Erste offizielle Fahrt zwischen Leeste und Thedinghausen mit der Dampflock / 2,4 Millionen Euro Kosten Unter Volldampf

Das Rattern der Eisenbahnräder auf den Schienen, das Warnsignal an den Bahnübergängen und die weiße Dampfwolke, die aus der Lok aufsteigt: Das hat man auf der Strecke zwischen Leeste und Thedinghausen das letzte Mal im Jahr 2000 erlebt. Jetzt wurde der Verkehr auf der Strecke wieder aufgenommen. 200 Menschen nahmen an der Jungfernfahrt teil.
21.10.2013, 00:00
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Von Jenifer Wohlers

Das Rattern der Eisenbahnräder auf den Schienen, das Warnsignal an den Bahnübergängen und die weiße Dampfwolke, die aus der Lok aufsteigt: Das hat man auf der Strecke zwischen Leeste und Thedinghausen das letzte Mal im Jahr 2000 erlebt. Jetzt wurde der Verkehr auf der Strecke wieder aufgenommen. 200 Menschen nahmen an der Jungfernfahrt teil.

Mit lautem Pfeifen und mächtig unter Dampf ratterte die Eisenbahn um die Kurve, während gutgelaunte Passagiere aus dem Fenster schauten und den Passanten am Bahnhof zuwinkten. Dann kam die nostalgische Bahn auch schon am sonst so stillen Bahnhof in Thedinghausen zum Stehen. Nicht nur für Eisenbahnfreunde war der vergangene Sonnabend ein besonderer Tag. Nach etlichen Baumaßnahmen, harter Arbeit und großem Engagement und Durchsetzungskraft ist nun die Eisenbahnstrecke zwischen Leeste und Thedinghausen offiziell reaktiviert worden. Über 200 Menschen wollten dieses Ereignis nicht verpassen und fuhren in der Dampflok mit.

Die Bremen-Thedinghauser Eisenbahn, BTE, und der Verein „Kleinbahn Leeste e.V.“ sowie die Gemeinden Thedinghausen, Weyhe und Stuhr hatten sich für den Erhalt der Strecke starkgemacht und konnten nun ihren Erfolg feiern. „Die Strecke wurde grundlegend saniert. Sie ist schon seit einigen Wochen wieder in Betrieb, aber heute ist die offizielle Einweihung“, sagte Gordon Doyen, Vorstandsmitglied der Kleinbahn Leeste. Weichen, Gleise und Bahnübergänge seien erneuert, seit Anfang März rund sieben Kilometer der Mittelschiene komplett umgebaut worden sind. „Das größte Stück wurde von März bis Juli saniert. Insgesamt haben die Bauarbeiten zwei Jahre gedauert, die Arbeiten gingen etappenweise voran“, so Doyen.

Der Umbau ist nicht nur für die Museumseisenbahn von Bedeutung, die jetzt wieder regelmäßig auf der Strecke verkehrt. In erster Linie war die Steigerung des Güterverkehrs Grund für die Reaktivierung. „Die Firma Schröder in Dibbersen will Flüssiggas über die Schienen anliefen lassen. Dafür musste die Strecke schnellstmöglich fertig werden“, sagte Mathias Zimmermann von der Bremen-Thedinghausen-Eisenbahn.

Dass der Zugverkehr generell weiter fließen soll, wurde allerdings schon im Jahr 2000 beschlossen. Damals stand zur Diskussion, die Gleise abzureißen. „Für die Museumseisenbahn ist die Strecke die Existenzgrundlage. Und eine solche Tradition wie die Eisenbahn sollte nicht aufhören“, meinte Gordon Doyen. Insgesamt haben die Sanierungsmaßnahmen rund 2,4 Millionen Euro gekostet. „40 Prozent davon hat das Land Niedersachsen geschultert“, so Zimmermann.

„Der Güterverkehr wird zunächst einmal die Woche fahren. Das wird sich dann stetig steigern.“ Neben dem Güterverkehr wird die Museumseisenbahn zwischen Leeste und Thedinghausen pendeln. Besonders für Kinder ist das ein Erlebnis. Bereits bei der Jungfernfahrt am Sonnabend waren viele Familien mit von der Partie. „In Leeste haben wir keine Dampfmaschine. Diese hier ist aus Harpstedt geliehen. Das ist natürlich nochmal etwas Besonderes und eine Abwechslung zu unserer Eisenbahn“, schilderte Doyen. Das fanden auch die Besucher.

„Für unsere Enkel ist das ein ganz tolles Erlebnis. Aber auch ich finde es sehr interessant, bei so einem Ereignis dabei zu sein“, meinte Karin Badelt bei der Ankunft in Thedinghausen, während ihre Enkel die dampfende Lok beeindruckt inspizierten. Am Bahnhof hatten nicht nur die Kinder Gelegenheit, einen Blick in die Zugmaschine zu werfen und zu entdecken, wie so eine Dampflok funktioniert. „Unsere Eisenbahn sieht dieser sehr ähnlich“, sagte Gordon Doyen.

45 Minuten dauert eine Fahrt mit der Bahn von Leeste nach Thedinghausen. Der sonst so stille Bahnhof wurde jetzt wieder zum Leben erweckt.

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