Kultur-Empfang in Vegesack Unorthodoxe Ideen erwünscht

Zum zweiten Mal gab es jetzt im Bürgerhaus Vegesack einen Empfang für Kulturschaffende und Politiker. Mit dabei war auch Bremens Bürgermeister und Kultursenator Carsten Sieling.
08.02.2019, 10:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Imke Molkewehrum

Vegesack. Rund 70 Gäste tummelten sich beim zweiten Vegesacker Kultur-Empfang im Bürgerhaus. Die Nordbremer Kulturschaffenden, der Ortsamtsleiter, Bürgerschafts- und Beiratsmitglieder scharten sich mit einem Glas Sekt oder Orangensaft um die Stehtische. Etwas später trafen auch Bürgermeister Carsten Sieling und Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz ein. Johannes Krebs, Solo-Cellist der Bremer Philharmoniker, eröffnete das Nordbremer Netzwerk-Treffen mit dem Preludium einer Suite von Johann Sebastian Bach.

Treffen dieser Art sollten Tradition werden, „um die kulturelle Arbeit zu vernetzen“, empfahl Carsten Sieling in seiner Rede und fügte hinzu: „Wir wollen eine starke Entwicklung des Bremer Nordens.“ Bereits jetzt hätten das Kulturbüro Nord, das Kito, der Kulturbahnhof, das Overbeck-Museum, das Bürgerhaus und die Bibliotheken den Zusammenhalt gesichert und „Potenzial entbunden“.

Durch kulturelle Aktivitäten würden auch Neubürger schnell an die Quartiere gebunden, darunter auch durch Musikschulen oder Bibliotheken. Besonders wertvoll sei daher die Initiative von Ehrenamtlichen, die sich für die Ansiedlung einer Zweigstelle der Stadtbibliothek in Blumenthal stark gemacht haben. Carsten Sieling: „Im Alten Rathaus von Blumenthal soll jetzt wieder auf Leben gesetzt werden. Das ist für den Stadtteil sehr wichtig.“

Als „Gesicht der kulturellen Vernetzung“ bezeichnete der Senator den Geschäftsführer des Kulturbüros Bremen-Nord, Malte Prieser. Besonders bemerkenswert sei aber auch das Engagement von Angela Stocks, die das Stadtteilgeschichtliche Dokumentationszentrum in Blumenthal leitet. Sie werde zwar bald ausscheiden, aber mit Sicherheit mit dem Herzen dabeibleiben, mutmaßte Sieling und überreichte Angela Stocks einen Strauß Tulpen.

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz ergriff das Wort und betonte: „Es gibt kaum einen Stadtteil, in dem ich so oft unterwegs bin wie hier.“ Der Kultur stünden keine rosigen Zeiten bevor, umso wichtiger sei der Austausch zwischen Bremen-Stadt und Bremen-Nord. „Wir haben hier Strukturen, auf die wir aufbauen können“, versicherte die Expertin und betonte: „Wir sind auf jeden angewiesen in diesen schweren Zeiten.“ Auch „unorthodoxe, spontane Pläne“ seien willkommen und „haben mein Herz“, so Emigholz. Wichtig sei der Schulterschluss.

Malte Prieser versicherte, dass die Bremer Kulturinstitutionen immer mehr zusammenwachsen. Schon jetzt träten viele Akteure mit neuen Ideen an ihn heran, auf der Straße, bei Empfängen oder telefonisch. „Das macht Spaß.“ Inzwischen hätten auch viele Bremer aus Schwachhausen, Findorff oder dem Viertel Bremen-Nord für sich entdeckt. „Und das vegane Café im Alten Packhaus hat Großstadt-Style“, so Prieser.

Es gelte jetzt, alte Pfade zu verlassen, Neues auszuprobieren und die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen. Allerdings dürfe dabei das Engagement nicht zulasten der eigenen Gesundheit gehen, so Prieser. Er selbst war erst nachts um zwei Uhr aus dem Kito gekommen, wo Radio Bremen ein Konzert mitgeschnitten hatte.

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