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Bürgermeisterwahl in Verden
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Ein Schwarzer im Grünen

Andreas Becker 10.05.2019 0 Kommentare

Jens Richter liebt Tiere, zum Reiten kommt der Dauelser wegen des Wahlkampfes momentan jedoch kaum.
Jens Richter liebt Tiere, zum Reiten kommt der Dauelser wegen des Wahlkampfes momentan jedoch kaum. (Björn Hake)

Der Kandidat hinkt ein wenig, aber er kommt trotzdem schnellen Schrittes. Jens Richter, der auf dem Ticket der CDU Verdener Bürgermeister werden möchte, ist im Wahlkampfmodus. Da muss alles schnell gehen, 7000 Haushalte hat er bereits besucht, und es sollen noch mehr werden. Unterwegs grüßt er nach rechts und links, winkt kurz im Vorbeigehen. Richter ist ein bekanntes Gesicht, seit vielen Jahren ist er in der Kommunalpolitik und im Stadtrat aktiv. Seit er auf vielen großformatigen Plakaten für sich wirbt, ist sein Gesicht noch ein bisschen bekannter geworden.

Für die Fotos geht es ins Grüne. Auf den Allerwiesen grasen Pferde, also warum nicht dort? Richter reitet selbst, es gibt ein Familienpferd. Zurzeit kommt er allerdings nicht dazu. Die Hochphase des Wahlkampfs ist nicht nur ein Vollzeitjob, sondern auch körperlich anstrengend. Denn die viele Lauferei hat den Knöchel etwas anschwellen lassen, vermutet Richter. Trotz der Anstrengungen blickt er positiv auf den bisherigen Wahlkampf. „Es läuft sehr gut, ich bekomme viel Zuspruch, auch die Plakate werden positiv aufgenommen, weil sie von der gewohnten Form abweichen“, sagt der 51-jährige Dauelser.

Von Politikverdrossenheit habe er zumindest in Bezug auf die Bürgermeisterwahl nichts gemerkt. „Das Interesse ist groß, viele Menschen wollen wissen, was in ihrer Stadt passiert, und Einfluss nehmen.“ Die Geschicke Verdens beeinflussen, will auch Jens Richter. Nachdem er bereits 2003 Kandidat werden wollte und sich damals CDU-intern nicht durchsetzen konnte, will er jetzt Amtsinhaber Lutz Brockmann (SPD) ablösen. „Damals war ich noch etwas zu jung“, blickt er selbstkritisch zurück. Vor acht Jahren hingegen sei der Kandidat der CDU zwar „gut, aber nicht aus Verden“ gewesen. Anfang 2018 veranstaltete der Stadtverband dann mit Blick auf die kommende Bürgermeisterwahl am 26. Mai eine Urwahl. „Bei der Nominierung war ich dann der einzige Kandidat“, erklärt Richter. Erfahrung in einer Verwaltung habe er bislang nicht, aber als Geschäftsführer der Kreis-CDU in Verden und Rotenburg sei Organisation sein täglich Brot.

Der Betriebswirt will Bürgermeister werden, da Verden hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibe. „Wir gehen viele Großprojekte an, aber mich stört, dass wir dafür zwar viel Geld und Aufwand investieren, andere Einrichtungen aber nicht dauerhaft unterhalten“, kritisiert er. So sei der Pflegezustand der Oberen Straße oder der Ostertorstraße aus seiner Sicht „traurig, teilweise sogar katastrophal“. Am Bahnhof fehle zudem eine öffentliche Toilette. „Das ist ein unhaltbarer Zustand, und alles dauert ewig“, betont er.

Schwerpunkt Stadtentwicklung

Ein anderer Schwerpunkt ist für ihn die Stadtentwicklung. Verden profitiere von zahlreichen erfolgreichen Unternehmen. Denen müsse die Stadt im Gegenzug beim Ausbau der Infrastruktur entgegenkommen. So sei etwa die Max-Planck-Straße für den Lkw-Verkehr zu eng. Auch Stadtmarketing und Tourismusförderung seien ausbaufähig. „Verden ist beispielsweise auf einschlägigen Messen kaum vertreten, und im Tourismusverbund Mittlere Weser sind alle anliegenden Städte vertreten, außer Verden“, zählt er auf. Ein „ganz heißes Thema“ sei die Mobilität in der Stadt. Eine alte Forderung der CDU sei ein dritter Aller-Übergang, wichtig sei aber auch ein Mobilitätskonzept für den Südkreis. Für die Stadt Verden fordert Richter einen Innenstadtring sowie einen durchgängig zweispurigen Ausbau der Südbrücke. „In jedem Fall müssen wir über eine weitere Flussquerung nachdenken. Alleine mit der Radbrücke werden wir die Verkehrsprobleme nicht lösen“, betont er. 

In Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr will Richter die Ortschaften Walle und Scharnhorst besser an die Kernstadt anbinden. Angesichts zahlreicher Patienten, die regelmäßig ins Krankenhaus nach Rotenburg fahren müssten, könne er sich eine regelmäßige Busverbindung zwischen den beiden Städten vorstellen.

Das Ganze kostet viel Geld, was Jens Richter zum Thema Finanzen bringt. „Seit Jahren haben wir eine glückliche Phase, aber wir müssen sehen, ob wir alles dauerhaft finanzieren können“, betont er. Angesichts steigender Personalkosten in der Verwaltung von 20 auf 24 Millionen Euro in den nächsten Jahren müssten neue Aufgaben kritisch geprüft werden. 


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?