Vera Mountney veröffentlicht Erzählung über Erlebnisse in Afrika

Verdener Autorin träumt in neuem Roman von Nigeria

Verden.Es ist zehn Jahre her, dass die Verdener Autorin Vera Mountney für ein Jahr in Nigeria war.
21.01.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Verdener Autorin träumt in neuem Roman von Nigeria
Von Anna Zacharias
Verdener Autorin träumt in neuem Roman von Nigeria

Präsentiert ihr erstes Buch: Die Autorin Vera Mountney hat ihre Erfahrungen aus einem Aufenthalt in Nigeria aufgeschrieben. Besonders die Frauen in diesem Land haben ihr imponiert.

FOCKE STRANGMANN

Es ist zehn Jahre her, dass die Verdener Autorin Vera Mountney für ein Jahr in Nigeria war.

Jetzt ist ihr Buch „Wenn Fledermäuse fliegen, träume ich von Nigeria“ erschienen. Grundlage waren 500 getippte Tagebuchseiten, die sie unter anderem mit der Hilfe ihrer Lektorin Cornelia Reichert aus Bremen zu einer Erzählung über das Leben in dem afrikanischen Land umarbeitete.

Die 53-jährige Autorin hat angewandte Sprachwissenschaften und Psychologie in Mainz studiert, arbeitet heute in der Stadt Verden als Systemischer Coach und berät Menschen bei beruflichen und privaten Problemen. Schon an der Universität packte sie die Lust am Schreiben, und sie veröffentlichte ihre ersten Gedichte.

Jetzt beschreibt sie die Erfahrungen einer deutschen Lehrerin in Nigeria, einem Land, in dem „ein Frauenleben nicht viel zählt“, wie die Autorin sagt. Und auch hier taucht ihre Lyrik vereinzelt wieder auf und leitet über in die einzelnen Kapitel des Buches.

„Ich wollte mich dabei auf außergewöhnliche Frauen in Ibadan konzentrieren. Und die beschriebenen Typen hat es tatsächlich gegeben“, sagt sie. Noch heute habe sie Kontakt zu den Frauen, mit denen sie damals Freundschaften schloss. Dabei gehe es darum, welche Wege Frauen machen, die wie sie und andere das Land bereisten.

„Ich verstehe das auch als interkulturellen Beitrag. Denn man ist nie vorbereitet, wenn man in eine andere Kultur umzieht“, sagt sie. Von den Frauen in Nigeria, die im Alltag mit Armut, Angst und Gewalt konfrontiert werden, sei sie als weiße Europäerin als eine von ihnen willkommen geheißen worden.

Seit zehn Jahren hat die Autorin, die seit 1994 in Verden lebt, Nigeria nicht mehr betreten. „Ich würde sofort wieder hingehen. Aber nach Nigeria reist man eben nicht einfach so“, sagt Mountney. Mit ihren Freundinnen aus dem afrikanischen Land trifft sie sich trotzdem, aber dann unter anderem in London. Denn, meint sie, als Nigerianerin bekommt man nicht einfach so ein Reisevisum nach Deutschland.

Auch wenn Reichert die Erfahrungen im Ausland nicht missen möchte, hat sie dort auch schwierige Zeiten erlebt. Wie sich Menschen fühlen, die allein in eine fremde Kultur reisen und dort kein soziales Netz haben, kann sie seitdem gut verstehen.

„Mit meinem Buch möchte ich auch für Toleranz werben. Und es ist ein Plädoyer an alle, diese Erfahrung im Ausland zu machen, denn es verändert einen“, sagt sie. Eine solche Erfahrung verändere auch die Sicht auf hier lebende Ausländer . „Nach einer Weile tut es sehr gut, die eigene Sprache zu hören und zu sprechen“, erinnert sich Mountney.

Ihre Erzählung ist keine Landeskunde und auch kein Reisebericht, sagt die Verdener Autorin. Es gehe um einen subjektiven Eindruck von dem Land, über das die hiesige Bevölkerung zum Teil nur wenig wisse. „Es soll anregen und entführen, das Auge in eine andere Richtung lenken und Lust machen auf die Auseinandersetzung“, beschreibt sie ihr Werk. Ob ihr Buch autobiografisch ist? Auf diese Frage lächelt Mountney nur geheimnisvoll – und schweigt.

Das Buch „Wenn Fledermäuse fliegen, träume ich von Nigeria“ von Vera Mountney, 244 Seiten, ist im Verlag Kern erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich. ISBN: 9783957160-072

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