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Langwedel auf der Suche nach einer angemessenen Entsorgungsmöglichkeit für Lagerstättenwasser
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Kein Platz für Abfallstoffe

Ina Friebel 17.10.2015 0 Kommentare

RWE DEA Erdgasbohrung in Völkersen
Die Bohrstelle Völkersen II des Energiekonsortiums RWE DEA in Langwedel-Völkersen mit Bohrturm. (FOCKE STRANGMANN)

Die Entscheidung über das Fracking-Gesetz steht nach wie vor aus. Deshalb herrscht auch in Völkersen derzeit Stillstand, was Fracking anbelangt. Ein weiteres Thema, das den Bürgerinitiativen in der Region sauer aufstößt, ist das Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasförderung als Abfallprodukt anfällt und mit Benzol, Schwermetallen und Salz belastet ist. „Wo bleiben wir damit?“, fragt sich auch der Langwedeler Bürgermeister Andreas Brandt. „Das Lagerstättenwasser wird momentan in die Erde verpresst.“

Allerdings nicht zurück in 5000 Meter Tiefe, wo es hergekommen ist, sondern in Schichten aus Kalkarenit in 1000 Meter Tiefe. „Damit ist es wesentlich näher am Grundwasser“, gibt Brandt zu bedenken. „Im Rahmen der Gesetzesentwicklung wird deshalb darauf gedrängt, dass nach einer anderen Entsorgungsmöglichkeit gesucht wird.“ Ein Vorschlag dafür sei, das Wasser dorthin zurückzupumpen, wo es hergekommen sei. Dafür sei in Völkersen eine Stelle beantragt worden. Parallel warte man auf das Frackinggesetz, das im Juni von der Tagesordnung genommen wurde. Als weitere Alternative führt der Bürgermeister auf, dass das Lagerstättenwasser geklärt werden könne. Allerdings: „Jede Bohrung hat eine andere Zusammensetzung.“ Gemeinsam mit anderen Politikern habe er bereits einen Bremer Betrieb besucht, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Das Ergebnis des Besuches: „Man kann alles klären. Aber wohin mit den Reststoffen?“ Bereits 2004 hatte die Deutsche Erdöl AG (DEA) ein entsprechendes Projekt bei der Technischen Universität Clausthal in Auftrag gegeben. Vergangenen Monat war Brandt mit Vertretern der Bürgerinitiative, Politikern aus der Gemeinde und der Bundestagsabgeordneten Christina Jantz (SPD) vor Ort, um sich die Ergebnisse erläutern zu lassen. „Die Wissenschaftler sind zu dem Ergebnis gekommen, dass man das Wasser in die einzelnen Bestandteile zerlegen kann“, erklärt Brandt. Konkret ist die Studie zu folgenden Ergebnissen gekommen: Die Aufbereitung von Lagerstättenwässern mit Schwermetallen, Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), Aromatischen Kohlenwasserstoffen (BTX) und Salzen ist möglich; Lagerstättenwässer können nicht mit einem einzelnen Verfahren auf Einleitwerte gereinigt werden; die Aufbereitung erfordert zum Teil viel Energieeinsatz und bei der Aufbereitung von salzhaltigen Wässern bleiben erhebliche Mengen an wässrigem Salzkonzentrat oder festem Salz zur Ablagerung in der Untertagedeponie. Es sei allerdings wichtig zu wissen, wo die herausgefilterten Stoffe letztendlich hinkommen. „Da hört die Studie jedoch auf“, bedauert Brandt. Hier müsse noch einmal neu angesetzt werden.

„Die DEA hat durchgerechnet, dass in Völkersen 8000 Tonnen Salz anfallen würden“, sagt Brandt. In Niedersachsen gebe es jedoch keine Untertagedeponie für Salze. Derzeit seien Verpressbohrungen nach wie vor an der Tagesordnung. „Ohne Verpressen würde die Erdölbohrung nicht funktionieren, weil sie für den entsprechenden Druck sorgt“, erläutert Brandt. Der Gesetzesentwurf besage, dass das Wasser in ausgeförderte Lagerstätten verpresst werden solle. Allerdings müsse es vorher aufbereitet werden. „Dieses Verfahren wurde bisher noch nicht angewandt. In Völkersen wäre es das erste Mal“, berichtet der Bürgermeister weiter. Dabei wäre es laut Brandt kein Problem, Blei und Quecksilber weiterzuverarbeiten. „Das Problem ist, ein geeignetes Endlager für das Salz zu finden“, sagt Brandt. „Das Fracking-Gesetz sollte detailliert ausgeführt werden.“

Ziel sei eine obertägige Klärung des Lagerstättenwassers. „Wichtig ist, was jetzt auf Bundesebene geschieht“, meint der Bürgermeister. „Ansonsten wird der Antrag zur Verpressung nach dem derzeitigen Stand der Technik geprüft.“ Und dabei könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Verpressstelle in Völkersen über kurz oder lang aktiviert wird.

„Gefrackt wird in Völkersen schon seit 2011 nicht mehr“, klärt der Bürgermeister auf. „Das Erdgas kommt bei uns – im Gegensatz zum Schiefergas – auch so an die Oberfläche.“ Deshalb gebe es derzeit in Völkersen keine Probleme mit dem Grundwasser.


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Leserkommentare
suziwolf am 18.10.2019 17:40
@Posaune ...

Es kann aber [doch] sein,
dass aus „Luftschlössern“
... „Lustschlösser“ werden.

Im Sinne von ...
suziwolf am 18.10.2019 17:36
@s+j ...

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