Gefahren auf dem Schulweg Tipps für die dunkle Jahreszeit

Delmenhorst. Vor dem Beginn der dunklen Jahreszeit erklären Polizei, Verkehrswacht und ADAC, wie Eltern ihren Nachwuchs richtig auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten können.
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Tipps für die dunkle Jahreszeit
Von Mareike Meyer

Die Herbstferien sind vorbei, heute geht die Schule wieder los – und nächstes Wochenende wird die Uhr auf die Winterzeit umgestellt. Dann gehen viele Kinder morgens wieder im Dunkeln zur Schule. Polizei, Verkehrswacht und ADAC erklären deshalb, wie Eltern ihren Nachwuchs richtig auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten können.

Am nächsten Wochenende wird die Uhr umgestellt. Damit wird es ab Sonntag abends wieder früher dunkel und morgens später hell. Das bedeutet für Kinder und Jugendliche, dass sie sich morgens noch im Dunkeln auf den Weg zur Schule machen müssen. Eine zusätzliche Gefahr, die durch entsprechende Kleidung und Übungseinheiten mit den Kindern minimiert werden kann.

Einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zufolge geschehen in Niedersachsen bundesweit die meisten Schulwegunfälle. Eine alarmierend hohe Zahl ist in Delmenhorst nicht zu bemerken, die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 14 Unfälle von Kindern zwischen sechs und 15 Jahren auf dem Schulweg, zwei davon wurden schwer verletzt. Aber: „Jedes verunglückte Kind ist eines zu viel“, betont Polizeihauptkommissar Carsten Grallert.

Seit über zwei Jahren ist er als Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land tätig und gibt sein Wissen in Kindergärten und Schulen weiter. Zusammen mit der Verkehrswacht betreibt die Polizei die Kinderverkehrsschule Delmenhorst, in der Kinder langsam an den Straßenverkehr herangeführt werden. Gerwin Glander, Vorsitzender der Verkehrswacht, erklärt: „Die Kinderverkehrsschule ist auch schon für Kindergartenkinder geeignet.“ Aber auch wenn Polizei und Verkehrswacht sich in diesem Bereich stark engagieren, „sind die Eltern der wichtigste Part“, findet Glander. Auch Nils Linge vom ADAC sieht die Erziehungsberechtigten in der Pflicht und sagt: „Eltern sollten rechtzeitig anfangen, den Schulweg zusammen mit ihren Kindern abzulaufen und eventuelle Gefahren mit ihnen zu besprechen.“ Schließlich mache Übung den Meister, und je eher man anfange, desto besser würden sich die Kinder später im Straßenverkehr zurechtfinden.

Dem kann Johann Böhmann vom Klinikum Delmenhorst nur beipflichten, auch er hält eine Verkehrserziehung für sinnvoll. Als Chefarzt der Kinderklinik sieht er vor allem im hohen Verkehrsaufkommen in den Morgenstunden ein Problem. „Zwischen sieben und acht Uhr morgens sind die Straßen sehr voll. Da wundert es einen schon fast, dass nicht noch mehr passiert“, schildert er. Außerdem würden die sogenannten Eltern-Taxis – also Eltern, die ihre Kinder bis vor das Schultor fahren – selbst für ein hohes Verkehrsaufkommen vor den Schulen sorgen.

Nach einer Studie der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag des ADAC wurden 2012 mehr Kinder unter 15 Jahren auf dem Weg zur Schule im Auto der Eltern verletzt als Kinder, die zu Fuß gingen. Außerdem zeigt die Studie, „dass durch regelmäßige Hol- und Bringdienste die selbstständige Mobilität von Schulkindern immer mehr verloren geht“, führt Nils Linge aus.

Um des morgendlichen Verkehrshöhepunktes Herr zu werden, regt Böhmann an, doch zu diesem Thema einen Runden Tisch zu gründen. Polizei-Chef Jörn Stilke wies auf Nachfrage darauf hin, dass es bereits einen Runden Tisch zum Thema „Unfallprävention“ gibt und die Verkehrssicherheit einer der Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppe sei.

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße fehlt den Kindern oft der Überblick im Straßenverkehr, außerdem sind sie den komplexen Situationen nicht gewachsen und schnell überfordert. Der ADAC empfiehlt deshalb einen spielerischen Rollentausch auf dem Schulweg. „Eltern lassen sich von ihrem Kind zur Schule bringen und die Gefahrenstellen erklären. Dadurch erkennen sie besser, was das Kind verinnerlicht hat und wo es noch Probleme gibt“, erörtert Linge. Die Verkehrswacht empfiehlt außerdem das sogenannte Schulwegrouting. Dabei haben Eltern die Möglichkeit, sich online den sichersten Weg vom Wohnort zur Schule berechnen zu lassen. Auf der Karte werden dann unter anderem Ampeln, Zebrastreifen und besondere Gefahrenpunkte angezeigt.

Besonders bei Dunkelheit sind die Kinder auf ihren Schulwegen jedoch leicht zu übersehen. Das Tragen von Reflektoren oder einer Warnweste hilft anderen Verkehrsteilnehmern dabei, sie eher wahrzunehmen. „Auch reflektierende Helme, Schulranzen und helle Kleidung sind wichtig“, merkt Nils Linge vom ADAC an.

Letztlich hilft laut Gerwin Glander von der Verkehrswacht besonders „üben, üben, üben, vom Kleinkindalter an – das ist die Grundlage dafür, Unfälle zu verhüten.“

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