Tödlicher Unfall bei Worpswede

Sicherungsverfahren wird wieder aufgenommen

Das Verfahren nach einem tödlichen Unfall bei Worpswede geht weiter: Der psychisch kranke Unfallfahrer soll dauerhaft in einer Fachklinik bleiben, fordert weiterhin der Anwalt zweier Töchter des Unfallopfers.
03.05.2021, 13:21
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Von Angelika Siepmann
Sicherungsverfahren wird wieder aufgenommen

Zwei Nebenklägerinnen, Töchter des Unfallopfers, wollen erreichen, dass der Unfallfahrer doch noch dauerhaft untergebracht wird

Peter Steffen/DPA

Verden/Worpswede. Im Sicherungsverfahren gegen einen 54-jährigen Mann aus der Gemeinde Hambergen hatten die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage unisono die unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik gefordert. Gegen das anderslautende Urteil des Landgerichts Verden, das dem Antrag der Verteidigung entsprach, hat jetzt einer der drei Nebenklageanwälte Rechtsmittel eingelegt.

Die 3. große Strafkammer hat kürzlich, wie berichtet, entschieden, dass der Mann nicht in der Psychiatrie bleiben muss. Es lägen nicht alle notwendigen Voraussetzungen für diese strenge Maßnahme vor. Nach der umfangreichen Beweisaufnahme war das Gericht außerdem zu der Auffassung gelangt, dass der Beschuldigte am 17. Mai vergangenen Jahres bei seiner Autofahrt mit Ehefrau und achtjährigem Sohn nicht vorsätzliche, sondern fahrlässige Tötung und gefährliche Körperverletzung begangen hat. Bei dem schweren Verkehrsunfall auf der L 165 in Worpswede war die 50-jährige Frau ums Leben gekommen. Der gemeinsame Sohn hatte einen Armbruch erlitten und sich, wie der Vater, aus dem zerstörten Fahrzeug befreien können.

Ein Strafprozess wegen Totschlags war wegen attestierter Verhandlungsunfähigkeit des gebürtigen Bremer nach zwei Tagen eingestellt worden. Im Sicherungsverfahren ging es nicht mehr um eine angemessene Strafe, sondern um die Frage, ob der Mann, bei dem eine paranoid-halluzinatorische Psychose besteht, in einer Fachklinik zu verbleiben hat. Das Landgericht hat sich dagegen ausgesprochen und mit dem Urteil auch den Unterbringungsbefehl aufgehoben. Nach Angaben der Verdener Verteidigerin ist der 54-Jährige inzwischen wieder zu Hause; er stehe unter Betreuung.

Die Staatsanwaltschaft und zwei der drei Nebenklagevertreter haben darauf verzichtet, das Urteil anzufechten. Kurz vor Ablauf der einwöchigen Frist hat nach Angaben des Landgerichts noch der Greifswalder Anwalt Revision eingelegt. Er vertritt zwei der vier Töchter der verstorbenen Frau aus einer früheren Beziehung.

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