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Aus dem Bett an die Schälmaschine

Lena Mysegades 13.05.2019 0 Kommentare

"Ich freue mich immer, wenn die Spargelzeit losgeht, aber auch, wenn wieder Schluss ist", sagt Christoph Früchtenicht über die stressige Spargelsaison. (Jonas Kako)

Landkreis Verden. Es ist Spargelzeit, für Christoph Früchtenicht die stressigste Phase des Jahres. Er legt seinen Spargel konzentriert in die Sortiermaschine. Seit diesem Jahr hat er – ganz neu – auch eine Schälmaschine. „Die Leute wollen heutzutage geschälten Spargel haben“, sagt er. Das Schälwerk schafft 30 Kilogramm königliches Gemüse pro Stunde. Das muss es auch, denn die Nachfrage ist groß. Der Hofladen der Familie Früchtenicht liegt an der Völkerser Landstraße. Der Betrieb ist umgeben von der ländlichen Idylle Langwedels, ein Schild an der Landstraße weist Besucher auf den familiengeführten Verkauf hin. Christoph Früchtenicht führt den Betrieb in Völkersen bereits in der 14. Generation. 

In der Spargelzeit geht Christoph Früchtenicht morgens, bevor der Hofladen um 8.30 Uhr öffnet, direkt an die Schälmaschine. „Damit Muttern direkt etwas für den Verkauf hat“, sagt Christoph Früchtenicht. Die Chefin des Ladens spricht gerade mit einer Kundin. Es duftet nach frischem Schinken von Schweinen aus dem eigenen Betrieb. Marmeladen, über das Jahr verteilt 14 verschiedene Sorten, und eigene Kartoffeln sowie frisches Gemüse werden in den hölzernen Regalen und auf Tischen angeboten. „Dieses Jahr läuft der Verkauf gut, die Leute sagen, unser Spargel schmeckt sehr aromatisch“, sagt Früchtenicht.

Der Landwirt ist einer der wenigen Spargelbetriebe in der Region, die das beliebte Gemüse ohne Folie anbauen. „Das machen wir schon immer so, und damit kommen wir gut zurecht“, erzählt er. Mit dem diesjährigen Ertrag ist er bislang zufrieden. „Voriges Jahr hatten wir im warmen April schon Spargel ohne Ende. Dieses Jahr ist es kontinuierlicher“, freut er sich. Früchtenicht hat aber auch keinen Druck, Supermärkte oder Stände zu beliefern. „Alles, was ich ernte, geht auch über unseren Tresen.“ Denn er habe lediglich anderthalb Hektar Spargel, während der durchschnittliche Spargelbetrieb 16 Hektar groß sei.

Zur Spargelzeit ist der Hofladen in Völkersen täglich geöffnet. Während des normalen Betriebes greifen die Kunden am Wochenende und abends auf den Hof-Automaten zurück. Dieser vollautomatisierte Verkaufshelfer gibt gegen Geld unter anderem Eier, Saft, Marmelade und Eier frei. Doch sein Betrieb lebe, laut Früchtenicht, ganz entscheidend von dem persönlichen Kontakt, der im Hofladen entstehe. „Die Leute kommen gerne hierher, weil sie im Geschäft schnacken können. Meine Mutter ist dafür genau die Richtige“, sagt der in Holtum (Geest) ausgebildete Landwirt. Deshalb sei der Automat lediglich eine Ergänzung zum normalen Hofladen-Betrieb.

Das Ende seiner Spargelsaison prognostiziert Christoph Früchtenicht in diesem Jahr etwa auf den 15. Juni. Denn während das Spargelessen früher erst im Mai angefangen hat, sind die weißen Stangen mittlerweile schon ab Mitte April auf dem Teller. „Daher ist schon vor dem Johannistag am 24. Juni kein Spargel mehr da“, sagt er.

Während der Mai für Spargel zu kalt anfing, sieht es in den kommenden Tagen bei den Temperaturen wieder besser aus. Denn nicht nur, dass Spargel erst ab elf Grad Bodentemperatur wächst, er wird bei wolkenlosem Himmel und Sonne auch einfach lieber gegessen, wie der Geschäftsführer der Spargel- und Beerenanbauer-Vereinigung, Fred Eickhorst, weiß. Auch er erinnert sich: „Voriges Jahr ging es direkt von Null auf Hundert mit dem Spargel.“ Durch das warme Wetter hätten die Bauern ein sehr üppiges Angebot gehabt. Dieses Jahr hingegen sei die Nachfrage höher als das Angebot. „Die Leute essen gerade so viel Spargel wie noch nie. Er ist im Moment anscheinend sehr lecker“, sagt auch Eickhorst. Das gleiche Spargelbild zeichnet auch Jörn Ehlers, Vorsitzender des Landvolks Rotenburg-Verden. „Die Nachfrage ist gerade höher als das Angebot“, so der Landwirt.

Auf Schlohs Spargelhof in Hellwege sind die Spargelerträge in den vergangenen kühlen Maiwochen laut Friederike Schloh auch eher mäßig ausgefallen. Im Gegenteil zum Völkerser Spargelbauern hat der Schloh'sche Hof nicht nur seinen Hofladen als Standbein „Wir vermarkten unseren Spargel über drei Wege: den Hofladen, die Verkaufsstände, die Gastronomie und einen Internetanbieter, der unseren Spargel versendet.“ Am Sonntag findet bei Schlohs bereits das Spargelfest statt. Neben dem Spargelessen im Festzelt wird es dann auch eine Spargelrallye geben.


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Leserkommentare
Opferanode am 20.10.2019 15:14
@ Bunker
Bei Ihnen weiß ich nicht immer, ob Sie das ernst meinen, was Sie schreiben. Kann ja auch ironisch gemeint sein?
Wenn Sie von ...
alterwaller am 20.10.2019 15:01
INITIATIVEN !!!

Zu hoch, zu flach, zu breit, zu lang. Die Fenster passen nicht zum Umfeld und was ist mit begrünten Dächern ? Da wird ...