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Frauen demonstrieren
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Verdenerinnen gehen auf die Straße

Marie Lührs 11.01.2019 0 Kommentare

Hoffen bei der Demonstration auf einen vollen Marktplatz: Kathrein Goldbach (links) und Gesine Ahlers.
Hoffen bei der Demonstration auf einen vollen Marktplatz: Kathrein Goldbach (links) und Gesine Ahlers. (Björn Hake)

Dass Ärzte auf ihren Webseiten, in Flyern und auf Aushängen aufführen, welche Dienste sie bieten, ist keine Seltenheit. Nur wenigen von ihnen drohen für solche Informationen unschöne Konsequenzen. Denn Frauenärzte, die so darauf aufmerksam machen, dass sie auch Abtreibungen vornehmen, müssen zunehmenden mit Anzeigen rechnen. Hintergrund ist der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch, der das Werben für Abtreibung mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft. Gegen dieses „Werbeverbot“ regt sich seit einiger Zeit Widerstand – nun auch in Verden, wo am Freitag, 25. Januar, Frauen für ihr Recht auf Informationen zum Schwangerschaftsabbruch demonstrieren werden.

„Der Begriff Werbung ist sehr missverständlich“, findet Kathrein Goldbach, die die Demonstration in Verden gemeinsam mit Gesine Ahlers initiiert hat. Schließlich gehe es den Ärzten weniger darum, Abtreibungen tatsächlich zu bewerben, als darum, Frauen in einer schwierigen Lebenssituation wichtige Informationen zugänglich zu machen. Natürlich solle für einen Schwangerschaftsabbruch nicht im klassischen Sinne geworben werden, betont Goldbach. Das Problem: Der Begriff Werbung ist im Gesetz weiter gefasst als im Sprachgebrauch üblich. So ist schon die reine Information auf der Webseite strafbar, da der Arzt letztlich auch durch diese Dienstleistung Geld verdient – im Gesetzestext ist von einem Vermögensvorteil die Rede. 

Unter dem Titel „Weg mit Paragraph 219a“ hat das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung für den 26. Januar zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Diesem Ruf sollte auch die Stadt Verden folgen, finden Goldbach und Ahlers, die ihre Protestveranstaltung allerdings für den Vortag planen. Denn von einem Freitag erhoffen sich die Damen höhere Teilnehmerzahlen als von einem Sonnabend.

Rund 100 Demonstranten erwarten die Organisatorinnen – so viele haben sie zumindest für die Veranstaltung angemeldet. „Wir sind mit unserem Vorhaben auf ein breites Echo gestoßen“, freut sich Goldbach. Neben dem Kreisfrauenrat, der Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt (Biss), der Frauenberatung Verden und dem Frauenhaus, haben auch SPD, FDP und Die Grünen ihre Unterstützung zugesagt. Ebenfalls mit dabei ist die Gewerkschaft Verdi. Für das Grußwort konnten die Organisatorinnen Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) gewinnen.

Nur in den ersten drei Monaten nach der Zeugung ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Die Schwangerschaft muss von einem Arzt festgestellt worden sein. Außerdem ist danach ein Gespräch bei einer Beratungseinrichtung Pflicht. Erst nach drei weiteren Tagen Bedenkzeit dürfen Frauen einen Termin zum Abort wahrnehmen. In diesem engen Zeitfenster werde insbesondere sozial benachteiligten Frauen und Migrantinnen durch den Paragraphen 219a erschwert, kritisieren Ahlers und Goldbach. Denn der erschwere unnötig die Suche nach einem Arzt, der den Eingriff vornimmt, und nach ergänzenden Informationen von Fachleuten.

„Jede Frau, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt, sollte immer und uneingeschränkt Zugang zu Informationen erhalten“, heißt es auf den Flyern, die zur Demonstration laden. Umfassende und unabhängige Informationen zum Thema sollten öffentlich verfügbar sein – dazu zählen auch Angaben über helfende Ärzte und von ihnen angewandte Methoden. „Sachliche Informationen sind keine Werbung und dürfen nicht durch das Strafgesetzbuch Paragraph 219a kriminalisiert werden“, fordern die Frauen hinter der Aktion.

In den nächsten Tagen werden in der Stadt die Plakate ausgehängt. Auch Flyer mit Informationen zur Demonstration sollen bald bei verschiedenen Beratungs- und Informationsstellen sowie Frauenärzten ausliegen. Die Demonstration beginnt um 16 Uhr auf dem Rathausplatz.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...