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Ausstellung im Domherrenhaus
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Appell für legale Fluchtwege

Marie Lührs 11.06.2019 0 Kommentare

Auf 30 Bildern schildert die Ausstellung die Fluchtgeschichten unterschiedlichster Menschen.
Auf 30 Bildern schildert die Ausstellung die Fluchtgeschichten unterschiedlichster Menschen. (Jonas Kako)

Mit deutlichen Worten und eindringlichen Gesten eröffnete Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf am Wochenende die aktuelle Sonderausstellung im Domherrenhaus. Die Verdener Gruppe von Amnesty International (AI) thematisiert dort die Fluchtgeschichten von verschiedensten Menschen. „Die Flüchtlingskrise ist auch eine Krise der Solidarität und der Verantwortung“, sagte Scherf. Dabei sei eine gemeinsame politische Antwort von Europa auf die Flüchtlingsproblematik dringend notwendig. "Diese könnte darin liegen, dass wir denen, die um ihres Lebens Willen geflüchtet sind, einen fairen und legalen Weg eröffnen“, appellierte er an die anwesenden Gäste, unter denen sich auch einige Lokalpolitiker befanden.

Bilder von namhaften Fotografen

In der Ausstellung unter dem Titel „Menschen auf der Flucht“ sind 30 Fotografien zu sehen. Die Bilder von namhaften Fotografen zeigen, was es heißt, auf der Flucht zu sein, Bedrohung, gesellschaftlicher Umwälzung und Tod zu begegnen. Sie veranschaulichen die Situation jener Menschen, die gezwungen waren, das eigene Zuhause zu verlassen, um einen sicheren Ort zu suchen. „Die Fotografien machen auch deutlich, dass große Fluchtbewegungen nichts Neues sind“, erklärt Axel Sonntag von der AI-Gruppe Verden. So umfasst die Ausstellung einen Zeitraum von etwa 70 Jahren, geht also zurück bis zum Zweiten Weltkrieg, der mit massiver Vertreibung und großen Flüchtlingsströmen einherging. An diesen Umstand erinnerte auch Scherf bei der Eröffnung. „Damals hat die Integration hier bei uns in Deutschland geklappt“, betont er.

„Wir brauchen sichere und legale Zugangswege, um das Sterben vor Europas Grenzen zu beenden“, zitierte Scherf eine Forderung von Amnesty International zur Flüchtlingsproblematik mit Nachdruck und geballten Fäusten. „Und ich fordere hier zusammen mit Amnesty die Einhaltung des völkerrechtlich verankerten Abschiebeverbotes bei drohenden schweren Menschenrechtsverletzungen“, ergänzte der prominente Gast.

Spontan holte der ehemalige Bürgermeister Bremens einen auf die Bühne, der Flucht am eigenen Leib erlebt hatte. Der Syrer Ghaith Qudsy wohnt seit vier Jahren in Verden. Er musste seine Heimat in Damaskus verlassen, nachdem er und seine Familie nach Demonstrationen mehrfach inhaftiert und bedroht worden waren. Im Gespräch mit Henning Scherf schilderte Qudsy seine Flucht, die ihn durch den Libanon, die Türkei bis nach Lesbos führte. Von dort aus kam er schließlich nach Deutschland. „Inzwischen ist Qudsy in Verden gut integriert, spricht Deutsch, musiziert in der Sound Company und hat neuen Lebensmut gefunden“, fasste Sonntag seinen Werdegang zusammen. „Der Umgang mit solchen Menschen macht doch unsere Gesellschaft spannender und attraktiver“, meinte Scherf und schloss den Syrer in seine Arme.

Am kommenden Sonntag, 16. Juni, wird ein weiterer Mann im Domherrenhaus seine Fluchtgeschichte schildern. In seinem Buch „Fern von Aleppo“ hat Faisal Hamdo sich bereits mit den Unterschieden zwischen dem Leben in Syrien und in Deutschland befasst. Im Domherrenhaus wird er ab 16 Uhr daraus lesen und von seinem Leben erzählen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juli zu sehen. Bis dahin können sich interessierte Gruppen – insbesondere auch Schulklassen – für Führungen durch die Ausstellung anmelden. Amnesty-Gruppensprecher Andreas Bortfeldt nimmt Anmeldungen unter der Rufnummer 01 73/ 2 16 26 89 entgegen. Zum Ausklang der Ausstellung ist eine Finissage im Innenhof des Domherrenhauses geplant. Dabei gibt es ab 16 Uhr ein Wiedersehen mit Ghaith Qudsy, der als Teil der Sound Company die Veranstaltung musikalisch begleiten wird.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...