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Bürgermeisterwahl in Verden
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Es darf noch etwas mehr sein

Marie Lührs 14.05.2019 0 Kommentare

Am Wochenende und wenn zwischen Terminen ein wenig Zeit ist, gönnt sich Lutz Brockmann drei Kugeln in seinem Stamm-Eiscafé.
Am Wochenende und wenn zwischen Terminen ein wenig Zeit ist, gönnt sich Lutz Brockmann drei Kugeln in seinem Stamm-Eiscafé. (Sebi Berens)

Walnuss, Haselnuss, Pistazie – wenn Lutz Brockmann (SPD) in seiner Stammeisdiele Halt macht, bestellt er fast immer dieselben Sorten. Nur selten gibt es Abweichungen. Im Sommer zum Beispiel, da darf es bei hohen Temperaturen auch einmal etwas Fruchtiges sein. Auch sonst ist der amtierende Bürgermeister ein beständiger Mann. Fast sein ganzes Leben hat er in Verden verbracht. Und auch der Lokalpolitik ist er seit Jahrzehnten treu.

Sonnabends, wenn der Einkauf auf dem Wochenmarkt erledigt ist, geht es für Brockmann stets ins Eiscafé. Die drei Kugeln gibt es ohne Sahne, dafür folgt hinterher noch ein Latte Macchiato. Ab und an verschlägt es ihn auch unter der Woche in das Café. Viel Zeit zum Verweilen bleibt ihm aktuell jedoch nicht. Gerade während des Wahlkampfes ist sein Terminkalender prall gefüllt. Schon eine normale Arbeitswoche fülle 50 bis 60 Stunden, sagt er. Doch als Belastung empfindet er das nicht. Bereits in seiner Zeit als Umweltbeauftragter in Dörverden war er neben der Vollzeitstelle zehn bis 15 Stunden pro Wochen ehrenamtlich aktiv.

Der 1. April 2004 war Brockmanns erster Tag als Bürgermeister. Seine politische Laufbahn begann allerdings deutlich früher – mit einer Schülergruppe der Jungsozialisten. Mit 21 Jahren wurde er in den Eitzer Ortsrat gewählt, fünf Jahre später wurde er jüngstes Mitglied des Stadtrats. Zwischen Abitur und Studium jobbte er bei Mars. „Das ist total entspannend“, erinnert er sich an die Arbeit am Fließband. Doch auch anstrengend sei das stundenlange Stehen gewesen. Für einen Tag der Verwaltung entkommen und wieder am Fließband zu stehen, das kann sich Brockmann heute nicht mehr vorstellen. „Dazu mache ich meine Arbeit viel zu gerne.“

Seinen Zivildienst verbrachte der Verdener beim Rettungsdienst. „Dadurch habe ich eine sehr gute Ortskenntnis“, erklärt er. Die Straßen, die nach seiner Zivi-Zeit entstanden sind, kennt er wiederum durch seine Arbeit im Rat. Doch obwohl er weite Teile seines Lebens in der Allerstadt verbracht hat, hat er schon vieles gesehen. Mit einem Interrail-Ticket ausgestattet reiste er fünf Wochen lang durch Europa. In Hannover und Göttingen studierte er Geographie mit dem Schwerpunkt Stadt- und Regionalentwicklung. Eine Ausbildung, die ihm noch heute zugutekommt.

Der amtierende Verwaltungschef geht als wohl bekanntester Kandidat in das Rennen um eine weitere Amtszeit. Beim Treffen im Eiscafé geschieht, was ihm oft passiert: Er trifft auf Verdener, die ihn kennen, und schnell ist er mit ihnen im Gespräch. „Mit Menschen arbeiten ist meine Leidenschaft“, sagt Brockmann. Er bemüht sich dementsprechend um Nähe zum Bürger. Sein Fahrrad, mit dem er oft in der Stadt unterwegs ist, gehört genauso wie der Schnauzer zu seinen Markenzeichen. Vereinsfeierlichkeiten, Jubiläen und Geburtstage zählen ebenso zu seinen Tätigkeiten wie die Büroarbeit. Auch der Abwechslungsreichtum ist etwas, das Brockmann an seiner Arbeit schätzt. So manches geht ihm dabei auch persönlich nah. Brockmann erinnert sich zum Beispiel an den 90. Geburtstag einer Verdenerin, bei dem er fast der einzige Gast war. Ihre Familie hatte sich der Feierstunde nicht angeschlossen.

In den vergangenen Jahren habe er schon viel bewegen können, freut sich Brockmann. Neue Sporthallen, umgestaltete Spielplätze und Arbeitsplätze zählt er als seine Erfolge auf. Auch weitere Krippengruppen, das Klimaschutzkonzept und der Brückenschlag gehen auf sein Konto. Doch für die Zukunft hat er noch einige Pläne. Denn unter anderem das Thema preiswerter und barrierefreier Wohnraum ist noch lange nicht beendet.

Familien stehen für den Bürgermeisterkandidaten im Fokus. In Zukunft sollen unter seiner Führung weitere Betreuungsplätze für Kinder entstehen, er will sich für die Ausweitung von Ferienaktivitäten einsetzen und plädiert für ein gesünderes Mittagessen in Kindertagesstätten und Schulen. Eine Herzensangelegenheit ist ihm neben Wohnungsbau und Naturschutz außerdem der Bahnverkehr. Von dem sollen Dank neuer Wärmschutzwände und -fenster bald hunderte Verdener weniger mitbekommen.

Nach Eisbecher und Latte Macchiato geht es weiter zum nächsten Termin. Bis zur Wahl ist noch einiges zu tun. In der Stamm-Eisdiele findet Brockmann ein wenig Ruhe. Denn Freizeit ist für ihn rar. Eine weitere kleine Oase ist der allwöchentliche Gang über den Bauernmarkt. Und am Sonntag ist Bewegung angesagt: Standard in der Tanzgruppe.


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Leserkommentare
Opferanode am 20.10.2019 15:14
@ Bunker
Bei Ihnen weiß ich nicht immer, ob Sie das ernst meinen, was Sie schreiben. Kann ja auch ironisch gemeint sein?
Wenn Sie von ...
alterwaller am 20.10.2019 15:01
INITIATIVEN !!!

Zu hoch, zu flach, zu breit, zu lang. Die Fenster passen nicht zum Umfeld und was ist mit begrünten Dächern ? Da wird ...