Stipendiat aus Serbien macht mit Herbert Behrens Erfahrungen an der Partei-Basis Urlaub von Berlin

Osterholz-Scharmbeck gefällt Nemanja Djokovic aus Serbien gut. Alles sei sauber und geregelt, sagt der 24-Jährige. Djokovic ist ein internationaler Parlaments-Stipendiat und als solcher eine Woche lang Gast des Linken-Ratsherren und Bundestagsabgeordneten Herbert Behrens.
18.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Friebel

Osterholz-Scharmbeck gefällt Nemanja Djokovic aus Serbien gut. Alles sei sauber und geregelt, sagt der 24-Jährige. Djokovic ist ein internationaler Parlaments-Stipendiat und als solcher eine Woche lang Gast des Linken-Ratsherren und Bundestagsabgeordneten Herbert Behrens.

Der Deutsche Bundestag vergibt gemeinsam mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität und der Technischen Universität Berlin jedes Jahr 120 Internationale Parlaments-Stipendien (IPS) an Hochschulabsolventen aus insgesamt 31 Ländern. In diesem Jahr nimmt unter anderem Nemanja Djokovic aus Serbien teil. Derzeit ist er gemeinsam mit Herbert Behrens vom Kreisverband der Linken und Mitglied des Deutschen Bundestages eine Woche lang zu Gast in Osterholz-Scharmbeck. „Es geht mir darum, möglichst viel mit jungen Leuten zu machen“, sagt Behrens. „Deswegen betreue ich Nemanja im Rahmen des IPS. In Berlin ist er Teil meines Büroteams.“

Das Stipendium beinhaltet einen fünfmonatigen Aufenthalt in Deutschland. Die Teilnehmer leben die meiste Zeit in Berlin, besuchen jedoch auch die Wahlkreise, um die Arbeit der parlamentarischen Abgeordneten kennenzulernen. „Nemanja interessiert sich vor allem für digitale und Verkehrspolitik“, sagt Behrens. „Das sind die Bereiche, für die ich in Berlin zuständig bin.“ Er freue sich besonders, einen Stipendiaten aus Serbien zu haben, betont der Abgeordnete. „Das Bombardement Serbiens vor 15 Jahren war eine fatale Entscheidung. Deswegen ist der Austausch für mich ein Beitrag zur Völkerverständigung.“ Ein weiteres Ziel des Stipendiums sei es, dass die jungen Menschen die Möglichkeit haben, die deutsche Demokratie hautnah zu erleben. „So können sie ihre Erfahrungen in ihre Heimatländer weiterleiten.“

Politische Bildung gehört dazu

In der Kreisstadt soll Nemanja Djokovic in erster Linie einen Einblick in die Politik vor Ort erhalten. „Hier sehe ich die Probleme der Menschen und kann lernen, wie man damit umgeht“, so der 24-Jährige. „Das ist bei der Arbeit in Berlin nicht der Fall.“ Das Stipendium beinhaltet neben dem Hauptteil – der Arbeit im Abgeordnetenbüro – auch politische Bildung.

„Ich habe bereits die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung besucht“, sagt Djokovic, der ein Germanistik-Studium mit dem Schwerpunkt kulturpolitische Geschichte Deutschlands abschließt. „Außerdem haben wir die Möglichkeit, Uni-Vorlesungen zu besuchen.“ Dafür sei er bei der Humboldt-Universität eingeschrieben. Zusätzlich gebe es spezielle Veranstaltungen für Stipendiaten.

„Besonders wichtig für Bosnien, Serbien und Kroatien ist die Zusammenarbeit mit den Botschaften hinsichtlich der Flutkatastrophe im Balkan“, so Djokovic. „Ich habe bereits erfolgreich versucht, die Aufmerksamkeit der Präsidenten des Bundestages zu erlangen und Spenden gesammelt.“

Bei seinem Besuch in der Kreisstadt begleite er Herbert Behrens bei Terminen, um einen Einblick in dessen Arbeit und den Alltag zu erhalten. So nehmen die beiden unter anderem an einer Infoveranstaltung verschiedener Bürgerinitiativen teil, die sich gegen Fracking in Norddeutschland vernetzen wollen. „Osterholz-Scharmbeck gefällt mir sehr gut“, sagt Djokovic. „Hier habe ich Ruhe gefunden.“ Der Unterschied zu Berlin sei extrem. „Man sieht viel mehr vom Alltag der Menschen“, so der Student weiter. „Ich mag kleine Städte mit einer Kirche im Zentrum. Alles ist sauber, geregelt und es gibt sehr viel Natur.“

Die Kreisstadt sei wie ein Urlaub von Berlin für ihn. „Am ersten Tag haben wir direkt eine große Fahrradtour gemacht“, fügt Behrens hinzu. „Schließlich wollte ich Nemanja unbedingt die Hammeniederung und das Teufelsmoor zeigen.“ Wenn alles klappt, möchte Nemanja Djokovic zu einem späteren Zeitpunkt für eine weitere Woche in die Kreisstadt kommen.

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