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Wochenmarkt Dieckmann
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Schwerer Abschied

Tobias Denne 29.05.2019 0 Kommentare

Horst Dieckmann gefällt es, auf die Wochenmärkte zu fahren und mit den Menschen zu reden. Doch aus gesundheitlichen Gründen muss er nun aufhören.
Horst Dieckmann gefällt es, auf die Wochenmärkte zu fahren und mit den Menschen zu reden. Doch aus gesundheitlichen Gründen muss er nun aufhören. (Vasil Dinev)

Bassum-Katenkamp. Seine Woche ist durchgeplant. „Montags stehe ich um 5 Uhr auf und fahre die Schweine zum Schlachten“, erzählt Horst Dieckmann. Schließlich braucht er für den Rest der Woche auch genug Fleisch. Denn an vier Tagen in der Woche fährt der Katenkämper zu Wochenmärkten im Landkreis. Sulingen, Diepholz, Harpstedt und Syke. Seit mehr als 20 Jahren. Damit soll aber bald Schluss sein, Horst Dieckmann will seinen Verkaufswagen abgeben, dieses Kapitel beenden und sucht daher einen Nachfolger. „Es fällt mir wirklich schwer, aufzuhören. Ich bin Geschäftsmann. Man hängt doch dran, aber meine Frau und ich haben uns entschieden“, sagt der 79-Jährige.

Horst Dieckmann sitzt auf der Terrasse seines Hofes in Katenkamp. Gerade hatte er noch Besuch und hat ein wenig geschnackt. Sein Verkaufswagen steht vor dem Haus. Die Kühlung springt an und brummt leise vor sich hin. „Die kam erst letztes Jahr“, erzählt Dieckmann über sein Technik-Update. Eigentlich hat er seine Wurzeln in der Landwirtschaft. Später ging es für ihn zum Tiefbauamt, wo er unter anderem bei den Diepholzer Stadtwerken als Schachtmeister aktiv war. Dort brachte er einem Kollegen mal ein bisschen Fleisch mit und dieser erzählte weiter: „Der hat eine gute Wurst.“ Immer mehr Kollegen fragten an. „Angefangen haben wir damit, dass wir aus dem Kofferraum verkauft haben“, erinnert sich der Katenkämper an den Start. Privat versteht sich – mehr als zehn Jahre vor dem ersten Wochenmarkt in Diepholz. Er fuhr dann mit dem Auto zu seinen Kunden und brachte seine Waren an den Mann – und die Frau. Damals wie heute stammt das Fleisch „größtenteils aus eigener Schlachtung“, wie er versichert. Als dann ein anderer Verkäufer mit einer Anzeige drohte, meldete Dieckmann sein Gewerbe an. „Das war am 26. Oktober 1986“, weiß er noch auf den Tag genau.

Der Kofferraum ist mittlerweile dem Verkaufswagen gewichen. Dieckmann steht davor, öffnet die Tür und steigt hinein. Noch ist der Wagen recht leer, schließlich fährt er erst am nächsten Tag zum ersten Markt in der Woche. Schürzen hängen an kleinen Haken, eine Schneidemaschine und eine neue Waage zieren den Innenraum. Fleisch sucht man vergebens, Eier hat Dieckmann derweil schon eingeräumt. Auch die verkauft er, „von glücklichen Hühnern“, wie er grinsend versichert. Das Fleisch – von Aufschnitt über Mettwurst, Schinken und Leberwurst – lagert er in einem eigenen Kühlraum im Haus. 

Wenn der gebürtige Hallstedter seinen Wagen befüllt, dann holt er die Waren aus dem Kühlhaus („Das muss geordnet geschehen“). Und das dauert. Rund zwei Stunden, wie er vorrechnet. Auf den Wochenmärkten angekommen, freut er sich aber über den Kontakt mit den Menschen, mit denen er auch gern mal einen Schnack hält. Er ist ein kommunikativer Mensch und redet gerne mit den Leuten. „Das muss passen“, weiß der 79-Jährige. Daher wünscht er sich für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin, dass auch das Zwischenmenschliche stimmt. „Man muss nicht einmal vom Fach sein, das war ich ja auch nicht“, sagt Dieckmann. Aber zutrauen, das sollte man sich die Aufgabe schon. Weil auch die zwei Töchter und die Enkel den Wagen nicht übernehmen wollten, ist Horst Dieckmann mit seiner Frau Inge auf der Suche. 

Für den Katenkämper ist es nicht wichtig, dass er Gewinn mit dem Verkauf des Wagen macht. Sondern, dass ihn jemand übernimmt. „Abmelden und einfach stehenlassen? Das geht doch auch nicht“, ist das für Dieckmann keine Option. Er würde sich wünschen, dass die Unkosten wieder reinkommen. Mehr nicht. „Der Wagen ist wie neu“, versichert er und lehnt sich dagegen. 

Wenn er könnte, dann würde er gerne weitermachen. Aus gesundheitlichen und Altersgründen hat sich Horst Dieckmann für diesen Schritt entschieden. „Ich habe viel malocht in meinem Leben. Die letzte Fahrt wird ganz besonders“, sagt er und schweigt.


Wer am Verkaufswagen von Horst Dieckmann Interesse hat, der möge sich telefonisch bei ihm melden. Das ist entweder unter der Nummer 0 42 49 / 7 93 möglich oder unter 01 71 / 6 76 42 97.


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