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Neue Stadtkante
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Stadtkante steht auf der Kippe

Marie Lührs 11.04.2019 0 Kommentare

Die Verdener Kaufhalle war für viele Menschen eine beliebte und stadtnahe Einkaufsmöglichkeit.
Die Verdener Kaufhalle war für viele Menschen eine beliebte und stadtnahe Einkaufsmöglichkeit. (Björn Hake)

Rund um die alte Kaufhalle sollte in Zukunft ein urbanes Quartier entstehen. Doch ein Schreiben der Immobilienentwicklungsgesellschaft BPD bereitet der Stadtverwaltung in Verden nun Sorgen. Darin teilt das Unternehmen mit, die Projektentwicklung mit sofortiger Wirkung zu beenden. In einem Pressegespräch an diesem Freitag will Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) über den aktuellen Stand der Dinge und die Auswirkungen dieser Entscheidung informieren.

Als maßgeblichen Grund für die plötzliche Absage nennt die BPD die vergebliche Suche nach einem geeigneten Investor oder Betreiber für das Hotel, das in die neue Stadtkante integriert werden sollte. Es sei niemand gefunden worden, der die erforderlichen finanziellen Sicherheiten vorlegen könne.

Die Hamburger Firma hatte sich 2016 in einem Wettbewerb der Stadt Verden mit ihrem Entwurf durchgesetzt. Der Verdener Stadtrat brachte die Umsetzung wenig später einstimmig auf den Weg. Damals lobte Brockmann den Investor als jemanden, der die „einmalige Lagequalität erkennt und einen städtebaulich herausragenden Bauvorschlag einbrachte, der neue Akzente setzt und sich in das Verdener Stadtbild hervorragend einpasst“.

Der Plan sah vor, auf dem rund 7600 Quadratmeter großen Grundstück ein urbanes Quartier mit einem Lebensmittelmarkt, Einzelhandels- sowie Dienstleistungsflächen sowie eine große Anzahl von Mietwohnungen und ein attraktives Hotel zu errichten. Innerhalb des Komplexes sollte zudem ein leicht erhöhter neuer Stadtplatz mit Blick auf die Aller und fester Gastronomie entstehen. Die Bauwerke im neuen Quartier sollten drei- bis viergeschossig werden. Die Wohnbebauung über den neuen Einzelhandelsflächen war zweigeschossig geplant. Dort sollten laut dem scheidenden Projektentwickler Michael Daase etwa 70 Wohnungen entstehen. Das Hotel sollte rund 80 Zimmer umfassen.

Die Gebäude sollten sich „windmühlenartig“ um die halböffentlichen Wohnhöfe gliedern. Die Erschließungstreppen zu den Wohnungen sollten das Erscheinungsbild der Altstadt aufnehmen und gleichzeitig Einblicke in die anderen Höfe im Quartier erlauben. „Die Gänge erinnern explizit an die Verdener Altstadt. Das war auch in unserem Siegerentwurf für den Wettbewerb so, weil das Quartier Stadtkante den Abschluss der Altstadt im Norden bildet“, beschrieb Daase damals die Idee. Besonders sollte auch die Gestaltung der Dächer werden. So sollten die unterschiedlich geneigten Pultdächer in Richtung Stadt einen abwechslungsreichen Anblick bieten. „Daraus entsteht eine zeitgemäße Interpretation der historischen Dachlandschaft in Verden“, erklärte Daase.

Inzwischen steht die Kaufhalle leer. Schuhmacher, Lotto-, Tabak- und Zeitschriften-Geschäft, Sonderpostenmarkt, Friseur und Lebensmittelhändler waren dort zuvor untergebracht. Sie verließen in den vergangenen Monaten nach und nach das zum Abriss bestimmte Gebäude. Leerstand gibt es auch in dem benachbarten Bau, der zuletzt die Postbank beheimatete. Während Bank und Sonderpostenmarkt bereits andernorts neue Immobilien bezogen haben, sollte der Rewe-Markt im Neubau eröffnen.

Die Absage der Projektentwickler setzt der Stadtkante allerdings nicht zwingend ein Ende. So hatte die Stadt sich bereits kostenlos die Nutzungsrechte am Entwurf des Büros Winking Froh Architekten BDA gesichert. In seinem Schreiben teilt Michael Daase zudem mit, dass die BPD „die eigenen Kosten für die Projektentwicklung, die bis zum heutigen Tag angefallen sind, trägt“. Ausgenommen von dieser Zusage seien Kosten für Leistungen, die die Stadt Verden erbracht habe. Während die BPD alle Dienstleister und Geschäftspartner, die vertraglich in die Projektentwicklung mit eingebunden sind, über ihren Rückzug informiert, gab die Verwaltung die Neuigkeit bereits an die Ratsmitglieder weiter. Aus einem Schreiben von Stadtkämmerer Andreas Schreiber, das der Redaktion vorliegt, geht hervor, dass die Stadt „das weit fortgeschrittene Planverfahren ohne Zeitverluste und Zusatzkosten eigenständig fortsetzen kann“. Das habe auch die BPD bestätigt. Aus Sicht der Verwaltung seien nunmehr zunächst verschiedenen rechtliche Aspekte zu prüfen und Gespräche zu führen, bevor über das weitere Vorgehen entschieden werden könne.


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Leserkommentare
alterwaller am 22.10.2019 10:39
Da sollen also die, die sich Privatschule nicht leisten können die Schulen der "FDP-Klientel" pampern ? Passt zu Bremen und der Partei.
Neal am 22.10.2019 10:36
Parken und fahren wie es dem/der Fahrer/in gerade in den Sinn kommt, ist ja nicht nur zum Freimarkt ein Problem.
Wir brauchen a) eine besser ...