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Stadtjugendfeuerwehrwartin
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Von klein auf aktiv

Tobias Denne 31.05.2019 0 Kommentare

Diesselbe Uniform, andere Aufgaben: Kristin Schorling ist die neue Stadtjugendfeuerwehrwartin Bassums. 
Diesselbe Uniform, andere Aufgaben: Kristin Schorling ist die neue Stadtjugendfeuerwehrwartin Bassums.  (Braunschädel)

Bassum. Dass sie irgendwann zur Feuerwehr kommen würde, das war schon von vorneherein klar. Das Ehrenamt hat sie quasi mit der Muttermilch aufgesogen. „Das war eigentlich ein Selbstläufer“, erzählt Kristin Schorling. Denn sie stammt aus einer Feuerwehr-Familie. Vater, Onkel, Bruder, Tante – in Bassum kommt man am Namen Schorling beim Ehrenamt nicht vorbei. So war es dann auch kein Wunder, dass die 27-Jährige sich dafür entschieden hat, die neue Stadtjugendfeuerwehrwartin zu werden. Seit dem 1. April ist sie in der neuen Funktion aktiv. 

So ist sie die Abteilungsleiterin für die fünf Bassumer Jugendfeuerwehren, wie sie bildlich beschreibt. „Ich bin so etwas wie der Vermittlungsanker“, sagt Schorling. So fungiert sie als erste Ansprechpartnerin zwischen der Jugendfeuerwehr und den Betreuern, dem Stadtkommando oder der Kreisjugendfeuerwehr. „Ich bin dafür verantwortlich, dass es läuft“, fügt sie hinzu. Im Moment ist etwa das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr in Barver ein Thema für sie. Denn selbstverständlich können auch Bassumer Blauröcke mitfahren und dort einige Tage zusammen verbringen. 

Über ein Zeltlager kam auch Kristin Schorling einst zur Feuerwehr. Oder besser: über ihren Bruder. „Er ist ein Jahr älter und war deshalb auch ein Jahr früher in der Jugendfeuerwehr“, erinnert sich Schorling daran, dass sie ihren Bruder im Zeltlager besucht hat. „Ich war fasziniert“, sagt sie. Kein Wunder also, dass sie auch in die Jugendfeuerwehr Dimhausen eintrat. Später wurde sie auch Betreuerin („Die Frage stellte sich gar nicht.“) und bildete selbst die Jüngsten aus. In den vergangenen 18 Jahren hat sie jedes Zeltlager mitgenommen, zehn davon als Betreuerin. „Irgendwann war es dann mal Zeit, Schluss zu machen“, fasste sie im September den Gedanken, als Betreuerin aufzuhören. Ganz abschließen konnte sie mit ihrem Ehrenamt allerdings nicht. „Das kann es doch nicht gewesen sein“, sagte sie sich und überlegte, ob sie sich nicht doch noch irgendwo einbringen kann. Also traf sie sich mit Anika Stütelberg, der vorherigen Stadtjugendfeuerwehrwartin. „Sie hatte das Amt provisorisch übernommen, weil es sonst niemand gemacht hätte“, erzählt Schorling. Kein Wunder also, dass sie kurzerhand den Posten übernahm, auch weil Stütelberg das Amt abgeben wollte. „Es war ein Schubser in die richtige Richtung“, sagt sie. Die 27-Jährige verabschiedete sich von ihrer Jugendfeuerwehr in Dimhausen und wechselte eine Ebene höher – auch wenn sie diese Hierarchiebezeichnung nicht mag. 

Zwar ist sie erst rund zwei Monate aktiv, gleichzeitig hat sie schon ein paar Unterschiede in den Aufgaben festgestellt. „Ich habe keinen direkten Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen mehr, das fehlt mir etwas“, gibt sie zu. Auch deshalb weil sie nicht mehr zweimal in der Woche beim Training ist und die Jugendlichen bei den Wettkämpfen am Wochenende betreut. „Das gehörte für mich zum Alltag“, sagt Schorling. 

Daher war es für sie auch nie ein Thema, der Feuerwehr ganz den Rücken zu kehren. „Sie ist fast die einzige Institution, bei der man lernt, wie das Leben funktioniert“, schwärmt Schorling. Sicher, Sport und Gemeinschaft gehören auch zur Feuerwehr und „man erlebt viel zusammen“, aber man lernt auch – etwa im Zeltlager – mit Konflikten umzugehen. „Man muss Situationen selbst lösen, ohne Eltern“, sagt sie. Schorling findet, dass gerade diese gemeinsame Zeit zusammenschweißt und einen für das Leben prägt. 

Aber Feuerwehr ist natürlich nicht nur Zeltlager und Wettkampf, sondern auch Ausrücken für Einsätze. „Es war ein Gebäudebrand, ganz klassisch“, erinnert sich die 27-Jährige an ihren ersten Einsatz. In Hollwedel brannte ein Stall und „da kam schon Stress auf“, wie sie zugibt. Da sie vorher schon acht Jahre in der Jugendfeuerwehr trainiert hatte, wusste sie, was zu tun war. „Bei uns in Dimhausen wird man gut herangeführt“, weiß sie über die Ausbildung bei der Jugendfeuerwehr. Aber nicht nur Brände oder die Unterstützung bei Hochwasser sind Teil ihres Alltag, auch Fehlalarme gehören dazu. Daher ist Schorling dankbar, dass ihr Arbeitgeber „sehr tolerant“ mit ihrem Ehrenamt ist. Denn, wenn der Alarm losgeht, dann kann sie von der Bassumer Volksbank, wo sie arbeitet, „jederzeit los“, erzählt sie. Sicher, bei Besprechungen ist das nicht möglich, ansonsten sei ein Ausrücken kein Thema. 

Wenn Schorling also mal nicht helfen kann, dann ist das auch kein Problem, sind die Bassumer Feuerwehren doch gut aufgestellt. Das liegt laut der 27-Jährigen auch an der guten Jugendarbeit. „Ohne die stehen die Feuerwehren in Zukunft vor einer großen Herausforderung“, weiß sie. Daher sollen die Kinder nicht erst mit zehn Jahren an die Jugendfeuerwehr herangeführt werden. So gibt es in Bramstedt und Dimhausen eine Kinderfeuerwehr für Kinder ab sechs Jahren. Und wie könnte es anders sein? „In Dimhausen hat die meine Familie gegründet. Da schließt sich der Kreis“, sagt Kristin Schorling und lacht.

Abseits der Feuerwehr spielt sie beim SV Dimhausen Volleyball, ist jüngst mit ihrem Team in die Landesliga aufgestiegen und als Schützenschwester legte sie in dieser Woche für das Schützenfest eine andere Uniform an. Das Klischee, dass ein Ehrenamt sehr viel Zeit frisst, genießt sie mit Vorsicht. „Wenn man etwas macht, dann muss man schauen, wie viel Zeit das überhaupt in Anspruch nimmt. Ohne Ehrenamt  funktioniert ein Dorf einfach nicht“, sagt sie. Denn nun ist sie etwa die Stadtjugendfeuerwehrwartin und hat mehr Verantwortung und andere Aufgaben, aber dafür ist sie nicht mehr zweimal die Woche beim Training der Jugendfeuerwehr oder beim Wettkampf am Wochenende. 

Über zu viel Freizeit kann sich Kristin Schorling aber nicht beschweren. Dafür sorgt sie schon selbst: „Wenn ich viel Zeit auf dem Sofa verbringe, dann langweile ich mich.“


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...