Moonlight-Kleiderbörse Verkauft wird wie verrückt

Auf Schnäppchenjagd haben sich Mütter und Väter, zum Teil mit ihren Kindern, in Intschede begeben, wo Kinderkleidung und Spielzeug angeboten wurden.
04.03.2018, 16:41
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Verkauft wird wie verrückt
Von Jürgen Juschkat

Blender-Intschede. Gummistiefel für den kleinen Dennis – wenn es dann doch wieder so ein verregneter Sommer wie 2017 werden sollte. Ein Spiel für Annika, mit dem die Konzentration geschult wird. Es gab die unterschiedlichsten Angebote bei der Kinderkleider- und Spielzeugbörse in der Gemeinschaftssportanlage Intschede, wo engagierte Mütter aus der Region am Freitagabend Ausrangiertes verkauft haben.

Zwei Mal im Jahr wird solch eine Börse in der Gemeinde Blender veranstaltet – in einem der ersten Monate im Jahr unter anderem mit Frühjahrs- und Sommerkleidung für den Nachwuchs und später noch einmal mit Herbst- und Winterangeboten. „Die Anbieter zeichnen ihre Sachen aus, bestimmen den Verkaufspreis selbst und bekommen eine Nummer zugeteilt. Wir nehmen die Sachen entgegen, bauen sozusagen verkaufsfördernd auf und übernehmen im Vorfeld die Werbung. Dann wird verkauft wie verrückt“, erklärte Ute Mory, die zu den acht Organisatorinnen gehört.

Am Ende der Zeit wurde der Rest zurück sortiert in die Kisten der Anbieter, die ihre nicht verkauften Sachen am nächsten Tag wieder abholten und ihr eingenommenes Geld entgegennahmen. „Wir behalten ein fixes Startgeld und eine umsatzabhängige Provision von zehn Prozent pro Anbieter ein. Daraus ergibt sich unser Gewinn. Nach Abzug unserer Kosten bleibt die Spende für die Gemeinschaftssportanlage“, fügte Ute Mory an.

In Körben gestöbert

Schon zeitig waren viele Mütter und sogar ganze Familien vor Ort, um sich die besten Sachen bei den 60 Anbietern zu sichern. Da hingen Rücksäcke, Taschen und Fahrradhelme an den Wandhaken so wie Kleider, Röcke und Hosen fein säuberlich auf Ständern. In kleinen Körben stöberten die Besucher unter anderem nach passenden Sportsachen und Mützen für Mädchen und Jungen.

Andrea Riemer aus Martfeld hatte Sohn Hannes und Tochter Sabrina mitgebracht. Während sich das Mädchen zum Beispiel den Roman „Morgenrot“ für zwei und „Ostwind – das Buch zum Film“ für drei Euro aussuchte, wollte der Bruder nichts von den angebotenen Sachen haben. „Bücher sind generell cool“, schwärmte die Bücherfreundin, während ihre Mutter den Spareffekt erkannte. „Die kosten doch sonst neun Euro“, sagte sie. „Eine Arbeitskollegin verkauft hier, nächste Woche kommt sie zu uns“, fügte Andrea Riemer an.

Bei den Sportklamotten war eine Frau skeptisch: „Größe 152 – fallen die alle so eng aus?“ Eine andere Mutter stellte bei einem anderen Kleidungsstück fest: „Da fällt die raus.“ Anprobieren war aber eben nicht möglich. Es gab auch schon mal Reklamationen – doch recht selten. Jenny Schröder aus Langwedel wurde bei den Mützen für ihren Nachwuchs fündig, Anna Demuth packte Pullis und Hosen ein. „Und gleich will ich nach Spielzeug für später schauen“, ergänzte die junge Mutter aus Verden-Walle.

Auch Schaukelpferde, Tretroller, kleine Fahrräder oder Bobby-Cars wurden verkauft. Auf einem Schaukelelch saß die kleine Sina aus der Nähe von Posthausen, auf die der Vater aufpasste, während die Mutter auf Schnäppchenjagd ging. Linn und Marius Ringkowski suchten Passendes für ihre beiden Kinder. „Sie trug die Kleinste in einem Tuch, er hielt links eine Tragetasche mit Spielsachen. Gleichzeitig wühlte er mit der rechten Hand in einem der zahlreichen Körbe mit Kinderkleidung. „Mein Mann hat genaue Instruktionen bekommen, welche Größen wir benötigen“, erzählte Linn Ringkowski einer anderen Mutter.

Freude am gemeinsamen Tun

„Wir bieten eine Plattform zum Verkauf gut erhaltener Kleidung und Spielwaren und den Käufern die Möglichkeit, Kinderkleidung zu moderaten Preisen zu kaufen und spenden unseren Gewinn der Gemeinschaftssportanlage, um für den Ort Intschede und die Gemeinde Blender einen attraktiven Veranstaltungsort und eine Begegnungsstätte erhalten zu helfen“, berichtete Ute Mory. „Wir haben Freude am gemeinsamen Tun. Ohne unsere vielen freiwilligen Helfer wären wir aufgeschmissen. Es sind zwei Tage voller Arbeit, die sich auf jeden Fall lohnen, aber auch kräftezehrend sind“, fügte die Mitorganisatorin zusammenfassend an.

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