Frist versäumt: Deutscher Fußball-Bund verweigert TSV Ottersberg die Lizenz / Wertvolles Knowhow gesammelt Traum von der Regionalliga geplatzt

Ottersberg. Für die in den vergangenen Wochen vom ersten auf den vierten Tabellenplatz der Oberliga Niedersachsen Ost zurückgefallenen Fußballer des TSV Ottersberg ist der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga Nord geplatzt.
04.05.2010, 01:30
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Von Ehrhard Müller

Ottersberg. Für die in den vergangenen Wochen vom ersten auf den vierten Tabellenplatz der Oberliga Niedersachsen Ost zurückgefallenen Fußballer des TSV Ottersberg ist der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga Nord geplatzt.

Entscheidend dafür sind allerdings nicht zehn verlorene Punkte aus den ersten sieben Meisterschaftsspielen der Frühjahrsrunde, sondern eine Nachricht, die der Verein in diesen Tagen von der Zentralverwaltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhielt. Sie verweigert dem TSV Ottersberg die Regionalliga-Lizenz für die Saison 2010/11.

Der Ottersberger Klassenpartner SV Drochtersen/Assel sowie der TSV Havelse und der VfB Oldenburg (derzeit auf den Tabellenplätzen eins und zwei der Oberliga Niedersachsen West) dagegen hatten mit ihren Anträgen mehr Erfolg. Sie konnten sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Aufstieg in die Regionalliga erfüllen. Wie berichtet, haben sich aus den beiden niedersächsischen Oberligen nur noch Eintracht Braunschweig II (Ost) und der BV Cloppenburg (West) um einen Viertliga-Startplatz beworben.

Zur neuen Saison werden zwei Klubs aus dem Bereich des Norddeutschen Fußball-Verbandes in die Regionalliga Nord einziehen. Während dem Niedersächsischen Fußballverband ein Startplatz garantiert ist, wird der zweite Aufsteiger in einer Relegationsrunde ermittelt, an der jeweils ein Vertreter aus den Landesverbänden Schleswig-Holstein und Bremen teilnimmt. Der Hamburger Verband entsendet in dieser Saison keinen Vertreter zur Relegation.

Wie Fußballabteilungsleiter Henning Haltermann mitteilte, ist der Antrag des TSV Ottersberg am sogenannten Wirtschaftsprüfungsbericht des vergangenen Geschäftsjahres gescheitert. 'Diesen Punkt des Lizensierungsverfahrens haben wir unterschätzt', gibt Haltermann zu. Als die TSV-Funktionäre den Ernst der Lage erkannt haben, war es schon zu spät - es bestand keine Möglichkeit mehr, die Unterlagen noch fristgerecht einzureichen. Haltermann: 'So ein Bericht kostet mehrere tausend Euro, außerdem hätte ein Experte ungefähr eine Woche gebraucht, ihn anzufertigen. Wir haben garnicht erst den Versuch unternommen.'

Ein kleiner Trost für Haltermann & Co: Bis auf den Wirtschaftsprüfungsbericht konnte der TSV Ottersberg sämtliche Anforderungen des DFB erfüllen, wäre er rechtzeitig angefertigt worden, hätte nichts gegen eine Regionalliga-Lizenz für den Dorfverein gesprochen. Haltermann: 'Wir haben einen immensen Aufwand betrieben und sind auch weit gekommen, leider nicht weit genug. Doch wir haben Erfahrungen gesammelt, die für uns noch sehr wertvoll sein können.' Wie der Fußballchef betont, gäbe es wegen der versäumten Frist 'überhaupt keine Schulzuweisungen' innerhalb des TSV Ottersberg.

Umzug war bereits beschlossen

Die trotz der jüngsten Punktverluste gegen Eintracht Braunschweig II (2:3) und Schlusslicht Blau-Weiß Bornreihe (2:2) noch um die Meisterschaft mitspielende Oberligamannschaft ist über die jüngste Entwicklung im Lizensierungsverfahren allerdings noch nicht unterrichtet worden. Im Falle des Aufstiegs hätte sie ihre Heimspiele der kommenden Saison im regionalligatauglichen Stadion des FC Oberneuland ausgetragen. In diesem Punkt hatte der TSV Ottersberg mit dem stark abstiegsbedrohte Bremer Regionalligaverein längst Einigkeit erzielt.

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