Johanniter bieten Kurse für lebensrettende Maßnahmen am Unfallort an Üben für den Ernstfall

Verden. Von der stabilen Seitenlage hat wohl schon jeder einmal etwas gehört - doch wie funktioniert sie? Wie verhält man sich im Notfall richtig? Damit man in solchen Situationen nicht ratlos dasteht, bietet die Johanniter-Unfall-Hilfe einen Lehrgang an.
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Von Julia Vogel

Verden. Von der stabilen Seitenlage hat wohl schon jeder einmal etwas gehört - doch wie funktioniert sie? Wie verhält man sich im Notfall richtig? Damit man in solchen Situationen nicht ratlos dasteht, bietet die Johanniter-Unfall-Hilfe einen Lehrgang an.

So fanden sich dort auch jetzt wieder 16 Teilnehmer ein. 'Hierbei werden die Grundkenntnisse der Ersten Hilfe gelehrt', erklärte Ausbilder Thomas Höcherl. Vor 27 Jahren hat er mit seiner ehrenamtlichen Arbeit bei der Johanniter-Unfall-Hilfe begonnen, seit zehn Jahren leitet er regelmäßig den Lehrgang. 'Es nehmen überwiegend angehende Autofahrer daran teil, der Kursus eignet sich aber auch für Betriebs- oder Jugendleiter', so der Verdener. Es sei nicht vorgeschrieben, ein zweites Mal einen Kursus über Lebensrettende Sofortmaßnahmen zu besuchen. 'Ich würde aber trotzdem jedem empfehlen, seine Kenntnisse hin und wieder aufzufrischen', empfiehlt Höcherl.

An die eigene Sicherheit denken

Wie schwierig das richtige Verhalten bei einem Unfall ist, mussten die Teilnehmer gleich zu Anfang feststellen. Und schon das Aufbauen eines Warndreiecks erwies sich als nicht so einfach wie gedacht. 'Das zu können ist notwendig für die Sicherung der Unfallstelle', erklärte Höcherl. Dadurch sorge man auch für seine eigene Sicherheit, niemand müsse bei der Hilfe sein eigenes Leben riskieren. 'Außerdem kann kein Ersthelfer verurteilt werden, solange er nicht mutwillig einen Fehler macht', sagte der Ausbildungsleiter.

Danach führte er den Rettungsgriff vor, mit dem man Personen, die sich nicht aus eigener Kraft befreien können, aus einem Auto hebt. Anschließend durften sich die Teilnehmer selbst daran versuchen. 'Das klappt doch bei allen ganz gut', freute sich Höcherl. 'Aber was ist, wenn der Verletzte zu schwer für mich ist und ich ihn nicht alleine befreien kann?', sorgte sich Teilnehmerin Rieka. In diesem Fall solle sie schnellstmöglich Hilfe holen, so Höcherl. 'Nachdem das geschehen ist, müssen wir einen Notruf absenden', erklärte er. Doch was tun, wenn man kein Handy dabei hat? 'Rauchzeichen geben', meinte einer der Teilnehmer und sorgte damit für allgemeine Erheiterung.

'Bei Bewusstlosen muss zuerst die Atmung kontrolliert werden, danach bringt man sie in die stabile Seitenlage', sagte Ausbildungsleiter Höcherl. Die Rettung von Motorradfahrern sei oft besonders schwierig, da man sie zuerst von ihrem Helm befreien müsse. 'Das sollte man möglichst zu zweit machen', sagte er. Dabei halte eine Person den Helm, die andere den Kopf des Bewusstlosen fest. Erst danach dürfe man ihn in die stabile Seitenlage bringen.

Sogar auf den richtigen Umgang mit Menschen, die einen epileptischen Anfall erleiden, wurden die Teilnehmer des Kurses vorbereitet. 'So etwas kann zum Beispiel durch das flackernde Licht in Diskotheken ausgelöst werden', so Höcherl. In diesem Fall müsse man alle gefährlichen Gegenstände aus dem Weg schaffen, damit der Betroffene sich nicht daran verletzen kann. Wenn nötig, sollte man außerdem Ecken und Kanten mit Jacken oder Ähnlichem abpolstern.

'In der Theorie klingt das alles gar nicht so schwer', stellte Thomas Höcherl fest. Doch seine meist noch jungen Schüler hätten sich in den seltensten Fällen schon einmal einer Unfallsituation stellen müssen. 'Sie wissen gar nicht, wie viel komplizierter es plötzlich ist, sich in solch einer Lage richtig zu verhalten.'

Den nächsten Kursus für lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort bieten die Johanniter am kommenden Sonntag, 31. Oktober, an. Besonders angesprochen sind wieder Führerscheinerwerber. Der Kursus beginnt um 10 Uhr in der Domstraße 1. Anmeldungen unter Telefon 04231/2526 oder unter der kostenlosen Service-Hotline 0800/ 0019214.

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