Thedinghausen Vandalismus-Schäden nehmen zu

Thedinghausen. Zerstörte Bushaltestellen, beschmierte Schulgebäude, Glasscherben - vielerorts sind die Zeichen blinder Zerstörungswut erkennbar. Der Vandalismus in der Samtgemeinde Thedinghausen hat zugenommen, meint Bürgermeister Gerd Schröder.
14.07.2010, 05:54
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Klay

Thedinghausen. Zerstörte Bushaltestellen, beschmierte Schulgebäude, Glasscherben auf Spielplätzen und Radwegen - vielerorts sind die Zeichen blinder Zerstörungswut erkennbar. Der Vandalismus in der Samtgemeinde Thedinghausen hat in den letzten Wochen überhand genommen, meint Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder.

Besonders kurz vor dem Start in die Sommerferien habe es fast jeden Tag neue Schäden gegeben. Was in den letzten Wochen alles vorgefallen ist, da kann Gerd Schröder so einiges aufzählen: Auf dem Bauhof ist das Salzsilo besprüht worden, ebenso einige Mauern auf dem Gelände. An einer Schule haben Unbekannte ein Fenster eingeschlagen. Außerdem wurden viele Schulgebäude mit Graffitis beschmiert. Bushaltestellen waren ebenso oft das Ziel von Vandalismus: In allen vier Gemeinden sollen Sprayer gleich mehrere Wartehäuschen verunstaltet haben. Schröder berichtet auch davon, dass etliche Glasscheiben in den Häuschen zu Bruch gegangen sind: 'Mindestens ein halbes Dutzend Scheiben sind kaputt.'

Dass hin und wieder etwas passiert, sei zu verkraften, meint Schröder - schließlich sei jeder einmal jung gewesen und habe einmal über die Stränge geschlagen. Er habe Verständnis dafür, wenn sich junge Leute Plätze suchen, an denen sie abends zusammensitzen können. 'Aber Saufgelage, bei denen Flaschen kaputt geworfen werden und ein Spielplatz am nächsten Morgen den Eindruck eines Schlachtfeldes erweckt - das muss nicht sein', betont der Samtgemeindebürgermeister.

Was in letzter Zeit passiert, habe eine ganz andere Qualität angenommen, als die Bubenstreiche früherer Jahre: 'Ich habe den Eindruck, öffentliche Einrichtungen werden nicht mehr geachtet', erzählt der Thedinghauser Rathauschef, 'es gibt keinen Respekt mehr vor Allgemeingut.' Das betreffe längst nicht nur die jungen Leute: 'Jugendliche und Erwachsene gehen in manchen Bereichen zu weit', sagt Schröder, hinter der eigenen Grundstücksgrenze höre das umsichtige Handeln auf.

Dabei hat der Samtgemeindebürgermeister auch immer einen Blick auf die Kosten, die der Vandalismus verursacht. Eine kaputte Scheibe koste gleich mehrere hundert Euro. Und auch das Beseitigen eines Graffitis sei nicht billig. 'Das sind alles Steuergelder, die herhalten müssen, um Schäden zu beseitigen' , bedauert Gerd Schröder. Er beziffert die Schadenssumme auf mehrere tausend Euro im Jahr.

Werden die Täter ertappt oder später von der Polizei ermittelt, werden sie auch zur Kasse gebeten. Gerade im Schulbereich sind es laut Schröder viele, die erwischt werden. 'Da werden dann die Eltern zur Kasse gebeten', sagt er.

Gleichzeitig würden sich die Täter auch immer wieder selbst verraten - vor allem Graffitischmierer würden sich regelmäßig bei ihren illegalen Aktionen fotografieren oder filmen und ihre 'Trophäen' auf Szeneseiten im Internet zur Schau stellen. Gerd Schröder und seine Mitarbeiter aus dem Thedinghauser Rathaus haben schon einige dieser Bilder im Netz gefunden - und sie der Polizei für ihre Ermittlungsarbeiten zukommen lassen.

Aber längst nicht alle Vandalen verraten sich selbst oder werden auf frischer Tat ertappt. Um vielleicht doch den einen oder anderen möglichen Zeugen einer solchen Tat zu einer Aussage zu bewegen, hat die Samtgemeinde Thedinghausen eine Belohnung ausgesetzt: 500 Euro sollen Zeugen gezahlt werden, die sachdienliche Hinweise zu den Tätern geben können.

Tipps aus der Bevölkerung habe es zu den Vorfällen der vergangenen Wochen tatsächlich schon einige gegeben. Gerd Schröder spricht von 'sehr, sehr sachdienlichen Hinweisen', denen die Beamten der Polizei derzeit nachgehen würden. Und diese Zeugen hätten sogar darum gebeten, keine Belohnung zu bekommen.

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