Prozess in Verden Steuermann wurde offenbar erwürgt

Der Kapitän eines tschechischen Binnenschiffes steht vor Gericht, weil er seinen Steuermann an der Dörverdener Schleuse getötet haben soll. Am Montag stellte der Rechtsmediziner seinen Bericht vor.
20.07.2020, 18:29
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Angelika Siepmann

Verden/Dörverden. Im Verdener Landgerichtsprozess gegen den Kapitän eines tschechischen Binnenschiffs, der sich wegen Totschlags an seinem Steuermann verantworten muss, hat ein Rechtsmediziner am Montag den Sektionsbericht erläutert. Danach gilt massive Gewaltanwendung gegen den Hals des stark alkoholisierten Opfers als Todesursache. „Ersticken infolge von Würgen“ sei aufgrund des festgestellten Verletzungsmusters „naheliegend“. Der Todeszeitpunkt habe sich aufgrund verschiedener Faktoren nicht genau ermitteln lassen. Der Sachverständige nannte eine Zeitspanne von knapp sieben Stunden zwischen dem Abend des 24. und dem frühen Morgen des 25. Januar dieses Jahres. Das Frachtschiff lag in Dörverden (Kreis Verden) im Schleusenkanal der Weser. Der Angeklagte (39) bestreitet, sein einziges Crewmitglied nach einer Auseinandersetzung getötet zu haben. Er habe den 37-Jährigen morgens „nackt und regungslos“ an Bord entdeckt und mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Dadurch könnten einige der Verletzungen entstanden sein. Die diversen Gesichtsverletzungen sprächen für Faustschläge, so Rechtsmediziner.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+