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Trinkwasserverband Verden
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Die kostbarste Ressource der Welt

Jörn Dirk Zweibrock 06.06.2019 0 Kommentare

Bestaunen die Technik im Wasserwerk Panzenberg: Harald Hesse (l.) und Stefan Hamann.
Bestaunen die Technik im Wasserwerk Panzenberg: Harald Hesse (l.) und Stefan Hamann. (Jonas Kako)

Was für eine Zahl: Rund acht Milliarden Liter Wasser fließen jährlich von Verden nach Bremen. Damit ist das Scharnhorster Wasserwerk Panzenberg nach den Ristedter Harzwasserwerken der zweitgrößte Trinkwasserlieferant für die Hansestadt. Rund 80 Prozent des Fördervolumens gehen nach  Bremen, mit den restlichen 20 Prozent werden Verden (außer der Kernstadt) und der Flecken Langwedel (außer Etelsen) versorgt.

Interessierte können an diesem Sonnabend, 8. Juni, beim Tag der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen des Wasserwerks Panzenberg, Botterbusch 107 in Scharnhorst, werfen. Die Veranstaltung wird vom Trinkwasserverband (TV) Verden und der SWB organisiert. Für den Pfingstsonnabend hat Maren Bredehorst vom TV ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie zusammengestellt. Neben Werksführungen und Informationen zur Trinkwasserversorgung kommt an diesem Vormittag (9 bis 13 Uhr) natürlich auch der Fun-Faktor nicht zu kurz: Pools mit Waterballs, ein Surfsimulator und ein Wasserspielplatz gibt es ebenso zu bestaunen wie die Fotoausstellung „Wassertropfen“ von Tim Paulawitz. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von den Waller Erstklässlern. Sie bringen ihr „Regenbogenlied“ zu Gehör.

Klar, ein Regenbogen entsteht, wenn weißes Sonnenlicht auf Regentropfen trifft, gebrochen und dabei in seine farbigen Bestandteile zerlegt wird. Doch wie funktioniert eigentlich der Aufbereitungsvorgang im größten Wasserwerk des Verdener Trinkwasserverbands? Zuerst wird das Rohwasser aus den Brunnen in das Wasserwerk gepumpt und in einem Kessel vermischt. Die Zugabe von Sauerstoff bewirkt die Oxidation der im Rohwasser gelösten Eisen- und Mangansalze, die anschließend ausflocken und in Fallverdüsungsfiltern zurückgehalten werden. Neben der Enteisenung und Entmanganung erfolgt durch die Verdüsung des Wassers auch eine zusätzliche Anreicherung mit Sauerstoff und die Austreibung der überschüssigen Kohlensäure. Der verbleibende Restgehalt an Kohlensäure wird später durch die Zugabe von Natriumhydroxyd abgebunden. Somit ist aus dem Rohwasser Trinkwasser geworden, das dann mit elektrisch angetriebenen Kreiselpumpen ins Rohrnetz bis zum Verbraucher transportiert wird. Eine der Hauptleitungen führt in Richtung Bremen, die andere ins Versorgungsgebiet des Trinkwasserverbands.

„Die Bremer wissen das gute Trinkwasser aus Verden zu schätzen“, freut sich Stefan Hamann, Geschäftsführer des Verbands. Es werde aus bis zu 270 Metern Tiefe gefördert. „Mit Nitratbelastungen haben wir hier kein Problem“, betont er. Damit das so bleibe, betreibe der TV gemeinsam mit den Landwirten einen „vorsorgenden Gewässerschutz“. Stichwort Halse: Hamann weiß, dass die Trinkwassergewinnung eine Ursache dafür ist, dass der Grundwasserspiegel in der Region abgesunken ist und der bei Holtum (Geest) entspringende Bach nur noch stellenweise Wasser führt. Zum Thema Erdgasförderung findet er deutliche Worte: „Wir sind nicht erfreut darüber, dass die Deutsche Erdöl AG (Dea) beabsichtigt, ihren Bohrplatz zu erweitern. Innerhalb eines Wasserschutzgebietes sollte die Gasförderung eigentlich ein No-Go sein.“

2013 hat der TV Verden goldenes Jubiläum gefeiert. Verbandsvorsteher ist seit 2017 Harald Hesse, Samtgemeindebürgermeister von Thedinghausen. Stefan Hamann hat früher selbst einmal eine Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik (so nennt sich das Berufsbild heute) gemacht. Für ihn ist Wasser die kostbarste Ressource der Welt, aber auch die Technik in den Wasserwerken fasziniert ihn noch immer. Genauso wie Sebastian Struß aus dem Leitstand, der bereits seit zehn Jahren mit an Bord ist. Für 2020 sucht der TV übrigens wieder neue Azubis.

Wie lässt sich zu Hause eigentlich Wasser sparen? Beispielsweise durch Dusch-Sparköpfe oder Stopptasten an WC-Spülkästen. Außerdem empfiehlt der TV, den heimischen Garten mit Regenwasser zu sprengen.

Neben Panzenberg unterhält der TV Wasserwerke in Achim (Wittkoppenberg) und Langenberg (Kükenmoor). Letzteres soll 2021 durch ein neues ersetzt werden. Jedes Jahr lädt der TV Verden abwechselnd zum Tag der offenen Tür in eines seiner Werke. 2020 ist turnusgemäß Wittkoppenberg an der Reihe.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...