Lilienthal Tonne für Müll-Fahrzeuge richtig aufstellen

Lilienthal. Die neuen Fahrzeuge der Müllabfuhr sind seit Januar in Lilienthal im Einsatz. Weil die Seitenlader Mülltonnen nur erfassen können, wenn sie richtig stehen, befürchten einige Bürger Probleme bei der Müllentsorgung. Diese Annahmen sind laut Abfall-Service Osterholz unbegründet.
18.01.2010, 07:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Miriam Keilbach

Lilienthal. Die neuen Fahrzeuge der Müllabfuhr sind seit Januar in Lilienthal im Einsatz. Weil die Seitenlader Mülltonnen nur erfassen können, wenn sie richtig stehen, befürchten einige Bürger Probleme bei der Müllentsorgung. Diese Annahmen sind laut Abfall-Service Osterholz (ASO), die für die Müllentsorgung zuständig sind, unbegründet.

Seit Jahresbeginn ist die ASO für die Abfallbeseitigung zuständig und mit dem Wechsel der Verantwortlichkeit weg von den Sub-Unternehmen Nehlsen und Schorfmann, die die Müllabfuhr bisher erledigten. Die ASO setzt auf neue, technisch weiterentwickelte Fahrzeuge, sogenannte Seidenlader (wir berichteten).

Mit einem Greifarm erfasst der Seitenlader die Tonne, bedient wird der Arm durch den Fahrer des Müllautos. Aber nur Tonnen, die richtig stehen, können so geleert werden. Aus diesem Grund weist Frank Theilen, Geschäftsführer der ASO, nochmals darauf hin, wann eine Tonne richtig steht: Sie muss am Straßenrand, aber nicht verkehrsgefährdend stehen. Außerdem darf sie weder Fuß- noch Radweg versperren und soll etwa 20 bis 30 Zentimeter vom Fahrbahnrand entfernt stehen. Die Deckelöffnung sollte Richtung Straße ausgerichtet sein, sprich: die Räder Richtung Haus.

Zudem ist darauf zu achten, die Mülltonne nicht hinter einem Baum, nahe an einem Zaun oder hinter dem eigenen Auto zu platzieren. Ideal wäre es, die Mülltonne so zu stellen, dass sie nicht zugeparkt werden kann.

'Der Greifarm kann nicht über ein Auto fassen. Ist eine Mülltonne zugeparkt, muss der Fahrer aussteigen', so Theilen. Doch auch in diesem Falle ist eine Leerung garantiert. 'Das ist dann unser Problem, nicht das von den Bürgern. Es gibt Ecken, in denen die Abholung schwierig ist, aber das wird sich regeln. Sowieso handelt es sich hier um Einzelfälle. In ländlichen Gegenden ist die Abholung kein Problem. Wir haben die Zeit einkalkuliert, die man in engen Straßen mehr braucht.'

Allerdings gibt Theilen zu, dass es derzeit noch Startschwierigkeiten gibt. So macht die Witterung den Müllmännern Probleme: 'Es kann nicht für alle Fragen und Eventualitäten schon Antworten geben. Ist der Schnee dort gehäuft, wo die Mülltonne sonst steht, muss der gesunde Menschenverstand einsetzen.' Theilen sagt weiter, dass das ein normaler Prozess der Anpassung an äußere Umstände sei. 'Natürlich gibt es am Anfang Probleme, aber die Bürger werden sich daran gewöhnen. Der Seitenlader ist ja keine neue Erfindung.'Die Fahrer und Mitfahrer sind aktuell damit beschäftigt, Menschen aufzuklären, wann eine Tonne richtig steht.

Derzeit fährt noch ein weiterer Müllmann auf dem Auto mit, was bis Ende März beibehalten wird. Danach wird der Fahrer die Arbeit allein verrichten müssen: Verkehr beobachten, die Tonnen im Auge behalten, das Fahrzeug von der rechten Seite aus lenken, dem Bildschirm, der anstelle des Fahrers auf der linken Seite angebracht ist, folgen und auf Autos, Bäume und spielende Kinder achten - und ganz nebenbei den Joystick bedienen, der den Greifarm steuert.

Auch Mülltonnen, die noch nicht ordentlich aufgestellt seien, würden geleert, gibt Theilen an. Allerdings sagt er auch, dass die ASO einen rechtmäßigen Anspruch darauf habe, dass die Tonnen von den Bürgern richtig gestellt werden. Dennoch beschränken sich die Probleme derzeit eher auf die Fahrplanumstellung, da zu Beginn des Jahres noch öfter falsche Mülltonnen rausgestellt wurden. 'Das wird sich aber mit dem neuen Abfallplaner ändern, der im Februar kommt', sagt Theilen.

Bedauerlich sei bei der Umstellung allerdings, dass weniger Menschen als Maschinen eingesetzt würden, auch wenn dem ASO-Geschäftsführer keine Kündigungen bekannt seien. 'Die Bürger wollen eben günstige Müllgebühren. Die neuen Fahrzeuge sind zwar teurer, aber die Mehrkosten werden durch die Einsparung in den Personalkosten gedeckt.'

Auf Nachfrage teilte das Ordnungsamt Lilienthal mit, dass es bisher keine Beschwerden gegeben habe. Auch in Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck, wo Seitenlader seit längerer Zeit eingesetzt werden, kam es zu keinen Beschwerden von Bürgern.

Das Rathaus in Osterholz-Scharmbeck hatte vor der Umstellung auf die neuen Müllautos Informationen herausgegeben, wie die Mülltonne aufzustellen sei.

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