Eberhard Schumann stellt ab Sonntag, 1. Dezember, im Syker Kreismuseum Fotografien aus

Über 70 Brücken musst Du seh’n

Sie sehen aus wie eine Eule, wie ein Aquädukt, wie eine Burg. Oder einfach wie eine Brücke. Eberhard Schumann hat sie fotografiert, insgesamt 150 von ihnen. 70 dieser Bilder hängen ab Sonntag, 1. Dezember, im Sonderausstellungsraum des Syker Kreismuseums. Bis zum 20. Januar.
29.11.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Über 70 Brücken musst Du seh’n
Von Micha Bustian

Sie sehen aus wie eine Eule, wie ein Aquädukt, wie eine Burg. Oder einfach wie eine Brücke. Eberhard Schumann hat sie fotografiert, insgesamt 150 von ihnen. 70 dieser Bilder hängen ab Sonntag, 1. Dezember, im Sonderausstellungsraum des Syker Kreismuseums. Bis zum 20. Januar.

26 Millionen Steine wurden verbaut. 35 Menschen ließen ihr Leben. Und am Ende, 1851, stand sie doch: die Göltzschtalbrücke. 78 Meter hoch, 584 Meter lang. Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Das alles kommt aus Eberhard Schumann förmlich herausgesprudelt. Seit 1999 fotografiert er historische deutsche Steinbrücken, seit 2005 „gehen wir ganz gezielt auf Brückentour“. Die Ergebnisse gibt es ab Sonntag, 1. Dezember, im Sonderausstellungsraum des Kreismuseums zu sehen.

Für Eberhard Schumann ist es seine erste Brückenausstellung, seine sechste Präsentation im Syker Kreismuseum und seine 35. insgesamt. Da sollte er als alter Hase in diesem Geschäft doch recht entspannt sein. Oder? Schumanns Gattin Brigitte, die im Hintergrund die Folien auf Holzrahmen tackert, fängt schallend an zu lachen. „Das reicht doch als Antwort“, schmunzelt der 67-Jährige. Jede Ausstellung bringe halt etwas Neues mit.

Jetzt also Brücken, genauer: historische deutsche Steinbrücken. Warum? „Ich habe schon immer gerne Architektur fotografiert“, sagt der Autodidakt aus Bruchhausen-Vilsen. Windmühlen beispielsweise, die er vor zwei Jahren im Kreismuseum ausgestellt hat. „Vor 25 Jahren waren es Fotos über alte landwirtschaftliche Methoden in Mittel-Niedersachsen plus alte Handwerksberufe“, erinnert sich Museumsleiter Ralf Vogeding. Eberhard Schumann ergänzt: „Von den Bildern hängen hier ja immer noch welche.“ Seit 1982.

Eine Gärtnerlehre hat Eberhard Schumann absolviert, jetzt nennt er sich Fotograf/Künstler. Damit verdient er sein Geld, dafür reist er viel herum. Und manchmal muss er sich auch seine Anglerhose anziehen und ins Wasser waten. Was seine Ehefrau Brigitte in dieser Zeit macht? „Einer muss ihn doch herausziehen, wenn er absäuft“, flachst sie. Im Ernst teilt sie sein Hobby. „Mich fasziniert als Erstes die Optik, die Steine im Wasser. Gerade die Brücken machen für mich Geschichte regelrecht greifbar.“

So wie die Klus-Brücke in der Nähe von Magdeburg. Die wurde schon im Mittelalter erbaut. „Jetzt ist es dort die letzte von ehemals 37“, weiß Eberhard Schumann. Die Flussquerung nahe Wahlitz sei früher ein Teil des Handelsweges von Hamburg nach Kiew gewesen. Man sieht ihr das Alter an. Aber der Fotograf/Künstler sagt: „Ich glaube, ich habe mich ein bisschen in sie verliebt.“ Bilder aus Berlin und Brandenburg werden ab Sonntag zu sehen sein, „aber die schönsten Brücken gibt es eindeutig in Thüringen und Sachsen“.

Auch eine Hachebrücke aus Barrien von 1895 wird unter den 70 Fotografien sein. Eher klein im Verhältnis zur Göltzschtalbrücke im Vogtland. So unterschiedlich groß die Brücken in Natura sind, so verschieden sind auch die Bild-Formate. Zwei Werke werden acht mal 1,20 Meter groß sein, ein weiteres vier mal 1,60 Meter. Andere wiederum 60 mal 40 Zentimeter. Aber: Während die Bauwerke seit Hunderten von Jahren stehen, werden die Fotos nur bis zum 20. Januar im Syker Kreismuseum hängen.

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