Starthilfe für die Tarmstedter Tafel Tarmstedter Tafel hat jetzt auch ein Auto

Tarmstedt. Alles Wesentliche hat das Team der Tarmstedter Tafel jetzt beisammen: Es gibt ein Haus und für einen fahrbaren Untersatz hat nun das Autohaus Warncke gesorgt. Am ersten Donnerstag im Juni will die Tarmstedter Tafel ihre Arbeit aufnehmen.
21.05.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sandra Binkenstein

Tarmstedt. Alles Wesentliche hat das Team der Tarmstedter Tafel jetzt beisammen: Es gibt ein Haus und für einen fahrbaren Untersatz hat nun das Autohaus Warncke gesorgt. Am ersten Donnerstag im Juni will die Tarmstedter Tafel ihre Arbeit aufnehmen.

Schon in der ersten Planungsphase Ende 2008 hatte Wolf Warncke dem Team der Tafel Unterstützung zugesagt. 'Wir wollten unkompliziert helfen', bekräftigt er. Ausgewählt haben die Inhaber des Autohauses einen gebrauchten VW Passat. Das Fahrzeug sollte für Kurzstrecken geeignet sein und ausreichend Stauraum haben. 'Da ist ein Benziner, der schon was auf dem Tacho hat, ideal geeignet', begründet Wolf Warncke seine Auswahl. Auch wenn der dunkelgrüne Kombi das passende Kennzeichen TT trägt, ist er mit der Schlüsselübergabe nicht ganz in den Besitz der Tarmstedter Tafel übergegangen. Das Autohaus stellt das Fahrzeug kostenlos zur Verfügung, die Unterhaltungskosten trägt die Tafel.

Die Tafel ist eine Einrichtung der Kirchengemeinde. Mit im Boot sitzen außerdem Samtgemeindebürgermeister Frank Holle und Henry Michaelis von der Diakonie Sozialstation. In der alten Bäckerei in der Wilstedter Straße 2 soll die Lebensmittelausgabe als Zweigstelle der Zevener Tafel entstehen. Der Umbau der alten Bäckerei ist fast abgeschlossen und die meisten Vorbereitungen sind getroffen. Eigentlich sollte es schon im Dezember losgehen, doch der harte Winter hatte den Ehrenamtlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nun hat sich der Winter erst einmal verzogen, der Eröffnung der Tafel steht nichts mehr im Wege. Am Donnerstag, 2. Juni, können Berechtigte Lebensmittel abholen. Zu den Berechtigten zählen nicht nur Menschen, die von Hartz IV leben, sondern auch Senioren mit einer geringen Rente. Jeder, der durch Unterlagen von den zuständigen Sozialbehörden nachweisen kann, dass er öffentliche Leistungen bezieht, hat Anrecht auf einen Bezugsschein. Zu den öffentlichen Leistungen zählen neben dem ALG II, das als Hartz IV bekannt ist, unter anderem Sozialgeld und Grundsicherungsrente.

Abholung der Bezugsscheine

Ein paar Bürger haben ihre Bezugsscheine bereits in der Diakonie Sozialstation abgeholt. Dazu ruft Henry Michaelis alle Interessierten auf: Mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr können die Bezugsscheine im Büro in der Bremer Landstraße 1a abgeholt werden. Am Donnerstagnachmittag werden dann die Türen zur Lebensmittelausgabe geöffnet.

Wie viele Menschen am ersten Öffnungstag der Tafel kommen, das kann Henry Michaelis noch nicht abschätzen. Das Projekt muss erst einmal richtig anlaufen. Auch die Zevener Tafel gibt es noch nicht lange. Mittlerweile hat die Lebensmittelausgabe viele feste Kunden. Einige von ihnen kommen aus der Samtgemeinde Tarmstedt und müssen ab Juni nicht mehr bis nach Zeven fahren, um günstig gesunde Lebensmittel zu bekommen.

Denn vor allem frisches Gemüse ist im Handel in Bezug auf den Nährwert nicht gerade günstig. Im Klartext: Gesunde Ernährung mit frischen Zutaten ist vor allem für Familien mit Kindern, die von Hartz IV leben, ein Kraftakt. So geht es dem Team von der Tafel auch nicht darum, für die Grundernährung zu sorgen, sondern eine abwechslungsreiche Ernährung zu ermöglichen.

Die Lebensmittel, die die Tafel anbieten will, kommen vor allem aus dem Einzelhandel. Obst und Gemüse, das nicht mehr ganz lupenrein aussieht, Konserven, die eine Delle haben oder Backwaren, die am Abend aus den Regalen der Bäckereien verschwinden müssen, sind noch gut zum Verzehr geeignet. Verkauft werden können diese Lebensmittel aber nicht mehr. Insofern ist die Tafel eine Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft.

Am Mittwoch wollen die ehrenamtlichen Helfer zum ersten Mal mit dem neuen Auto der Tafel von Geschäft zu Geschäft fahren, um Lebensmittel entgegen zu nehmen. Zum ersten Mal wird dann die Ausgabestelle bestückt und sortiert. Für Molkereiprodukte gibt es ein Kühlregal. Was allerdings noch fehlt, sind Kühlboxen für den Transport. Menschen, die dem Team der Tafel helfen wollen oder sich über die Lebensmittelausgabe informieren wollen, können sich unter der Rufnummer 04283/1234 bei der Diakonie Sozialstation melden.

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