Worpsweder Ortsrat befasst sich mit der Sanierung des Ortskerns Treppe, Rampe oder beides am Kirchberg?

Worpswede. Die Sanierung des Ortskerns war das Hauptthema bei der Sitzung des Worpsweder Ortsrates. Dazu war der Ingenieur Gunter Fischer vom Büro (f) landschaftsarchitektur aus Bonn angereist, um den Kommunalpolitikern den überarbeiteten Vorentwurf vorzustellen.
26.08.2010, 17:31
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Von Johann Schriefer

Worpswede. Die Sanierung des Ortskerns war das Hauptthema bei der Sitzung des Worpsweder Ortsrates. Dazu war extra Diplomingenieur Gunter Fischer vom Büro (f) landschaftsarchitektur aus Bonn angereist, um den Kommunalpolitikern den überarbeiteten Vorentwurf vorzustellen. Darin waren auch Anregungen aus Gesprächen berücksichtigt worden, die mit den Straßenbaulast- und Versorgungsträgern geführt wurden.

Die Sitzung in der Ratsdiele verfolgten auch mehrere interessierte Besucher. Ortsbürgermeister Willi Seidel (CDU) begrüßte besonders Gunter Fischer, den Abteilungsleiter Rolf Schütte vom Bremer Sanierungsträger BauBeCon und Bürgermeister Stefan Schwenke.

Landschaftsarchitekt Gunter Fischer erklärte, dass für den Planer in Worpswede historisch viel vorgegeben sei. Man wolle eine Fortentwicklung, 'aber eine Revolution wollen wir nicht machen', sagte er. Von besonderer Bedeutung war die Gestaltung des Umfeldes der Kirche. Viele Bürger hatten in den vergangenen Monaten ihren Unmut über die Pläne geäußert, wonach die von der Findorffstraße zum Kirchberg führende und allseits geschätzte Treppe durch eine Rampe ersetzt und das Findorff-Denkmal auf den Behinderten-Parkplatz versetzt werden sollten. Es solle eine 'behindertenfreundliche' Rampe werden, die den Weg durch zusätzliche Kunstnischen zu einem Kunstpfad machen würden, so Fischer. Durch die Installation der Kunstrampe und durch die Abflachung des Geländes käme die bisher eher im Hintergrund wahrzunehmende Zionskirche künftig besser zur Geltung.

Fischer sagte weiter, dass künftig auch Rollstuhlfahrer auf der sich schlängelnden Rampe fortbewegen könnten. Dies sei auf einer Treppe nicht möglich. Man könne trotzdem die Treppe erhalten, diese etwas flacher gestalten und hier weiterhin Familienfotos machen. 'Wir kriegen beides gut hin', betonte er, aber das sei eine sehr teure Alternativlösung. Reinhard Behrens (CDU) erklärte, dass er von etlichen Bürgern angesprochen worden sei, 'bloß nicht die Treppe aufzugeben.' Für Gehbehinderte sei natürlich die Rampe zweckmäßig. Daher fände er es gut, beides zu kombinieren. Das unterstrich auch Harry Kück (UWG). Kück kritisierte jedoch, dass durch die Versetzung des Findorff-Denkmals zwei Behinderten-Parkplätze bei der Kirche wegfallen sollen.

Die Bergstraße soll in beiden Richtungen befahrbar sein. Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sollten dabei gleichberechtigt sein. Ernst Orgel (CDU) machte sich da Sorgen um die Kinder. Des Weiteren solle die Bergstraße als konventioneller Straßenraum zu einer offenen Kunst- und Flaniermeile umgebaut und der Straßenquerschnitt barrierefrei ausgebildet werden, so Fischer. Hier könnten auch Kunstwerke aufgestellt werden. Nach Überzeugung des Experten würden auf den Gehwegen 'fußgängerfreundliche Verhältnisse' geschaffen, und daher werde man hier ohne Bordsteine auskommen. Für Andreas Uphoff (SPD) ist das 'ein Riesengewinn für Worpswede'. Außerdem befürwortete er die Einrichtung von Kreiseln.

Ferner sollen der Stolte-Weg und der Willi-Dammasch-Weg befestigt werden. Donata Holz (UWG) sprach gegen eine Pflasterung aus. Sie meinte ebenso wie Susanna Böhme-Netzel (UWG) dass hier doch besser der dörfliche Charakter erhalten bleiben sollte. Für Gunter Fischer wird dadurch jedoch die Frage des Wasserablaufs gelöst.

Vier Varianten für Wochenmarkt

Debattiert wurde auch über den großen Parkplatz in der Bergstraße und über den dort jeweils sonnabends stattfindenden Wochenmarkt. Auf dem Parkplatz dürfen Busse künftig nur noch halten, um ihre Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen. Parken können sie dann auf einem am Ortseingang anzulegenden Parkplatz, wie das auch in anderen Ausflugsorten üblich ist. Zur künftigen Gestaltung des Wochenmarktes legte Landschaftsarchitekt Fischer vier Varianten vor, die bis zu 50 Verkaufsstände vorsehen.

Ernst Orgel wunderte sich, dass vor der Gaststätte 'Zum Hemberg' die hier schon seit Jahrzehnten bestehenden Parkplätze wegfallen sollen. Der Planer entgegnete darauf, dass diese sich nicht auf privatem, sondern auf öffentlichem Bereich befinden. Weil an dieser Stelle ein Kreisverkehr vorgesehen sei, würde es sonst Probleme mit dem Träger der Straßenbaulast geben.

Es wurden noch weitere Details erörtert. Rolf Schütte wies dabei auf den Baubeginn und die weiteren Terminierungen hin. Bürgermeister Schwenke betonte, dass die beteiligten Gremien noch einige Male zusammenkommen müssten und dass auch die Bürger in die Entscheidungen mit einbezogen werden sollten. Des Weiteren erwähnte er, dass er Bürgervertreter zu einem Gespräch über dieses Thema am 2. September um 18.30 Uhr ins Rathaus eingeladen habe. Am Schluss der Debatte meinte Willi Seidel: 'Hier sieht man wieder, wie wichtig ein Ortsrat ist.'

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