Wetter: Nebel, 11 bis 16 °C
Geschäftsbericht
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

2000 Würstchen pro Minute

Marie Lührs 21.05.2019 0 Kommentare

Hans Pillibeit fräst aus Metallzylindern die sogenannten Förderkurven. In den fertigen Geräten transportieren zwei ineinander gelassene Förderkurven beispielsweise Fleisch.
Hans Pillibeit fräst aus Metallzylindern die sogenannten Förderkurven. In den fertigen Geräten transportieren zwei ineinander gelassene Förderkurven beispielsweise Fleisch. (Jonas Kako)

Verden. Auf eine 75-jährige Geschichte kann Vemag in diesem Jahr zurückblicken. In dieser Zeit wurde aus dem kleinen Verdener Unternehmen der Nachkriegszeit ein international agierender Betrieb. Doch zweierlei ist gleich geblieben, sagt Thomas Neher, einer der Geschäftsführer: das familiäre Arbeitsklima und der Standort in Allernähe.

An der Weserstraße stellt Vemag Maschinensysteme für die Nahrungsmittelindustrie und das -handwerk her. Im Supermarkt finden sich allerlei Produkte, die mit Maschinen des Verdener Betriebs verarbeitet wurden. Fleisch- und Teigwaren werden damit beispielsweise zerkleinert, portioniert, abgefüllt und in Form gebracht. „Vemag ist in der Fleischindustrie so bekannt wie VW“, zieht Neher den Vergleich zur Automarke.

In seiner Anfangszeit war das Unternehmen noch ein wenig breiter aufgestellt. Unter anderem wurden Kirchturmuhren und Honigschleudern produziert. Den Fokus auf die Verarbeitung von Fleischwaren brachte die Entwicklung von Maschinen mit einer speziellen Vakuumfülltechnologie, erzählt Neher. Als weiteren Meilenstein nennt der Geschäftsführer die Förderkurventechnologie, die bis heute Alleinstellungsmerkmal der Firma sei. Eine Füllmaschine schaffe bis zu 2000 Würstchen pro Minute – eine bis anderthalb Tonnen kämen so binnen einer Stunde zusammen, verbildlicht Neher den Einsatz in der Praxis

Weltweit kommen die Maschinen, die in Verden gefertigt werden, zum Einsatz. In über 80 Ländern, darunter Amerika, Brasilien, England, Türkei, Russland, China, und Neuseeland, ist die Firma inzwischen mit Verkaufspartnern vertreten. Über 85 Prozent der Waren werden exportiert, alle werden an der Aller hergestellt.

Weit vorne mit dabei war die Firma, als die industrielle Abfüllung von Hackfleisch aufkam. Als es darum ging, das Hackfleisch zu Hamburgern zu formen, war das Unternehmen sogar Vorreiter, blickt der Geschäftsführer in die Firmenhistorie. Ein Bild, das zum Firmenjubiläum wieder zu Tage befördert wurde, zeigt Queen Mum, die Mutter der heutigen Königin Großbritanniens, die bei einer Messe in London an einem Stand der Firma Halt macht. Die Agrarleistungsschau gibt es inzwischen nicht mehr. Dafür ist Vemag heute bei anderen Events der Branche vertreten – vor drei Wochen beispielsweise auf der IFFA, der Internationale Leitmesse der Fleischwirtschaft in Frankfurt. Dort gehörte das Verdener Unternehmen zu den fünf größten Ausstellern.

Entlang der Weserstraße gibt es inzwischen gleich mehrere Gebäude mit dem Vemag-Schriftzug. Neben dem alten Fabrikgebäude finden sich allerlei neue Bauten, in denen unter anderem Büros, Fabrik, Lager, Schauanlagen und ein Fortbildungszentrum untergebracht sind. Dort werden Partner aus der ganzen Welt geschult, um die Produkte im Ausland anbieten und warten zu können. Inzwischen macht die Kernkompetenz, die Produktion von Vakuumfüllmaschinen, einen Anteil von knapp unter 40 Prozent aus.

Das Unternehmen sei mit den Bedürfnissen seiner Kunden gewachsen, erklärt Neher. Dennoch zähle es weiterhin zum Mittelstand. Rund 630 Männer und Frauen arbeiten bei Vemag. Knapp über 60 absolvieren bei dem Unternehmen aktuell ihre Ausbildung. Allein die Geschäftsführung besteht aus sieben Mann. Jeder von ihnen hat seinen Fachbereich. So soll der Unternehmensgröße zum Trotz eine flache Hierarchie herrschen. „Wir haben immer noch ein familiäres Betriebsklima“, findet Neher. Das zeige sich nicht zuletzt im „betrieblichen Du“. Neben Mechanik, Elektrik, Elektronik, Softwareentwicklung und Verkauf gibt es noch allerlei andere Fachbereiche in dem Unternehmen.

48 Prozent der Einzelteile sind aus eigener Produktion. Während Elektromotoren und Trichter beispielsweise zugekauft werden, werden in der eigenen Fabrik unter anderem Förderkurven aus Metallzylindern gefräst. Die schraubenartigen Gebilde sind in der fertigen Anlage dafür zuständig, Teig oder Fleisch weiter zu transportieren.

Und noch eine Prozentzahl nennt Neher gerne: Um 40 bis 45 Prozent sei das Unternehmen seit 2011 gewachsen. 180 neue Stellen entstanden allein binnen der vergangenen zwei Jahre. „Das ist zum Teil natürlich auch Ausdruck unseres Erfolgs“, urteilt der Geschäftsführer. Doch auch die Konjunktur spielte dem Unternehmen dabei in die Karten.


Mein Verden
Ihr Portal für Verden

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für die Stadt und den Landkreis Verden. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrer Region.

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 16 °C / 11 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Nebel.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 30 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltungen in Verden
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
Deichgraffe am 23.10.2019 13:15
Mal daran gedacht, dass die Anzahl der Besucher, die mit dem Auto kommen, nicht dieselbe ist wie beim Bau der Stadthalle?
Die ist übrigens ...
bremenkenner am 23.10.2019 13:14
Jetzt fällt dem Senat sein eigenes Versagen quasi vor die Füße und keiner weiß wie man den Schutthaufen beseitigen kann.