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Alternative-Rock aus Verden
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Den Groove von früher gefunden

Susanne Ehrlich 05.06.2018 0 Kommentare

Björn Detjen (v. r.), Thomas Schäfer mit Sängerin Estelle Garrett, die aus Seattle zu Gast ist.
Björn Detjen (v. r.), Thomas Schäfer mit Sängerin Estelle Garrett, die aus Seattle zu Gast ist. (Björn Hake)

Eine späte Blüte der spannenden Verdener Crazy-Eigh­ties-Musikszene wurde in einem Bremer Aufnah­mestudio aus der Taufe gehoben: Die Paleo Paranoids haben ihre erste CD mit dem Titel „Cargo“ herausgebracht. Über die Band und ihre Entstehung sprachen die Musiker Björn Detjen und Thomas Schäfer mit den VERDENER NACHRICHTEN.

Die Paleo Paranoids sind eine Studio-Band, die sich wöchent­lich in Detjens Studio in Bremen trifft. Ihren Un­derground/ Alternative-Sound domi­nieren Bass und Drums. Doch beide Musiker beherrschen mehrere Instru­mente, die sie in pro­fessionel­ler Aufnahmetechnik im Stu­dio einspielen. Schäfers präg­nanter Bass ­ist ideal für den Leadgesang, mehrere Stücke haben ei­nen kleinen Chor von Frauenstimmen. Dass die beiden, die zur glei­chen Zeit in der Verdener Musikszene aktiv waren, sich 30 Jahre später gefunden haben, ist reiner Zufall. Ort ihrer frühen musikali­schen Wurzeln ist das Verdener Jugendzentrum. Bereits in den 1970ern entstand dort eine unabhängige und experimentier­freudige Musikszene mit Hardrock und Funk, die sich in den 80er-Jahren zu einer überregional einflussrei­chen Punk-Szene und einer kleineren Heavy-Me­tal-Sektion entwickelte.

Björn Detjen und Thomas Schäfer wa­ren 15 Jahre alt, als sie jede Möglichkeit nutzten, um mit ihren In­strumenten im Jugendzentrum aufzutreten und Vorbildern wie Greenday nachzueifern. „Damals war das ganz easy“, erzählt Thomas Schäfer. „Man traf sich im Ju­gendzentrum und legte sofort los. Die Leute konnten einfach spielen, die meis­ten sogar mehrere Instrumente. Auf unseren Sessions haben wir sie sogar oft getauscht.“ Schäfer hat in die­ser verrückten Zeit in so vielen Bands ge­spielt, dass ihm nicht einmal mehr alle Namen einfallen: „Man tat sich mit zwei, drei Leuten zusammen, und wenn wir drei Stücke hatten, traten wir auf.“

Wenn die Stücke durch wa­ren und die Fans im Jugendzentrum mehr wollten, dann habe man das Ganze einfach noch einmal gespielt. „Dann waren wir meist schon ziemlich besoffen, so dass es ganz anders klang als beim ersten Mal“, sagt er und grinst. Seine erfolgreichsten Bands waren Action S. und Raptor, in der der heutige Gastronom Christian Haag Gitarrist und Hauke König der Drummer waren.

Björn Detjen kannte er vom Sehen und von verschiedenen Sessions, und des­sen Metal-Band Doomsday war so­gar überregional bekannt, ebenso wie Mandrake oder Die kastrierten Philosophen, zwei weitere Jugendzentrums-Bands, die Hun­derte von Fans in die Verdener Jugendeinrichtung lockten.

Beim gemeinsamen Erinnern kommen die beiden ins Schwärmen. „Das war un­glaub­lich, fast jedes Wochenende Konzerte, meistens Punk“, erzählt Detjen. „Die Szene war so groß, die Fans kamen aus Bremen und Hanno­ver.“ Einmal sei eine riesige Horde Neonazis gekommen, um ein großes Punk-Konzert mit lauter Ver­dener Bands zu stören: „Da war was los.“ 

Ungefähr 1986, zu der Zeit, als Detjen am Gymnasium am Wall und Schäfer am Domgymnasium ihr Abi machten, stellte Carl-Christian Hesse, damaliges Verdener Stadtratsmitglied, den Jugendlichen im Sandbergviertel einen Proberaum zur Verfügung. „Wir trafen uns in jeder freien Minute. Da waren super begabte Leute dabei“, erinnert sich Schäfer. „Heute denkt ja jeder, der auf ein paar Knöpfe drücken kann, er sei ein toller Musi­ker.“

Den alten Zeiten zuliebe wollte sich im Jahr 2016 der „harte Kern“ der Szene noch einmal treffen. Hauke Kö­nig hatte erfahren, dass Alan Diehl, einer der Spit­zen­musiker jener Zeit, der Ende der 1980er-Jahre mit seinen Eltern nach Kanada zurück gegangen war, Verden besu­chen wollte. Christian Haag schlug vor, das Treffen in seinem vor dem Abbruch stehenden Ho­tel „Grüner Jäger“ zu veranstalten. 30 Leute kamen von überallher: aus Los Angeles, aus Kanada, aus Hamburg, aus Kirchlinteln.

Das wurde eine ein­zigartige Session, die niemand so schnell vergessen wird, und während der Spirit der 80er-Jahre noch einmal auferstand. Nun merkten Det­jen und Schäfer, wie gut sie sich musi­kalisch verstanden – und das Projekt „Paleo Paranoids“ war geboren.

Herausra­gend ist die Stimme der erst 16-jähri­gen Estelle Garrett, Austausch­schüle­rin aus Seattle im Hause Detjen, die in vier Stücken sogar Soli über­nommen hat. Dass Estelle nun bald in die USA zurück fliegt, wurde zur „Turbo-Inspira­tion“, die CD schnell zu vollenden. „Das ist ein absolutes Highlight für mich“, sagt die Teenagerin, die sich bei den Det­jens wie zu Hause fühlt. Nun kann sie sich durch die Songs für immer mit ih­nen verbunden fühlen. Für Thomas Schäfer ist diese CD „das Beste, was ich jemals gemacht habe“. Es gibt sie in Verden im Musik­haus Hartig oder über die Website www.paleoparanoids.de.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:04
@brakadabra ...

„👍“ ... Ich hab‘ jetzt‘n „Hummer“ ...
...................................🚘.............

Auf‘m ...
FloM am 22.10.2019 13:01
@gorgon:
Himmelnochmal, jahrzehntelang billige Lebensmittel konsumieren und sich dann über die Folgen der Herstellung aufregen.
Welche ...