe.de.

Ebenfalls erst ein Jahr dabei im Verein ist Tara Frese. Die Grafikdesignerin und Fotografin lebt und arbeitet seit einiger Zeit wieder in ihrem Elternhaus in Bassum-Katenkamp, nach 22 Jahren in ihrer zweiten Heimat London. Es zog sie 1989 dorthin zum Studium, sie belegte einen Foundation Course am Newham Community College und studierte danach Grafik, Design und Fotografie. Nach Beendigung ihres Studiums blieb sie in London und arbeitete als freiberufliche Künstlerin. Die Besucher wurden schon im Garten begrüßt von einer witzigen männlichen Holzfigur in Streifenbadeanzug und mit ausgestreckten Armen. Eine Besucherin meinte ganz angetan: „Das ist aber idyllisch hier.“ Ging man durch das große Hoftor, gelangte man in ihr großes Atelier, an dessen einer Wand riesige Bilder von Frauentorsi ausgehängt waren: „Das sind nur noch die Reste, die übrigen sind alle verkauft, aber es werden auch noch einige demnächst im Dümmermuseum zu sehen sein.“ Kartenmanufaktur sei ihr hauptsächliches Betätigungsfeld, also Fototransfer auf Holz oder Keramik. Tara Frese erklärte interessierten Nachfragern, wie das funktioniert, dass man aus einem Foto und einem kleinen flachen Stückchen Pappelholz schließlich eine Postkarte bekommt. In einem zweistündigen Miniworkshop am Sonntag konnten sich manche Gäste selbst solche Karten herstellen.

Für ihre Arbeit als Fotografin steht mitten im Raum noch eine riesige Großbildkamera. „Mein Vater war Food-Fotograf, ich bin also mit dieser Kunst groß geworden“, erläuterte sie ihre Ambitionen. Auf dem „Hoff Frese“, wie es am Zaun zu lesen ist, wohnen neben ihr auch Mutter und Sohn, „wir machen das hier generationsübergreifend“, schmunzelte sie und bat ihren Sohn, sich mal wieder um Kaffee zu kümmern. Wer Interesse an Workshops bei Tara Frese hat, der sollte im Internet einen Blick auf www.tarafrese.de werfen. Zu den interessierten Besuchern im Bassumer Atelier der Künstlerin zählte auch Rosi Messer aus Bassum, selbst Vereinsmitglied und derzeit im Vorstand hospitierend. „Schon toll, was man bei diesen Besuchen alles so sieht und manchmal vorher nicht geahnt hat", fand sie.

Bei Sonia Riera-Apel in Bramstedt genossen die Gäste draußen selbst gebackenen Apfelkuchen von der Nachbarin. Und sahen sich dann in deren Werkräumen um. Die gebürtige Venezolanerin hatte einen Stall mit diversen Buchten in ihre Galerie verwandelt. Zu sehen gab es eine breite Palette an Bildern und einige Figuren, zumeist aus Aluminium. Die bunte Mixtur verschiedener Stile, mal gegenständlich und mal eher abstrakt, basiert auf dem weit gefassten Interesse der temperamentvollen Künstlerin. Ihre Motive begegnen ihr durch Zufall, auf Reisen und Spaziergängen, manches Mal sind Landschaften aus Venezuela oder Kolumbien dabei; in letzterem Land hatte sie mit ihrem Mann ein paar Jahre gelebt, bevor beide hierher kamen. Dort hatte sie, die eigentlich Grafikdesign studiert hatte, so richtig losgelegt mit dem Malen. „Zurzeit vertiefe ich mich in die Penumbras“, so Sonia Riera-Apel. Das bedeute Licht und Schatten; es handelt sich dabei um eine Serie von fotorealistischen schwarz-weiß Bildern mit gelungenen Farb-Details. Auch sie ist neu im Verein und man darf gespannt sein, wo sie demnächst ausstellt.   


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Leserkommentare
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...
tommi24 am 21.10.2019 17:33
Das Klimapaket ist geschnürt!

Sprit und Strom werden teurer! Ein Erfolg sondergleichen!