Förster und Hobbyimker Bernd Wiedenroth entdeckte gestern die böse Bescherung Vandalen zerstören Bienenstöcke in Meyenburg

Meyenburg. "Der Tag fängt ja gut an", sagt Bernd Wiedenroth. Nur mit Sarkasmus kann der Heidhof-Revierförster aus Brundorf das Bild der Zerstörung ertragen, das sich ihm bietet. An einem Bienenstand in einem Wäldchen nahe der Meyenburger Wassermühle haben sich Vandalen ausgetobt. 15 Bienenkästen liegen wild durcheinander gepurzelt am Boden.
24.06.2011, 05:00
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Von Christian Kosak und Gabriela Keller

Meyenburg. "Der Tag fängt ja gut an", sagt Bernd Wiedenroth. Nur mit Sarkasmus kann der Heidhof-Revierförster aus Brundorf das Bild der Zerstörung ertragen, das sich ihm bietet. An einem Bienenstand in einem Wäldchen nahe der Meyenburger Wassermühle haben sich Vandalen ausgetobt. 15 Bienenkästen liegen wild durcheinander gepurzelt am Boden.

Wiedenroth war gestern Morgen gegen 8.30 Uhr auf einem seinen üblichen Kontrollgänge am Bienenstand, die er alle zehn bis 14 Tage unternimmt, als er die Bescherung entdeckte. Unbekannte Täter hatten die übereinander gestapelten Styroporkästen von ihrem Podest geschubst. Durch den Aufprall sind Kästen eingerissen. Acht sind besonders stark demoliert. Wiedenroth geht es weniger um den Materialschaden. Der lässt sich reparieren. Was den Förster besonders ärgert und traurig macht: Die Bienen haben durch die mutwillige Zerstörung Schaden genommen.

"Drei Völker sind völlig zerstört. Bei den übrigen ist die Hälfte kaputt." Bienen, die nicht davongeflogen sind, haben Regen und Kälte in den aufgerissenen Kästen den Garaus gemacht. "Bienen kühlen durch Wasser aus und sterben dann", sagt Wiedenroth. "Auch die Brut ist kaputt." Ob die nicht zerstörten Völker wenigstens ihre Königin behalten haben, muss der Förster und Hobbyimker erst noch prüfen.

Bis sich ein Volk mit 70000 bis 80000 Bienen wieder zusammenfindet, das dauert. "Die brauchen bis zum August, um sich zu regenerieren." Das Honig-Jahr ist für die Bienen gelaufen, denn: "Ab August beginnt für die Bienen schon der Winter." Futsch ist auch der Honig, der sich bis zur Schandtat im Bienenstand angesammelt hatte. "Den haben sich wohl andere Bienen den aus den kaputten Stöcken geholt", vermutet Wiedenroth.

Er hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, die Polizei ermittelt. Den Schaden schätzt der Förster und Hobbyimker auf rund 2000 Euro. Er alarmierte gestern sofort Heiko Müss. Der Vorsitzende des Imkervereins Blumenthal, für den Wiedenroth den Bienenstand betreut, eilte umgehend zum Tatort und dokumentierte den Schaden mit der Kamera. Wiedenroth begann gleich gestern mit dem Wiederaufbau am Bienenstand, der sich seit rund 20 Jahren im Wäldchen in der Nähe der Wassermühle befindet. Bienenkästen, die den Angriff einigermaßen unbeschadet überstanden haben, stehen erstmal wieder. Die anderen werden repariert. Erst im Frühjahr hatte Wiedenroth sie zusammen mit seinen beiden Söhnen erneuert. Damals waren die Bienenstöcke schon einmal Opfer von Zerstörungswut geworden. Jugendliche hatten sie mit Steinen beworfen. Die Vandalen wurden damals vom Besitzer des versteckt und uneinsehbar gelegenen Grundstückes in dem Wäldchen ertappt.

Wiedenroth kümmert sich in Meyenburg und in seinem Heidhof-Revier noch um weitere Bienenstände. Ärger wie den im Wäldchen an der Meyenburger Wassermühle hat er dort nicht. "In 26 Jahren ist da noch nie etwas passiert", sagt der Förster. Den Vandalen will er trotzen. Der Bienenstand im Wäldchen bleibt.

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