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Kreismusikschule Verden
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Probieren geht über Studieren

Susanne Ehrlich 12.05.2019 0 Kommentare

Instrumente für Kinder sind nicht nur kleiner, sondern auch bunter. So auch das Tigerenten-Fagott, das Levent ausprobiert.
Instrumente für Kinder sind nicht nur kleiner, sondern auch bunter. So auch das Tigerenten-Fagott, das Levent ausprobiert. (fotos: Björn Hake)

Im Landkreis Verden liegt Musik voll im Trend. Am Tag der offenen Tür quollen die Räume der Kreismusikschule in Verden bei­nahe über, denn ganze Scharen von neu­gierigen Kindern zogen mit ihren Fami­lien von Raum zu Raum, um möglichst viele Musikinstrumente auszuprobieren. Aus allen Räumen erklang Musik – und manchmal auch eher Geräusche. Denn wenn man in ein Rohrblatt bläst, ohne dass ein Instrument dran ist, klingt das ziemlich anders.

Erstaunlich geschickt stellte sich Levent (8) aus Fischerhude dabei an. Schon nach kurzer Zeit konnte Oboistin Helga Warmer-Buhlmann ihm das kleine „Ti­gerenten-Fagott“ überreichen, und was er damit hervorbrachte, klang schon bei­nahe wie Musik. Bei einer Projektwoche seiner Schule mit den Bremer Philhar­monikern hatte es bei ihm gezündet, und nun möchte auch er ein Instrument ler­nen. „Ich weiß nur noch nicht, wel­ches!“, erklärte er, aber genau dazu gibt es ja den Musikinstrumententag der Mu­sikschule. 

Die Musiklehrer hatten sich ganz auf ihre kleinen Kunden eingestellt und hielten halbe, Viertel- und Achtelinstru­mente zum Ausprobieren bereit. Auch viele Musikschüler hatten sich eingefun­den, um den anderen Kindern zu zeigen, dass Musik kinderleicht sein kann. Am zwergen-kleinen Achtel-Cello spielte Henry (8) aus Etelsen ganz gedanken­verloren vor sich hin – so schön, dass sich die Kleinen staunend um ihn drängten. Seit wann er Cello spielt? „Ich hab es vor zwei Jahren beim Musikin­strumenten-Tag ausprobiert. Und dann wollte ich das lernen.“ Bei Familie Schütte gibt es Musizier-Lust gleich im Doppelpack, denn Henrys Zwillingsbru­der Yaron spielt Klavier: Eine viel ver­sprechenden Kombination!

Henry hatte auch bei dem kleinen Konzert, mit dem der Tag eröff­net wurde, am Cello gesessen. Musiziert wurde am Klavier, den Querflöten, Gitarren, Oboen, Fagotten und Streichern, und auch das Blasorchester der Musikschule hatte einen großen Auftritt. Das gab jede Menge Begeisterung und Jubel bei Groß und Klein.

Eingeladen waren Kinder ab sechs Jah­ren, doch dieser Tag war für alle ge­dacht. Mario Lohmann (43) ist Frührent­ner und lebt im Ambulant Betreuten Wohnen der Lebenshilfe. „Ich habe viele Hobbys“, erzählte er, während er den Bogen auf den Saiten der Geige immer hin- und herzog. „Ich habe zuhause schon eine Trompete und eine Gitarre. Nun möchte ich gerne Geige spielen.“ Das zarte Instrument wirkte winzig in seinen Hän­den. „Möchten Sie auch mal die Viola probieren?“, bot Musikpädagogin Ulrike Flieger an. Aber nein, die Geige hatte es ihm angetan, und schon bald darauf hatte er sich zu einer  Schnupperstunde ange­meldet. .

Eine unerwartete Wendung nahm die Besichtigung der Klaviere für Familie Deimer, die mit ihren Zwillingen Mia und Zoé (7) und ihrer kleine Schwester Joy (5) aus Langwedel gekommen wa­ren. Es war nicht ihr erster Kontakt mit der Musikschule: „Als wir klein waren, haben wir hier gesungen“, erzählten die Zwillinge und meinten den „Musizier­garten“ für Vorschulkinder. Schon beim Eröffnungskonzert hatten sich die beiden in die Querflöten verliebt.  

Naturtalent am Schlagzeug

Mattis (8) aus Verden mag es heavy: Er war vom Schlagzeug im Obergeschoss der Musikschule gar nicht wegzukrie­gen, und wenn man ihn so hörte, konnte man kaum glauben, dass es sein erster Kon­takt mit der imposanten Schießbude war. „Ich hab schon mal ein elektronisches Schlagzeug probiert“, erzählte er, „aber das hier ist viel besser.“

Nebenan erklärte Elmar Lossau, Stell­vertretender Leiter der Musik­schule, der neunjährigen Stella aus Lut­tum, wie man die Gitarre richtig hält. Für Stella muss es dieses Instrument sein, denn auch Mama Diana Gothan spielt Gitarre, und das gefällt der Toch­ter.

Vor Kurzem ist übrigens auch die Verwaltung in die neu restaurierten Räume der Musik­schule eingezogen, was Landrat Peter Bohlmann in seiner Ansprache erfreut als „deutliche Ser­vice-Verbesse­rung“ hervorhob. Nun findet man hier alles unter einem Dach. Über die damit verbundenen „kurzen Wege“ freute sich auch Musikschulleiterin Ul­rike Petritzky, und noch viel mehr freute sie sich über den riesigen Anklang, den der Tag der offenen Tür auch diesmal ge­funden hatte: „Die Instrumente selbst anzufassen, auszuprobieren und sich mit ihnen anzufreunden, ist eine tolle Moti­vation für die Kinder.“   


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Leserkommentare
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
Mangaguide.de am 20.10.2019 16:42
Ein Problem der Brücke ist, dass die Grünen trotz der Menge der Radfahrer und existierendem Radweg darauf bestehen, dass die Radfahrer gegen die ...