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Gastronomie liegt in der Familie
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Vom Dorfgasthaus zum Biker-Treff

Bärbel Rädisch 15.08.2018 0 Kommentare

Lange Haare, Bart und Kutte: Horst Ballmer (stehend) sieht seiner Kundschaft frappierend ähnlich.
Lange Haare, Bart und Kutte: Horst Ballmer (stehend) sieht seiner Kundschaft frappierend ähnlich. (Michael Braunschädel)

Asendorf-Hohenmoor. „Im nächsten Jahr feiern wir Zehnjähriges“, sagt Horst Ballmert vom Biker-Treff und Bistro im Asendorfer Ortsteil Hohenmoor. Gekauft haben er und Ehefrau Heike das ehemalige Gasthaus Wachendorf schon 1998 und sind aufs Land gezogen. In Bremen-Hastedt betrieben sie aber weiterhin die Szenekneipe mit Livemusik „Eierschale“. Der gelernte Maschinenbauer hatte sich irgendwann entschlossen, ins Gastgewerbe zu wechseln. „Mein Bruder hat eine Bar in München, meine Mutter hatte eine Kneipe in Berlin, der Hang zur Gastronomie  liegt in der Familie." Seine Mutter gab auch den Tipp für den Namen „Eierschale“. "So hieß am Kurfürstendamm Ecke Rankestraße in den 1980er-Jahren ein Jazzclub“, erklärt Ballmert. „Dann kam der Punkt, dass ich die Fahrerei leid war und wir überlegten, das ehemalige Gasthaus wieder zu beleben und zu einem Kulturcafé umzufunktionieren. Ein Saal mit Bühne ist vorhanden, auch Theateraufführungen wären möglich, war unsere Idee.“

Seit 1926 war das Gasthaus Wachendorf ein Dorfmittelpunkt gewesen. Bier wurde gezapft, gutbürgerliches Essen kam auf die Tische, und seit es 30 Jahre später den Saal gab, wurde getanzt bei Schützenfesten und Familienfeiern. Jahrzehnte hatten die Händler aus der Umgebung bei der Viehabnahme nach dem Wiegen von Rindvieh und Schweinen auf gute Geschäfte angestoßen. Feierabendbier und Frühschoppen war Usus im Dorf. Als immer mehr Besitzer der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe ringsum im Lauf der Zeit Ackerbau und Viehzucht nur noch im Nebenerwerb betreiben konnten, mussten die meisten das Geld, um die Familie satt zu bekommen, außer Haus verdienen. Das Dorfleben veränderte sich durch die anderen Arbeitsbedingungen, Lebensgewohnheiten, auch wegen neuer Freizeitangebote und Wegzug. 1992 verkauften Karl und Gerda Wachendorf das Anwesen. Der Käufer eröffnete keine neue Gaststätte, und wie in so manchem Dorfgasthaus ging auch hier das Licht aus.  

„Als meine Frau und ich eines Tages draußen saßen, und immer wieder, wie schon so oft, Motorradfahrer auf der Hohenmoorer Straße vorbeisausten, wurde die Idee des Biker-Treffs geboren. Das könnte eine Marktlücke sein“, beschreibt Horst Ballmert die Anfänge. Ganz pragmatisch wurden der Name „Eierschale“ übernommen und das vorhandene Schild 2009 über der Tür in Hohenmoor angebracht. „Ich habe Flyer bei Veranstaltungen verteilt, eine Webseite im Internet erstellt, und uns kam zugute, dass die Motorradszene gut vernetzt ist. Irgendwann kamen die ersten Holländer, die auf uns aufmerksam geworden sind, und es wurden immer mehr. Unser Einzugsgebiet beläuft sich inzwischen auf einen Umkreis von 300 Kilometern. Die ,Eierschale' ist ein Selbstläufer geworden.“

Auch an diesem Wochentag haben sich ein paar Stammgäste aus Sulingen und Kirchdorf auf den Holzbänken an den rustikalen Tischen im Garten niedergelassen. „Wir sagen nicht, wir fahren nach Hohenmoor, sondern wegen des Vornamens vom Wirt nach Hohenhorst“,  frotzelt ein Gast. „Geöffnet ist von April bis Oktober, und das Hauptgeschäft läuft am Wochenende“, erklärt der Wirt. „Bierbegleitende Speisen, wie das im Genre heißt, bieten wir an, alles frisch zubereitet, nix aus der der Dose und selbst gebackenen Kuchen.“ Die Kommentare im Internet zeugen von Zufriedenheit. Ein Beispiel: „Lecker Kuchen, freundliche Wirtsleute, tolle Atmosphäre.“

Wer des Weges kommt, sieht vor allem sonnabends und sonntags bei gutem Wetter ein Meer von geparkten Maschinen aller Fabrikate. Falls ein Regenschauer die Biker ins Haus zwingt, gibt es Sitzgelegenheiten, aber in erster Linie wird sich draußen aufgehalten. „Schade ist nur, die Dorfbewohner bleiben fern. Sie könnten ja wie früher kommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht in den Schützen- oder Schwimmverein eingetreten bin, aber ich bin kein Vereinsmensch“, meint Ballmert und streicht sich über den grauen Vollbart. Gravitätisch stolziert ein Pfau, der vor Jahren zugeflogen ist, zwischen den Tischen herum. „Er ist unser Maskottchen und wird gerne fotografiert“, sagt der Wirt und begrüßt neu eingetroffene Gäste, um nach ihren Wünschen zu fragen.

Geöffnet ist die „Eierschale“ in Asendorf-Hohenmoor, Hohenmoorer Straße 66, mittwochs bis freitags von 15 bis 21 Uhr und an den Wochenenden von 11 bis 21 Uhr. 


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...