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Domfestspiele
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Sehen und gesehen werden

Anna Zacharias 16.07.2017 0 Kommentare

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Kristin Krippendorff und ihr Mann Wolfgang haben den Weg aus Hannover angetreten. Sie haben bisher noch keine Aufführung verpasst.  (Björn Hake)

Verden. Sehen und gesehen werden, auch das steht neben dem Theatervergnügen am Rande der Verdener Domfestspiele ganz weit oben und macht das inzwischen traditionelle Freiluftspektakel zu einem gesellschaftlichen Highlight. Zur Premiere zeigt sich die Lokalprominenz bei Speis und Trank in bester Stimmung. Die neuen Schuhe der einen sind da ebenso Thema wie der schlecht sitzende Anzug des anderen. Und wer ist denn eigentlich die charmante neue Begleitung von Frau Müller-Mustermann?

Inmitten des fröhlichen Treibens vor der Aufführung sitzt auch Verdens Altbürgermeister Wolfgang Krippendorff mit Gattin Kristin auf einer der Bierbänke. Die beiden wohnen inzwischen in Hannover, reisen aber selbstverständlich zu diesem kulturellen Ereignis an. „Wir waren natürlich jedes Mal dabei“, sagt Krippendorff, und lächelt seiner Frau beim Anstoßen zu – er mit Wein, sie mit Wasser. „Wir sind ja die Gruftis hier“, fügt er trocken hinzu.

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Unterwegs mit den Schwiegereltern: Willi Meyer, Rosemarie Meyer, Anita Freitag-Meyer, Ute Bartsch und Heike Elmers (v.li.). (Björn Hake)

Von einem der Stehtische schallt lautes Frauenlachen herüber. Die Verdener Keksfabrikantin Anita Freitag-Meyer – mit neuer Frisur – hat ihre Schwiegereltern sowie Freundin und Schwester mit dabei. Sie ist eine der zahlreichen Sponsoren der Festspiele und bereits in bester Premierenstimmung: „Es soll eine sehr bewegende Geschichte sein. Aber auch auf die ganz speziellen Gags, die eben nur die Verdener verstehen können, freue ich mich“, sagt sie mit einem breiten wie einnehmenden Lächeln.

Zwischen den Gästen wuselt Safed Somo umher. Der Portofino-Wirt sorgt mit seiner Gastronomie wieder für die kulinarischen Genüsse. „Zwischendurch“ komme auch er dazu, sich Teile des Stücks anzusehen. Allerdings hat er alle Hände voll zu tun: Um 12 Uhr habe er an diesem Tag angefangen, um 24 Uhr ruft der Feierabend.

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Fabio Maldini (links) und Safed Somo beim letzten Feinschliff für das Buffet.  (Björn Hake)

An der Seite von Aller-Weser-Klinik-Geschäftsführerin Marianne Baehr, beziehungsweise gerade bierholend, ist Klaus-Dieter Masselink. Als er zurückkommt, überreicht er seiner mit wetterfester Jacke, Schal und Schirm ausgestatteten Partnerin ihr Getränk. Er sei zum dritten Mal bei den Domfestspielen, erzählt er munter.

„Ich freue mich vor allem darüber, dass es schon vorher geregnet hat“, sagt er. Denn trotz bedrohlicher Wolken und Blitze auf sämtlichen Wetter-Apps blieb es am Freitag zur Aufführung weitgehend trocken. Ob ihm denn eine Tragödie lieber sei, als eine Komödie? „Ach, HSV oder Werder – Hauptsache Theater“, sagt der zum Scherzen aufgelegte Geschäftsführer der Scheeßeler Heidesand. 

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Sponsorenbetreuer Wolfgang Reichelt (rechts) im Gespräch mit seiner Frau Marlies (2. v. re.) und Freunden – Nachfahren des Bischof Christoph von Bremen.  (Björn Hake)

Show mit Sex-Appeal

In der Pause zeigen sich die meisten Besucher stark beeindruckt von der Inszenierung, bei der zunächst die heiteren Töne überwiegen. Das Ehepaar Krippendorff freut sich über die „gut aufgebaute Dramaturgie“ dieser Inszenierung. Wolfgang Krippendorff bemerkt zudem schelmisch, dass „ein bisschen Sex“ ja auch immer dazugehört bei den Domfestspielen. Damit spielt er vermutlich auf die Badezuber-Szene an, in der sich die vermeintlich züchtig-katholischen Herrschaften aufs Beste vergnügen.

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Krückentausch: Adrian Mohr testet das Modell Mittelalter. (Björn Hake)

Mit seiner Frau Karin und nach einem Fußball-Malheur noch immer an Krücken gehend, ist der CDU-Landtagsabgeordnete Adrian Mohr gekommen. Und findet prompt eine Leidensgenossin, als er langsamen Fußes in die Pause humpelt. Edeltraud Nühring-Grimm kommt ihm da entgegen, ebenfalls an Krücken – Marke Mittelalter.

Die Darstellerin im ziemlichen Volks-Outfit mit Haube kann sich ihre ledernen Gehhilfen schon fast gar nicht mehr wegdenken: „Ich habe schon ein halbes Jahr damit geübt und mich an sie gewöhnt“, sagt sie. Und mit den modernen und wesentlich weniger stilvollen Exemplaren des CDUlers wollte sie dauerhaft schon gar nicht tauschen.

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Daniela Aevermann, Klaus-Dieter Masselink und Marianne Baehr (v.li.) stoßen an. (Björn Hake)

Neben Alt-Bürgermeister Krippendorff und dem aktuellen Verdener Bürgermeister Lutz Brockmann, lässt sich auch Achims Stadtoberhaupt Rainer Ditzfeld mit Frau Patricia zur Premiere blicken, die die Schauspieler nach einer gelungenen Darbietung mit tosendem Applaus im Anschluss noch gebührend feierten. „Das Ave Maria war wirklich toll“, sagt Ditzfeld in der Pause. 

Was viele vielleicht gar nicht bemerkt haben: Das Lied kam, wie auch die anderen Musikstücke, die aus dem Hintergrund für Gänsehaut sorgten, nicht etwa vom Band. Die Stücke wurden von der Verdener Opernsängerin Christiane Artisi live gesungen. Gegenteiliges hätte man allerdings durchaus vermuten können, klangen die Gesangseinlagen doch fast eine Spur zu perfekt.

Premierenaufführung Domfestspiele 2017 in Verden, Der brennende Mönch
Patricia Schütz-Ditzfeld und Mann Rainer freuten sich auf das Spektakel.  (Björn Hake)

Die Domfestspiele einfach an der Weser nachzumachen, soweit würde Ditzfeld zwar nicht gehen wollen. Trotzdem macht der Bürgermeister aber keinen Hehl aus seiner Bewunderung für das Freiluft-Event in der Kreisstadt: „So etwas hätte ich in Achim auch gern.“


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...