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Klimastreik in Verden
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Schüler mobilisieren auch die Eltern

Björn Struß 20.09.2019 0 Kommentare

Mit bunten Fahnen für den Klimaschutz: Die Jugendlichen hatten dieses Mal auch ältere Bürger und Familien für die Demo aktiviert.
Mit bunten Fahnen für den Klimaschutz: Die Jugendlichen hatten dieses Mal auch ältere Bürger und Familien für die Demo aktiviert. (Michael Galian)

Mit einem Megafon in der Hand läuft Emily Karius den Nikolaiwall entlang. Neben ihr: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren. Karius geht schnellen Schritts, aber der Demonstrationszug will kein Ende nehmen. „Wer nicht sitzt, der ist für Kohle“, ruft die junge Frau den Menschen entgegen. Unzählige Male wiederholt sie diesen Satz während des Laufens, sie will alle erreichen. Wenig später sitzen etwa 1000 Menschen, auf Kommando springt die Menge hoch. Es ist eine Humba für mehr Klimaschutz.

Spätestens in diesem Moment hat der globale Klimastreik der Fridays-For-Future-Bewegung (FFF) Verden erreicht. Wer auf dem Nikolaiwall in der Mitte des Demonstrationszuges läuft, kann weder den Anfang noch das Ende der Menschenmenge erblicken. Die Demonstranten laufen auf einer Spur der Fahrbahn, so wird ihr Tross länger. „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“, ist eine der beliebtesten Parolen. Nach Angaben der Organisatoren sind es über 1000 Menschen, die in diesem Moment demonstrieren. Die Polizei schätzt die Zahl auf 800. Für die örtliche FFF-Gruppe ist schon diese konservative Schätzung ein großer Erfolg. Bei der ersten Klimademo in Verden waren laut FFF nur 300 Menschen dabei.

Ihren Anfang nimmt der Streiktag am Verdener Bahnhof. Gegen 11.30 Uhr setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Über die Straße Holzmarkt geht es dann weiter Richtung Lindhooper Straße. Vor dem Landgericht Verden biegt der Zug auf den Johanniswall ein. Auf langer gerader Strecke geht es über Nikolai- und Andreaswall zum Domgymnasium. Vorbei am Dom erreichen die Aktivisten über die Obere Straße dann die Fußgängerzone. Gegen 12.45 Uhr kommt die Demonstration vor dem Rathaus zum Stehen. Redebeiträge und Musik beenden auf der Abschlusskundgebung allmählich den Streik für das Klima.

Die Polizei zeigt sich mit dem Verlauf der Demonstration mehr als zufrieden. „Das war eine vorbildliche Versammlung, wir haben keinerlei Kritikpunkte“, erklärt Einsatzleiter Wilfried Wiemann. Als Auflage hatten die Beamten von den Anmeldern der Demonstration verlangt, pro 20 Teilnehmer einen Ordner zu stellen. „Die Ordner haben sich vorbildlich verhalten, teilweise haben sie sogar den Verkehr geregelt“, berichtet Wiemann. Auch die Autofahrer hätten Geduld bewiesen und die Verkehrsbehinderungen über sich ergehen lassen. „Wirklich böse war niemand“, resümiert Wiemann.

„Der Tag ist für uns super positiv verlaufen“ sagt auch Luzi Maj Loonhardt. Die 17-Jährige besucht das Gymnasium am Wall und ist an diesem Tag die Sprecherin der Verdener Aktivisten von FFF. „Heute waren nicht nur Schüler auf der Straße. Es waren viele Gruppen der Gesellschaft vertreten“, betont sie. Damit nimmt sie Bezug auf den Kerngedanken dieses globalen Aktionstages. Nicht nur Schüler sollen sich an den Protesten beteiligen, der Aufruf zum Streik richtet sich an die gesamte Gesellschaft. Und tatsächlich: In Verden demonstrieren auch die Erwachsenen mit. Manch einer macht aus dem Protest kurzerhand einen Familienausflug. Auch Rentner sind dabei.

Loonhardt fordert von der Politik einen viel besseren öffentlichen Nahverkehr: „Auf den Dörfern ist das Busnetz viel zu schlecht“, sagt sie. Mit ihren Mitstreitern hat sie eine ganze Liste an Forderungen erarbeitet, die sich an die Stadt Verden und den Landkreis richten. So sollen Dauelsen und Kirchlinteln etwa an das Bahnnetz angeschlossen werden, um die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren. Überhaupt, Autos haben es bei FFF grundsätzlich schwer. Die Klimaaktivisten fordern für Verden ab 2025 eine autofreie Innenstadt. Stattdessen soll die Stadt vermehrt Fahrradschnellstraßen einrichten.

Auch bei der Energieversorgung hat FFF eine konkrete Vorstellungen für Verdens Zukunft. Die Stadtwerke Verden sollen spätestens ab dem Jahr 2030 nur noch Strom aus erneuerbaren Energien liefern. Damit dies gelingt, soll die öffentliche Hand verstärkt Windparks und Solaranlagen finanzieren.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...