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Digitaler Nachlass
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Profile im Gedenkzustand

Jörn Dirk Zweibrock 18.11.2017 0 Kommentare

Digitales Erbe: Schon zu Lebzeiten Ordnung schaffen
Damit sich die Hinterbliebenen später nicht im Daten-Dschungel verirren, sollte jeder Nutzer entsprechend Vorsorge treffen und zumindest die Zugangsdaten hinterlassen. (Andrea Warnecke, dpa-tmn)

Im analogen Zeitalter war vieles einfacher. Das weiß auch Marisa Paramonow, Mitarbeiterin bei Abschied Bestattungen in Holtum (Geest). Sie kann sich noch gut darin erinnern, wie sie den Haushalt ihrer verstorbenen Großmutter aufgelöst, Omas Bücher, Platten, CDs und Hörbücher geerbt hat. Doch seit der digitalen Revolution verschwinden immer mehr Bücherwände und CD-Regale aus den Wohnzimmern, die Menschen verbringen ihr halbes Leben online, lesen am Tablet Romane und hören über das Smartphone die neuesten Chart-Hits. Doch was passiert eigentlich nach unserem Tod mit unseren zahlreichen Accounts (Benutzerkonten)? Was geschieht letztendlich mit dem digitalen Nachlass? Werden E-Mail-Adressen, Profile in sozialen Netzwerken und auf Partnerbörsen einfach so gelöscht, wenn ein Mensch seinen Rechner im wahrsten Sinne des Wortes für immer runtergefahren hat? Diese Frage hat nun Bestattungsfachkraft Marisa Paramonow in ihrem Vortrag über das digitale Erbe im Holtumer Beerdigungsinstitut beantwortet.

„Rund 90 Prozent der Deutschen sind online“, beruft sich die Expertin auf die aktuellsten Zahlen. Das digitale Erbe decke eine riesige Bandbreite ab, eingeschlossen der Hardware. Bedeutet: Die persönlichen Daten auf dem USB-Stick, die Urlaubsbilder auf der Digitalkamera oder die installierten Apps auf dem Smartphone – all das fällt unter den digitalen Nachlass. „Aus Datenschutzgründen gibt kein Dienst nach dem Tod einfach so die Log-in-Daten an die Angehörigen heraus“, weiß Marisa Paramonow, wie schwer es doch manchmal für die Erben ist, Benutzernamen und Passwort des Verstorbenen zu ermitteln. So würden die meisten Anbieter eine Sterbeurkunde verlangen, damit sie das Profil des Verstorbenen in den sozialen Netzwerken löschen könnten. „Bei Facebook gibt es beispielsweise die Möglichkeit, schon zu Lebzeiten einen Nachlass-Kontakt anzugeben“, erläutert Marisa Paramonow. Dort sei es auch möglich, das Profil nach dem Tod des Users (Benutzers) in den Gedenkzustand zu versetzen. Im Profil des Verstorbenen erscheine dann neben dem Namen der Zusatz „in Erinnerung an“.

Die Mitarbeiterin aus dem Holtumer Bestattungsinstitut weiß, dass viele Angehörige der Auffassung sind, sie müssten im Todesfall lediglich Instant-Messenger wie Whatsapp deinstallieren oder das geerbte Smartphone einfach auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Dies sei allerdings mitnichten so. Weil die Handynummer nach einiger Zeit wieder vergeben werde, könne es sonst passieren, dass sie bei Whatsapp noch mit dem Vorbesitzer der Nummer verknüpft bleibe. Damit nicht plötzlich die Chatverläufe und Kontakte des Verstorbenen angezeigt werden, sei es also ratsam, nicht nur die App, sondern vor allen Dingen den Account zu löschen. Und was benötigt der Erbe dafür? Natürlich die Zugangsdaten des Verstorbenen.

Richtig kompliziert werde es dann allerdings bei der Löschung von E-Mail-Adressen. „Jeder Anbieter handhabt das im Todesfall anders“, betont Marisa Paramonow, dass der Provider eigentlich dazu verpflichtet sei, das Telekommunikationsgeheimnis, früher Fernmeldegeheimnis, einzuhalten. Bei Google gebe es hingegen die Möglichkeit bereits zu Lebzeiten darüber zu bestimmen, was eines Tages mit dem betreffenden Nutzerkonto geschehen solle – Stichwort Kontoinaktivität-Mananager.

Wer indes das Konto eines Toten bei einem Online-Versandhändler löschen wolle, solle sich am besten gleich mit dem entsprechenden Kundenservice in Verbindung setzen, rät die Bestattungsfachkraft.

Aus ihrem Berufsalltag weiß sie, dass zur Regelung des Nachlasses inzwischen auch die Ordnung des digitalen Erbes gehört: „Ich persönlich habe mir ganz altmodisch eine handschriftliche Liste mit den Zugangsdaten für meine Accounts angelegt. Die Kunst besteht allerdings darin, diese Benutzernamen und Passwörter in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren.“ Manchmal reiche es jedoch schon aus, wenn sich die Hinterbliebenen nach dem Verlust eines geliebten Menschen wenigstens in den E-Mail-Account des Verstorbenen einloggen könnten. Dieses Konto sei nun einmal „die wichtigste Identität im Internet“, über das nahezu alle anderen Dienste verwaltet werden. Im Netz bestehe darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich spezielle Vorsorgehefte für den digitalen Nachlass herunterzuladen, sagt Marisa Paramonow. Dort kann dann beispielsweise verfügt werden, welche virtuellen Freunde im Todesfall benachrichtigt werden sollen.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...