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Für Wilhelm Hogrefe (CDU) gehört das Bundesverdienstkreuz auch zum großen Teil seiner Frau Renate
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Landwirt, Lehrer, Landtagsabgeordneter

Jörn Dirk Zweibrock 24.12.2016 0 Kommentare

Wilhelm Hogrefe bekommt Verdienstkreuz
Neben jedem starken Mann steht eine starke Frau: Wilhelm Hogrefe und seine Renate bei der Verleihung. (Björn Hake)

Und nun wurde der überzeugte Europäer mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Kurzum: mit dem Bundesverdienstkreuz. Verdens Landrat Peter Bohlmann (SPD) hat dem 67-Jährigen Donnerstagabend im Kreistagssaal das Ordenszeichen samt Verleihungsurkunde überreicht. „Bundespräsident Joachim Gauck hat Dir für Dein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement und Deinen Einsatz im Bereich der Kommunalpolitik das Bundesverdienstkreuz verliehen“, würdigte Bohlmann Hogrefes großen Einsatz für den Landkreis Verden. Der Geehrte entgegnete keck: „Obwohl wir uns früher öfter wegen der Schulpolitik in den Haaren gelegen haben, sind wir dann doch noch Freunde geworden“, freute sich Hogrefe über die Laudatio des Landrats. „Eine glatte Eins würde ich als Pädagoge sagen.“

Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte Landtagsabgeordneter Adrian Mohr (CDU) Wilhelm Hogrefe bei der für Ordensangelegenheiten zuständigen niedersächsischen Staatskanzlei für die hohe Auszeichnung vorgeschlagen. „Das Schreiben wurde dann an das Bundespräsidialamt in Berlin weitergeleitet“, erinnerte sich der Christdemokrat in seinem Grußwort. Mohr bezeichnete den 67-Jährigen als „Netzwerker“, „Konsensmaschine“ und „großen Charakter“, der auch in der Lage sei, zu verzeihen, wenn eine Freundschaft zu zerbrechen drohe.

Mit 17 Jahren trat Wilhelm Hogrefe damals seine Lehre zum Landwirt an, studierte später in Celle Agraringenieurwesen. In seiner Abschlussarbeit hat sich der waschechte Luttumer dann mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft – am Beispiel des Landkreises Verden – befasst. Den elterlichen Hof in Luttum hat der Ausgezeichnete all die Jahre im Nebenerwerb weitergeführt, tut es auch heute noch. Ob in Gummistiefeln auf dem Trecker oder im feinen Zwirn wie bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes – Hogrefe gelingt dieser Spagat scheinbar mühelos. Er gestand abends vor den eingeladenen Gästen im Kreistagssaal sogar, morgens noch Pferdemist gefahren zu haben.

Sein Traum, Verwalter auf einem großen Hof zu werden, erfüllte sich jedoch nicht, stattdessen wechselte der Ingenieur in den Schuldienst, um die Mangelfächer Bio und Chemie zu unterrichten. Nach dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen unterrichtete Hogrefe dann viele Jahre lang in Achim, war zugleich auch Fachseminarleiter beim Ausbildungsseminar für künftige Lehrkräfte in Verden. In jungen Jahren von seinem Großvater, der Landjugend, aber auch stark von der evangelischen Kirche geprägt, lief Hogrefe 1971 bei einer Feier im Jugendhof Sachsenhain dann seine Zukünftige, Renate, über den Weg. Mit ihr hat er zwei inzwischen längst erwachsene Töchter. „Meine Frau hat diesen Orden genauso verdient wie ich“, machte er ihr bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes eine öffentliche Liebeserklärung, schwärmte davon, wie sie im lachsfarbenen Kleid bei einer Wahlkampagne für Christian Wulff gemodelt habe. Dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten zuvor gar noch „das zerknitterte Hemd“ gebügelt habe. 1994 ist der Vollblutpolitiker Hogrefe dann in die Landespolitik gewechselt, saß fast 20 Jahre lang für die Christdemokraten im Hannoverschen Leineschloss. Als „Anwalt unserer Region“ habe er dafür gesorgt, dass hohe Summen an Fördermitteln in den Landkreis geflossen seien, erwähnte Bohlmann in seiner Laudatio die Entwicklung der Fischerhuder Wümmeniederung zu einem Vogelschutzgebiet nationaler Bedeutung.

Den Vorsitz des Kreisschulausschusses hat Wilhelm Hogrefe inzwischen abgegeben, im Kulturausschuss kümmert er sich mittlerweile nach eigenen Worten nur noch „um schöne Dinge“ wie das Netzwerk Erinnerungskultur, dessen Mitorganisator der Christdemokrat ist. Zum ersten Mal im Laufe seiner langen politischen Karriere ist der 67-Jährige im Herbst dieses Jahres in den Rat seiner Heimatgemeinde Kirchlinteln eingezogen und gleich von den Kommunalpolitikern zum Ratsvorsitzenden gewählt worden. Manch einer wirft ihm vor, zu sehr gegen den Isegrim eingestellt zu sein, doch Hogrefe betont: „Das Dörverdener Wolfcenter hat gerade für 20 000 Euro eine Auffangstation für kranke und verletzte Wölfe errichtet. Doch was passiert mit den Nutztierhaltern, deren Schafe vom Wolf gerissen werden? Die Tiere müssen dann eingeschläfert werden“, monierte der Ehrenvorsitzende des CDU-Kreisverbandes Verden. Als „fest in der Sache und milde in der Art“ charakterisierte Bohlmann den langjährigen Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Verdener Kreistag. Übrigens, 1972, als der Landrat gerade das Licht der Welt erblickt hatte, saß Hogrefe schon im Kreistag.

„Wilhelm Hogrefe ist fest in der Sache und milde in der Art.“ Peter Bohlmann

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Leserkommentare
2tara9 am 23.10.2019 12:27
Sind die Anwohner in Findorff eigentlich alle älter als die Stadthalle? Mich wundert immer, dass sich Leute Wohngelegenheiten (meistens günstiger, ...
peteris am 23.10.2019 12:13
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Was soll man über dieses Affentheater noch schreiben?