Tourismusausschuss empfiehlt mehrheitlich den Haushaltsplanentwurf Tennishalle macht Miese

Vor zwei Jahren hat die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen vorzeitig den Erbbaurechtvertrag über die Tennishalle abgelöst, dafür 260000 Euro auf den Tisch gelegt. Dagegen stimmten damals unter anderem auch Hermann Schröder (UWG) und Bernd Schneider (Die Grünen). Beide Ratsherren waren es, die nun während der Sitzung des Tourismusausschusses am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Rathauses erneut zu diesem Thema Stellung nahmen. Grund: Die Tennishalle macht Minus.
28.01.2012, 05:00
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Vor zwei Jahren hat die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen vorzeitig den Erbbaurechtvertrag über die Tennishalle abgelöst, dafür 260000 Euro auf den Tisch gelegt. Dagegen stimmten damals unter anderem auch Hermann Schröder (UWG) und Bernd Schneider (Die Grünen). Beide Ratsherren waren es, die nun während der Sitzung des Tourismusausschusses am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Rathauses erneut zu diesem Thema Stellung nahmen. Grund: Die Tennishalle macht Minus.

Bruchhausen-Vilsen. Im Haushalt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen war das Minus der Tennishalle ursprünglich mit 10000 Euro veranschlagt. Das tatsächliche Rechnungsergebnis, das auch aufgrund eines Antrages der Unabhängigen Wählergemeinschaft aufgestellt worden war, weist einen Fehlbetrag von 12800 Euro aus. "Das liegt daran, dass die Benutzungsgebühren nicht in der Höhe eingingen, wie wir erwartet haben", erklärte Verwaltungsmitarbeiterin Cattrin Siemers während der Tourismusausschusssitzung. Auch der Samtgemeindeausschuss hatte sich Donnerstagnachmittag mit dem Thema befasst. "Es wird geraten, die umliegenden Tennisvereine einzuladen, mehr Pressearbeit zu machen, um das Defizit auf 10000 Euro zu reduzieren", so Cattrin Siemers weiter. Hermann Schröder (UWG) sprach daraufhin klare Worte: "Es liegt nicht im öffentlichen Auftrag, dass eine Samtgemeinde eine Tennishalle betreibt." Er wollte wissen, wie es nun weitergehe. "Der Samtgemeindeausschuss hat erklärt, die

nächste Saison noch laufen zu lassen", gab Cattrin Siemers bekannt. Bis dahin wolle man sich Gedanken machen, auch über andere Nutzungsformen. Angedacht sei zum Beispiel, dass im Wohnhaus hinter der Halle eine Großtagespflege einziehen könne. "Krippenplätze sind gefragt", erklärte Cattrin Siemers. Großtagespflege bedeute die Betreuung von unter Dreijährigen durch Tagesmütter auch außerhalb deren eigener Räumlichkeiten. "Für Gemeinden ist das kostengünstiger als ein Krippenplatz", warb Siemers für das Konzept.

"Dann haben wir also insgesamt 280000 Euro in den Sand gesetzt", legte Hermann Schröder nach. "Und ein Privatmann ist reich geworden", warf Ratsherr Werner Pankalla (CDU) ein und spielte damit auf den ehemaligen Inhaber des Erbbaurechtsvertrages an. "Alle, die damals dafür gestimmt haben, das Ding zu kaufen, sollen sich jetzt gefälligst Gedanken machen, was wir damit machen", forderte Hermann Schröder. Reinhard Thöle (SPD) wies darauf hin, man habe die Halle nicht gekauft, sondern einen Erbbaurechtsvertrag vorzeitig abgelöst. "Wir haben dadurch Schaden von der Samtgemeinde abgewendet," meinte Thöle. Mehrere Gutachten hätten gezeigt, dass man - hätte man bis zum Ablauf des Vertrages 2013 gewartet - Kosten bis zu 500000 Euro hätte tragen müssen. Ziel sei es, "mindestens eine schwarze Null" mit der Halle zu schreiben. Wie das gehen soll, wollte Werner Pankalla wissen. Sein Fraktionschef Heinrich Klimisch (CDU) erklärte es kurz und knapp: "Attraktivitätssteigerung". Den

Tennisspielern müsse klar sein, dass es eine dauerhafte Subvention nicht gebe. Bernd Schneider (Die Grünen) sprach in Zusammenhang mit dem Erwerb der Halle von einer "Fehlentscheidung". "Es hat damals ein gutes Angebot des Betreibers gegeben, wie man die Halle nutzen könnte, als Ausstellungsfläche für einen Baubetrieb, mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Büro."

Wenige Änderungen gab es insgesamt im Haushaltsplanentwurf für den Bereich Sportanlagen und Tourismus. Im Investitionsprogramm stehen unter anderem 4000 Euro für einen neuen Rasenmäher für das Wiehe-Bad, 10000 Euro für eine Beregnungsanlage des TSV Süstedt, Planungskosten in Höhe von 1000 Euro für einen dritten Sportplatz am Marktplatz sowie 10000 Euro für Projekte aus dem Tourismuskonzept. Hermann Schröder forderte vom Kunst- und Kulturverein der Samtgemeinde (KuK) einen Bericht über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. Den Hinweis von Bernd Schneider, dafür gebe es die Jahreshauptversammlung, konterte Schröder mit: "Als Geldgeber mit 10000 Euro pro Jahr haben wir das Recht zu erfahren, was mit dem Geld passiert."

Der Haushaltsplanentwurf wurde mit den Gegenstimmen von Werner Pankalla und Hermann Schröder empfohlen. In der Einwohnerfragestunde meldete sich Christel Stampe in Bezug auf die Tennishalle zu Wort. "Die Tennissparte im TV engagiert sich sehr stark, hat umliegende Vereine angesprochen und organisiert ein Samtgemeindeturnier. Es wird viel getan, aber es ist sehr schwierig."

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