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Duo Musik & Lyrik
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Von Bassum nach Russland

Peter Cordes 27.01.2019 0 Kommentare

Das Zusammenspiel von Violine, Gitarre und rezitierten Texten zeigten Anna Markova und Gennady Kuznetsov in Bassum.
Das Zusammenspiel von Violine, Gitarre und rezitierten Texten zeigten Anna Markova und Gennady Kuznetsov in Bassum. (Kako)

Bassum. Erste Klänge von Violine und Gitarre drangen am Sonnabend über den Flur, hinein in den kleinen, voll besetzten Saal der Kulturstation im Bassumer Bahnhof. Den anfänglichen Takten folgte das Duo Musik & Lyrik aus Bremen. Einen musikalisch-literarischen Ausflug nach Russland hatten die weißrussische Violinistin Anna Markova und der russische Journalist Gennady Kuznetsov dem Publikum zusammen mit der Schulleiterin der Bassumer Musikschule, Anna Shuliakovska, versprochen.

Mit einem Mix aus russischen Melodien, Zigeunerromanzen, Liedern, die die Zigeunerchöre Russlands sangen und so auf das Volk übergegangen sind, sowie Gedichten von Alexander Puschkin sowie Texten von Maxim Gorki und Lew Tolstoi verzauberten die beiden Künstler ihr Publikum schon nach ihren ersten Beiträgen. Lieder präsentierten sie auf Russisch oder der Sprache der Russka Roma. Nur die Texte wurden von Gennady Kuznetsov auf Deutsch rezitiert. Ansonsten führte Gennady Kuznetsov zettelfrei durch den Abend, gab Hintergründe und Insiderwissen zu den einzelnen Beiträgen an seine Gäste weiter.

Täuschend echtes Tür-Knarren

Während Anna Markova ihrer Violine und einer Blockflöte mal schwermütige und mal schwungvolle und lustige Töne, immer passend zu den Stimmungslagen der von ihrem Bühnenbegleiter vorgetragenen Geschichten, entlockte, begleitete Gennady Kuznetsov auf seiner Gitarre. Einen roten Faden gab es zwar, aber die vielen Improvisationen Anna Markovas auf ihrer Violine sorgten für absolute Aufmerksamkeit der Besucher. Sogar ein täuschend echtes Knarren einer Tür imitierte sie mit ihrem Instrument. Lieder genossen die Gäste als Solobeiträge Anna Markovas, aber auch der Gesang im Duett begeisterte das Publikum.

Als Eröffnungslied hatten die Künstler den Beitrag „Es scheint der Mond, der helle“ gewählt. Das Lied um die schlanke Eberesche, die keinen größeren Wunsch hatte, als einer nahe stehenden Eiche näher zu rücken, führte durch den weiteren Ausflug bis hin zur russischen Steppe. Texte aus Puschkins Versmärchen um „Zar Saltan“ und „Der Zigeuner“ folgten. „Gerade letzterer Text hat die positive Einstellung zu den Zigeunern in Russland erheblich geprägt“, wusste Gennady Kuznetsov über den gesellschaftlichen Stand dieser Gruppe zu berichten. Auch Texte von Maxim Gorki und Lew Tolstoi rückten Russland während des abendlichen Ausfluges näher. Oftmals beschrieben die Schriftsteller in ihren Werken die Annäherung von Mann und Frau, oftmals mit traurig ausgehendem Verlauf. Violine und Gitarre gaben den vorgetragenen Texten, bei schwermütig bis hin zur heiteren und fröhlichen Spielweise, jeweils einen musikalischen Abschluss.

Durch Gennady Kuznetsov als „Exportartikel“ bezeichnend, endete der erste Teil des Abends mit der russischen Volksmusik „Meine Herzbeere, meine Himbeere“, bei den Gästen des Abends eher als „Kalinka“ bekannt. Die improvisierende Vortragsart mit Zwischengesangseinlagen ließ die Freude an diesem Stück sofort auf die Gäste überschwappen. Alle sangen den Text doch kennend sofort mit. „Es gefällt mir, wenn sich durch die Nähe des Publikums auch etwas persönliches entwickelt. Ich komme sehr gerne nach Bassum, denn wo kann man sonst nicht am oder um, sondern in einem Bahnhof auftreten“, so Gennady Kuznetsov.

Inge Petermann war aus Schorlingborstel zum Bassumer Bahnhof gekommen. „Die Kombination von Musik und Literatur war mir bekannt, aber der heutige Abend hat mir besonders gefallen. Für mich zeigt sich da wieder, dass Musik keine Grenzen kennt“, so Inge Petermann. Dorothea Peronne wohnt dem Bassumer Bahnhof gleich gegenüber und kennt die Räumlichkeiten. „Bei Schulleiterin Anna Shuliakovska erlerne ich seit längerer Zeit den Umgang mit der Klarinette. Als das Duo Musik & Lyrik angekündigt wurde, war es für mich ein Muss, die Kombination von Musik und Literatur zu genießen. Beim zurückliegenden ersten Auftritt des Duos war ich schon einmal hier, aber heute hat mich das Gebotene noch mehr begeistert“, so Dorothea Peronne. 

Viel zu schnell endete der musikalisch-literarische Ausflug nach Russland. Bei sich steigerndem rhythmischen Beifall wurden Anna Markova und Gennady Kuznetsov nicht ohne eine Zugabe entlassen. Mit dem russischen Schlager aus den 1920er-Jahren „Den langen Weg entlang“, besser bekannt als „Those Were the Days“ von der britischen Sängerin Mary Hopkin, verabschiedeten sich die Beiden endgültig.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...