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Grundstücksmarktbericht 2017
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Gefragte Grundstücke: Preisanstieg im Bremer Umland

Andreas Becker 08.03.2018 3 Kommentare

Viele Bremer verlagern ihren Wohnsitz ins Umland und lassen dadurch die Immobilienpreise steigen. (Symbolbild).
Viele Bremer verlagern ihren Wohnsitz ins Umland und lassen dadurch die Immobilienpreise steigen. (Symbolbild). (dpa)

Der Trend, aus dem Umland in die Stadt Bremen zu ziehen, hat sich nach Ansicht von Gerd Ruzyzka-Schwob vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte Sulingen-Verden wieder umgekehrt. Seit einiger Zeit würden auch wieder viele Bremer ihren Wohnsitz ins Umland verlagern. „Der Zuzug hat sich abgebremst“. Diese Tendenz habe Auswirkungen auf die Immobilienpreise. „Käufer von Einfamilienhäusern müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses.

Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss jetzt für das Jahr 2017 vorgelegt hat. Als Grundlage für das Datenmaterial haben die Experten im gesamten Zuständigkeitsbereich, also in den Landkreisen Verden, Nienburg, Diepholz und Heidekreis, 8571 Kaufverträge ausgewertet. Der Umsatz betrug etwa 1,26 Milliarden Euro. Im Landkreis Verden sind 1636 Kaufverträge mit einem Umsatz von 345 Millionen Euro angefallen. Für bebaute Grundstücke wurden 774 Kaufverträge abgeschlossen, 13 mehr als im Jahr 2016. Der Geldumsatz ist hingegen mit 248,5 Millionen Euro deutlich um knapp 19 Prozent gestiegen. Das mittlere freistehende Einfamilienhaus kostete 235.000 Euro, 2016 lag der mittlere Preis mit 200.000 Euro deutlich niedriger.

(Grafik: Weser-Kurier)

Da Bauland im vergangenen Jahr knapp war, waren gebrauchte Immobilien entsprechend gefragt. Dadurch war die Nachfrage größer als das Angebot. Auch der Wunsch von Anlegern, in Häuser zu investieren, habe die Preise nach oben getrieben, so Ruzyzka-Schwob. Insgesamt hätten vor allem die Häuser im Bremer Umland von der Nachfrage profitiert und ihren Eigentümern einen satten Wertzuwachs beschert. Seit 2010 seien die Preise für diese Häuser um 44 Prozent gestiegen, sonst im Landkreis Verden um 38 Prozent. "Der Immobilienmarkt ist hier insgesamt stabil. Wir haben über die Jahren keine großen Ausreißer nach oben gehabt, aber auch keine richtigen Abstürze", bilanziert Ruzyzka-Schwob.

Größter Preissprung in Achim

Innerhalb des Landkreises Verden zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Grundstückspreisen. Die mittleren Preise für Einfamilienhäuser lagen in Achim und Oyten mit 285.000 Euro am höchsten. Wobei die Preissteigerung in Oyten im Vergleich zu 2016 nur 4000 Euro beträgt, in Achim sind es im gleichen Zeitraum 65.000 Euro mehr. "Das liegt daran, dass es in Oyten mehr Neubauten gibt, die verkauft wurden. Deren Preisniveau liegt in der Regel höher", begründet Ruzyzka-Schwob die Unterschiede. In der Stadt Verden rangierte der mittlere Preis im vergangenen Jahr bei 200.000 Euro und die Preissteigerung bei 16.000 Euro. Allerdings sind die Häuser mit einem mittleren Baujahr von 1965 deutlich älter. Die teuersten Häuser, so sie denn auf den Markt kommen, liegen seit Jahren am Weserhang in Achim-Uesen sowie im Burgbergviertel in Verden. "Für gute Häuser in Spitzenlagen werden durchaus bis zu 500.000 Euro erzielt, allerdings nicht in Erbpacht, das drückt den Preis", sagt Ruzyzka-Schwob. Auch Altbauten mit Sanierungsstau seien billiger zu haben. Allerdings seien die Preise in allen Baujahren angestiegen, bei den Altbauten nur nicht so stark.

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In Ottersberg lag der mittlere Preis bei 218.000 Euro, 2016 waren es 199.000 Euro. Alleine in Thedinghausen ist das Preisniveau leicht gesunken, von 200.000 Euro auf 196.000 Euro. In Langwedel haben die mittleren Preise um 10.000 Euro angezogen, sie lagen 2017 bei 22. 000 Euro. Einen leichten Anstieg auf 192.000 Euro verzeichneten die Gutachter auch in der Gemeinde Kirchlinteln. Vergleichsweise günstig können Hauskäufer in der Gemeinde Dörverden fündig werden. Das mittlere Preisniveau zog zwar um 20.000 Euro an, mit 148.000 Euro für ein Einfamilienhaus liegen die Immobilien aber noch deutlich unter den Preisen in anderen Gemeinden.

Baujahr und Ausstattung sind besonders wichtig

Neben der Lage hängen die Kaufpreise von etlichen weiteren Kriterien ab. Insbesondere das Baujahr, die Wohn- und Grundstücksfläche sowie die Ausstattung sind wichtig. Neuere gebrauchte Häuser der Baujahre ab 1991 kosten im Kreisdurchschnitt 314.000 Euro, das sind 64.000 Euro mehr als 2016. Altbauten aus den Baujahren 1950 bis 1977 sind mit 196.000 Euro deutlich preiswerter. Sie erfordern aber laut Ansicht der Gutachter ein höheres Maß an Investitionen. "Grundsätzlich ist es so, dass die Lage nahe der Hansestadt Bremen für eine Preissteigerung sorgt. Außerdem ist die Achse Achim-Verden, also entlang der Autobahn 27, teurer als das weiter entfernte Umland", erzählt Ruzyzka-Schwob.

Bei den Reihen- und Doppelhäusern sind 2017 sowohl Umsatz als auch Angebot gestiegen. Auch die Preise hätten deutlich zugelegt, allerdings nicht so stark wie bei Einfamilienhäusern. Der mittlere Preis im Landkreis betrug 190.000 Euro, das sind drei Prozent mehr. Seit 2010 haben die Preise um durchschnittlich 34 Prozent angezogen, seit 2016 sind es sieben Prozent mehr.

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Unter dem Strich weist der Landkreis Verden im Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses die höchsten Preise auf, also auch im Vergleich der umliegenden Landkreise. Auch der mittlere Preissprung mit 17,5 Prozent ist am höchsten. Im Landesvergleich der Immobilienpreise hat Verden einen Sprung auf den zwölften Platz gemacht. Vor drei Jahren lag der Landkreis auf dem 15. Rang. "Im Vergleich ist Verden relativ teuer", lautet dann auch das Fazit der Experten.

Grundstücksmarktberichte und Bodenrichtwertauskünfte sind auf der Internetseite www.gag.niedersachsen.de als Einzelauskunft gegen eine Gebühr zu erhalten. Telefonische Auskünfte sind unter (04231) 808120 kostenfrei erhältlich.

Die Kaufpreise von Grundstücken und Wohnimmobilien ändern sich in Bremen kontinuierlich. Wie viel kosten Eigentumswohnungen, Reihenhäuser oder Baugrundstücke in welchem Teil von Bremen?
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Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen variieren zwischen 1400 und 2700 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauten liegt der Quadratmeterpreis zwischen 2800 und 4200 Euro.
Für die Berechnung der Eigentumswohnungen liegt laut Statistik eine mittlere bis gute Wohnlage in einer Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern Wohnfläche zugrunde.
In Bremen-Mitte sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen am höchsten: Hier liegen Wohnungen preislich zwischen 2240 und 3850 Euro pro Quadratmeter. 
Neubauten kosten nahezu doppelt so viel — nämlich 3840 bis 4690 Euro pro Quadratmeter. Zu einem etwas günstigeren Preis entstehen beispielsweise Eigentumswohnungen in einem der sechs Wohnhäuser, die derzeit im Bremer Stephaniquartier entstehen und bis 2018 fertig gestellt sein sollen. (Siehe Artikel:
Fotostrecke: So teuer sind Wohnimmobilien in Bremen

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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...