Aktion von Diakonie-Mitarbeitern Unterschriften gegen dritten Weg

Lilienthal (des). Auch Mitarbeiter der Lilienthaler Diakonischen Behindertenhilfe haben sich gestern an der von der Gewerkschaft ver.di ausgerufenen bundesweiten Aktionswoche zur Beendigung des kirchlichen Arbeitsrechts und Schaffung eines Tarifvertragssystems beteiligt. Nach einer etwa eineinhalbstündigen Versammlung, so teilte Tobias Warjes als Vertrauensmann der ver.di-Betriebsgruppe auf Anfrage mit, kamen einige Dutzend Kolleginnen und Kollegen vor dem Gebäude zusammen und unterstrichen ihre Forderung nach Abschaffung des sogenannten Dritten Weges mit Unterschriften auf einem Wanderbanner. Dieses war über die diakonischen Einrichtungen in Rotenburg gestern nach Lilienthal gekommen und soll während der Aktionswoche weiter gereicht werden.
29.09.2011, 05:00
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Von Siegfried Deismann

Lilienthal (des). Auch Mitarbeiter der Lilienthaler Diakonischen Behindertenhilfe haben sich gestern an der von der Gewerkschaft ver.di ausgerufenen bundesweiten Aktionswoche zur Beendigung des kirchlichen Arbeitsrechts und Schaffung eines Tarifvertragssystems beteiligt. Nach einer etwa eineinhalbstündigen Versammlung, so teilte Tobias Warjes als Vertrauensmann der ver.di-Betriebsgruppe auf Anfrage mit, kamen einige Dutzend Kolleginnen und Kollegen vor dem Gebäude zusammen und unterstrichen ihre Forderung nach Abschaffung des sogenannten Dritten Weges mit Unterschriften auf einem Wanderbanner. Dieses war über die diakonischen Einrichtungen in Rotenburg gestern nach Lilienthal gekommen und soll während der Aktionswoche weiter gereicht werden.

In der evangelischen Kirche und ihren rund 28 000 diakonischen Betrieben gilt im Arbeitsrecht der sogenannte Dritte Weg. Anders als beim Tarifvertragssystem, wie es für die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand kennzeichnend ist, werden hier Arbeitsbedingungen sowie Löhne und Gehälter von einer Arbeitsrechtlichen Kommission ausgehandelt. Diese ist mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern paritätisch besetzt. Kommt das Gremium zu keiner Einigung, entscheidet eine Schiedskommission. Ihr Spruch ist verbindlich. Beim "Dritten Weg" sind Streiks und Aussperrungen verboten. Rechtliche Grundlage ist das im Grundgesetz verankerte kirchliche Selbstbestimmungsrecht. Der "Dritte Weg" führte in den vergangenen Jahren zu heftigen Debatten. Die Gewerkschaft ver.di und der Marburger Bund erkennen das Streikverbot in kirchlichen Einrichtungen nicht an. Nach zwei für die Gewerkschaft positiven Urteilen legte die Diakonie Revision beim Bundesarbeitsgericht ein.

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