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Binnenschifffahrt
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Schiffsführer Krause

Jörn Dirk Zweibrock 07.07.2019 0 Kommentare

Benötigt mit der
Benötigt mit der "Stadt Verden" vier Stunden bis Bremen und fünf bis Nienburg: Alexander Krause. (Jonas Kako)

Florian Silbereisen hat nach dem Abgang von Sascha Hehn als neuer Kapitän auf dem „Traumschiff“ angeheuert, und auch auf der „Stadt Verden“ steht seit Saisonbeginn ein neuer Mann auf der Brücke. Nachdem der langjährige Schiffsführer Jan Meyer aus Thedinghausen von Bord gegangen ist, hat nun der 25-jährige Alexander Krause aus Weyhe das Kommando übernommen. Dass er der Chef auf dem Kahn ist, zeigt sich schon an den Schulterklappen auf seinem blütenweißen Hemd. Eigentlich können sich auch Landratten die Rangordnung auf dem Wasser ganz einfach merken: Vier Streifen für Schiffsführer Krause, drei für Steuermann Wolfgang Stolte und zwei für Matrosin Susanne Grundmann. Stolte und Grundmann sind froh, dass Krause – weder verwandt noch verschwägert mit dem gleichnamigen Hausmeister – die Schiffscrew wieder komplettiert. In der vergangenen Saison hat der Weyher bereits nebenberuflich auf der „Stadt Verden“ ausgeholfen, seit diesem Frühjahr begrüßt er die Gäste beim Einsteigen nun ganz offiziell in seiner Funktion als Schiffsführer.

Obwohl er nicht aus einer Schiffer-Familie stammt, war Wasser schon seit Anfang an das Element von Alexander Krause. „Ich habe beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Verden eine dreijährige Ausbildung zum Binnenschiffer gemacht“, erzählt er. Ein Dreiviertel Jahr war er in diesem Zusammenhang auf großen Flüssen und Kanälen unterwegs, die restlichen drei Monate musste er hingegen in Duisburg im Blockunterricht die Schulbank drücken. Neben nautischen und technischen Kenntnissen gehört zu der überbetrieblichen Ausbildung auch die Vermittlung von Gesetzen, schließlich muss ein angehender Schiffsführer wissen, wie er sich auf dem Wasser verhalten muss. Bevor er seine Patentprüfung ablegen durfte, musste Krause insgesamt 180 Fahrtage nachweisen. „Ich habe damals gleich das Seeschifferpatent mitgemacht“, erläutert er.

Auch die Mittelweser hat ihre Nadelöhre, ihre Flussabschnitte mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten. „Die Horstedter Bucht und die Nienburger Bucht sind Engstellen, wo Begegnungsverbot herrscht“, erklärt Alexander Krause. Während die Aller – der größte norddeutsche Fluss, der nicht ins Meer mündet – lediglich rund zwei Meter tief ist, bringt es ihre Mutter, die Weser, an manchen Stellen schon auf drei bis vier Meter.

Krause, der für die Flotte Weser fährt, arbeitet heute da, wo andere Urlaub machen. Während die Berufsschifffahrt auf der Weser in den vergangenen Jahren zugenommen hat, wird die Aller nur noch von Sportschiffern frequentiert. Rund vier Stunden Fahrzeit benötigt das Schiff über Langwedel, Intschede, Uesen, Horstedt, Bollerholz und Dreye bis zum Martini-Anleger in Bremen. In Richtung Nienburg via Dörverden und Hoya dauert es sogar noch eine Stunde länger. Durchschnittlich 200 Fahrten verrichtet Krause in der Saison. Was macht ein Schiffsführer eigentlich in der Nachsaison, also von November bis März? „Dann verrichte ich Bordarbeiten“, verrät er. Vieles erledigen sein Steuermann und er nämlich in Eigenleistung. Gestrichen wird so ein Kahn übrigens mit spezieller Schiffsfarbe.

Die „Stadt Verden“ ist 28,5 Meter lang, 6,5 Meter breit, hat einen Tiefgang von 1,10 Metern und verfügt über rund 180 Pferdestärken. Maximal 250 Fahrgäste finden auf ihr Platz. Anfang der 1980er-Jahre ist das Fahrgastschiff vom Stapel gelaufen. Alle fünf Jahre muss es zum Schiffs-Tüv, der sogenannten SUK. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die Schiffsuntersuchungskommission. „2021 ist es wieder soweit“, weiß Schiffsführer Krause, der natürlich auch den Maschinenraum wie seine Westentasche kennt. Im Gegensatz zum Pkw tankt ein Fahrgastschiff wie die „Stadt Verden“ Schiffsdiesel, rund 3200 Liter an der Zahl.

2018 hat das Schiff eine neue Maschine bekommen und wurde auch sonst generalüberholt. Neue Theke, neue Küche, Laminat statt Teppichboden, die Rattanmöbel auf dem Sonnendeck nicht zu vergessen. Die Theke ist das Reich von Matrosin und Service-Leiterin Susanne Grundmann. Sie hat die Gastronomie von der Pike auf gelernt, wollte eigentlich nur eine Saison auf Aller und Weser schippern, ist dann aber sprichwörtlich auf dem Fahrgastschiff hängengeblieben. Seit Jahren „betüdelt“ sie dort nun schon die Gäste in Heide-Keller-Manier, passt auf, dass die Senioren bei hohen Außentemperaturen auch genug Wasser trinken. „Großer Beliebtheit erfreuen sich unsere Grill- und Kaffeefahrten“, erzählt Grundmann. Traditionell gehen aber auch viele Firmen- und Weihnachtsfeiern auf der „Stadt Verden“ über die Bühne. Die rechte Hand des Schiffsführers ist traditionell der Steuermann, zu dessen Aufgaben unter anderem die Kontrolle der Maschinen und das Festmachen am Anleger zählen.

Ein eigenes Boot hat Alexander Krause aus Weyhe heute nicht mehr. Dennoch braucht er nicht traurig auf die Marina Wieltsee zu schauen, er fährt ja jetzt einen richtig „dicken Pott“. Wieviel fährt die „Stadt Verden“ Spitze? „18 Stundenkilometer“, erzählt Krause stolz. Gut, damit dürfte ihn Silbereisen mit dem „Traumschiff“ doch ein wenig abhängen.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...