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Aufgetischt (Teil 17)
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Griechischer Wein an der Brücke in Uesen

GISELA ENDERS 07.11.2015 0 Kommentare

Serie Aufgetischt:
Im Restaurant „Kreta“ an der Ueser Brücke in Achim servieren Vasilis Koutsikos (l.) und Panafiota Papageorgiou frische Spezialitäten. (Focke Strangmann)

Erst einmal Erfahrung in Deutschland sammeln und dann ein eigenes Restaurant führen. Das war das Ziel, das sich Christos Papageorgiuu und seine Frau Anastasia Ende des vergangenen Jahrhunderts gesetzt haben. Fest entschlossen, diesen Vorsatz umzusetzen, verließ das Paar 1994 seine griechische Heimat und wagte den Sprung ins Ungewisse. Fünf Jahren harter Arbeit als Köche in einem Bremer Restaurant folgte der lange geplante zweite Schritt: die Übernahme des „Kreta“ an der Uesener Brücke zwischen Achim und Thedinghausen. Das große Gebäude, das neben den Gasträumen auch über ausreichend Wohnraum verfügt, bot nun auch den drei Kindern des Paares ein Zuhause.

„Bevor das Lokal im April 1999 seine Pforten wieder öffnen konnte, standen umfangreiche Renovierungsarbeiten an“, berichtete Panajiota, jüngste Tochter der Gastronomen. „Uns Geschwistern war klar, dass wir nur gemeinsam zum Erfolg kommen würden, alle haben daher angepackt und ohne fremdes Zutun grundlegend renoviert.“ Erstaunlicherweise hätten die Gäste, die jeweils zur Hälfte aus Achim und von der anderen Seite der Weser kommen, wirklich schnell Gefallen an den frisch zubereiteten Speisen gefunden, eine beschwerliche Anlaufzeit habe es zum Glück nicht gegeben.

Sohn der Familie starb im Februar 2015

Während Vater und Mutter den Job in der Küche mit zwei Hilfskräften stemmten, kümmerten sich Sohn Dimitri, damals erst 19 Jahre alt, und seine beiden Schwestern um die Bewirtung der vielen Menschen, die fast Abend für Abend für ein wohl gefülltes Haus sorgten. „Krank sein durften wir nicht, auch heute ist das nicht anders“, sagt Panajiota Papageorgiuu und schmunzelt dabei. „Hand in Hand schaffen wir das aber.“

Im Februar des Jahres 2013 traf ein schwerer Schicksalsschlag die Familie. Sohn Dimitri, damals 32 und zum Geschäftsführer avanciert, verstarb nach kurzer Krankheit an einer Lungenentzündung. „Wir haben den Boden unter den Füßen verloren, lange gebraucht, um zur Tagesordnung zurückzufinden“, erinnert sich Vasilios Koutsikos, Ehemann der jüngsten Tochter.

Nach einer längeren Pause gelang der Familie jedoch der Wiederanfang, und Koutsikos übernahm fortan die Leitung des Betriebes an der Weser. „Trost gegeben haben uns Gespräche mit unseren Gästen, die sofort wieder zur Stelle waren und gemeinsam mit uns die Erinnerung an Dimitri aufrecht erhalten haben.“ Praktische Hilfe leistete indes die inzwischen in Griechenland lebende Schwester Susanne. Zu Stresszeiten, insbesondere zu Ostern und an Weihnachten, kehrt sie zurück. Auch während der Sommerferien unterstützt sie die Familie, die seit einigen Jahren für die Bar einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt hat.

Vorbeifließende Weser bringen Entspannung

Landestypische Spezialitäten, griechischer Wein, die freundliche Betreuung und nicht zuletzt ein Blick auf die vorbeifließende Weser entspannen die Gäste, die sich während der Woche ab 17.30 Uhr in der Achimer Landstraße einfinden. Eine umfangreiche Karte enthält all die Gerichte, die man im Urlaub an der Ägäis kennen- und schätzen gelernt hat. Bei den Vorspeisen überzeugen neben verschiedenen frischen Salaten Schafskäse in mehreren Variationen (sechs bis 8,80 Euro) sowie gegrillte Peperoni, die für fünf Euro auf den Tisch kommen und mit viel Knoblauch serviert werden. Der Renner schlechthin ist jedoch das aromatische Zaziki (3,80 Euro), zu dem frisches Fladenbrot gereicht wird.

Auch knusprig gegrilltes Gyros mit Pommes frites und Krautsalat harmoniert hervorragend mit der leckeren Joghurt-Creme. Zu haben ist das Traditionsgericht für 11,80 Euro. Ich bestelle mir eine halbe Portion, denn natürlich soll noch ein Hauptgericht dem ersten Gang folgen. Meine Wahl fällt auf eine Pfanne mit der Nummer 51a – Souflaki mit Metaxasauce. Dazu gibt es Bratkartoffeln und einen gemischten Salat zum Preis von 14,80 Euro. Ich erinnere mich bei meiner Bestellung an die Empfehlung von Freunden und wage mich an die große Portion.

Lecker, die zarten Schweinespießchen sind mit Feta überbacken und sehr aromatisch. Der frische und kühle Weißwein, dem zur Begrüßung schon der obligatorische Ouzo voranging, harmoniert mit dem Gericht und wird für 4,50 bis fünf Euro pro Viertelliter ausgeschenkt. Für Rotwein gelten die gleichen Preise. Auch ein Bier 0,3 oder 0,4 l zum Preis von 2,50 beziehungsweise 2,90 Euro hätte gepasst.

Um mit Panajiota und ihrem Mann noch ein wenig plaudern zu können, bin ich pünktlich um 17.30 Uhr in das Restaurant gekommen. Nach und nach füllt es sich, eine dreiviertel Stunde später ist wegen der schnell wachsenden Gästeschar kein Gespräch mehr möglich. Abschließend hätte ich den Wirtsleuten gern ein einfaches Rezept entlockt, das an dieser Stelle veröffentlicht werden sollte. „Keine Chance“ lässt sich Mutter Anastasia aus der Küche vernehmen, „unsere Rezepte sind ein streng gehütetes Geheimnis“. Auch „so ähnlich“ gehe nicht, weil dann möglicherweise der typische Geschmack verfälscht wird.

Immer am Dienstag hat das Restaurant seinen Ruhetag und nur sonnabends und sonntags ist es auch am Mittag geöffnet – jeweils zwischen zwölf und 14.30 Uhr. Restaurant Kreta, Achimer Landstraße 32, Telefon: 0 42 04 / 71 80.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...