Bulgarische Schüler im Rahmen des Projekts 'Umwelt baut Brücken' im Verdener Rathaus empfangen Viel über Umweltschutz erfahren

Verden. Verden ist klein, gemütlich und sehr schön - darin waren sich die Schüler einig. Eine Woche lang waren 14 Zehntklässler mit ihrem Deutschlehrer Stefan Sommer vom mitten in Sofia gelegenen Galabov-Gymnasium im Rahmen des Projekts 'Umwelt baut Brücken' zu Besuch in Verden. Gestern empfing Bürgermeister Lutz Brockmann die Gäste im Rathaus. Mit von der Partie: 14 Schüler des Verdener Domgymnasiums, bei denen die Schüler untergebracht waren.
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Von Inka sommerfeld

Verden. Verden ist klein, gemütlich und sehr schön - darin waren sich die Schüler einig. Eine Woche lang waren 14 Zehntklässler mit ihrem Deutschlehrer Stefan Sommer vom mitten in Sofia gelegenen Galabov-Gymnasium im Rahmen des Projekts 'Umwelt baut Brücken' zu Besuch in Verden. Gestern empfing Bürgermeister Lutz Brockmann die Gäste im Rathaus. Mit von der Partie: 14 Schüler des Verdener Domgymnasiums, bei denen die Schüler untergebracht waren.

Paolina hatte bei ihrem ersten Besuch in Verden schnell den Unterschied zu ihrer Heimatstadt bemerkt: 'Im Verden gibt es viele hübsche alte Häuser, in Sofia dagegen hauptsächlich Neubauten.' Es war ihr zweiter Besuch in Deutschland, das erste Mal ging es in ein Dorf bei München. Die 16-Jährige interessiert sich für Journalistik und Umwelt - ein Grund, weshalb sie am Projekt teilnahm. Sie nutzte die Gelegenheit, um Infos für die Berufswahl zu sammeln. Besonders begeistert war sie von ihrer Gastfamilie: 'Alle waren sehr freundlich.'

Texte schreiben und Umweltschutz, das war auch Joanas Motivation. Außerdem: 'Ich wollte Deutschland kennenlernen und Verden sehen', sagte die 16-Jährige. Ihr Urteil: 'Eine schöne Stadt.' Bei einem Besuch in Bremen hat sie gestaunt: 'So viele alte Gebäude mitten in der Stadt.' Ihr Mitschüler Ivailo entdeckt gern neue Länder und war bei seinem ersten Besuch in Verden von Land und Leuten angetan: 'Die Stadt ist viel schöner als Pforzheim und hat eine angenehme Atmosphäre', meinte er. In der baden-württembergischen Stadt war er bei seinem ersten Deutschland-Besuch zu Gast. Der 16-Jährige möchte mehr über Umweltschutz erfahren: 'Die Menschen hier wissen, was sie tun.'

Mit ihrer Motivation erfüllten die bulgarischen Jugendlichen die Hoffnungen von Bürgermeister Brockmann: 'Brücken bauen ist mehr als sich über Umwelt auszutauschen.' Gegenseitiges Kennenlernen stehe im Mittelpunkt: 'Es gibt Fragen, die alle Jugendlichen über Grenzen hinweg beschäftigen.' Beispielsweise der zukünftige Beruf und überhaupt: Wie sieht das Leben aus? Umwelt sei ein Thema, das auch den Stadtrat beschäftige: 'Klimaschutz ist wichtig.' Denn: 'Wir haben nur noch zehn Jahre Zeit.' Recht wenig, doch da sich viele Gemeinden mit dem Thema beschäftigten, könne man Mut schöpfen.

Das Projekt 'Umwelt baut Brücken' gibt es seit vier Jahren. 'Nach der Ost-Erweiterung der Europäischen Union kommt es jetzt darauf an, Ost- und Westeuropa zusammenzuführen', sagte Karl-Georg Beckmann, Deutschlehrer am Domgymnasium, der das Projekt gemeinsam mit Kunst- und Religionslehrer Georgi Bakalov betreut. Zuerst kamen polnische Schüler nach Verden. 'Die Verbindung läuft über einen Schüleraustausch weiter', sagte Beckmann. Der Weser-Kurier begleitete das Projekt, auf einer Sonderseite wurden die Artikel der Schüler veröffentlicht. Damit sollen die Jugendlichen mit dem Medium Tageszeitung vertraut gemacht werden und lernen, kritisch Zeitung zu lesen. Die Texte der Schüler über den Besuch der bulgarischen Gymnasiasten erscheinen in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Umweltbildung: Die Schüler sollen für Umweltfragen sensibilisiert werden. So besuchten sie am Freitag das 'Bauteilnetz Deutschland', eine Bremer Firma, die gut erhaltene Bauteile von Abrisshäusern verwertet. 'Das spart Rohstoffe und schont die Umwelt', sagte Beckmann. Anschließend ging es zur 'Bauteilbörse', die unter anderem Türen, Fenster und Fliesen bei Umbauarbeiten ausbaut und über das Internet verkauft.

Die Gäste aus Bulgarien lernten auch den Alltag in Deutschland kennen: Sie gingen mit ihren Gastgebern zur Schule. 'Der Unterricht ähnelt unserem', sagte Paolina. Seit vier Jahren lernen sie und ihre Mitschüler Deutsch als zweite Fremdsprache, und fast alle Fächer werden in deutscher Sprache unterrichtet. Während ihres Aufenthalts unternahmen die Jugendlichen außerdem einen selbst organisierten Ausflug nach Hamburg. 'Das hat hervorragend funktioniert', lobte Beckmann. Gemeinsam mit ihren Gastfamilien besuchten die bulgarischen Jugendlichen unter anderem den Bremer Freimarkt und das Universum sowie das Klimahaus in Bremerhaven. Fußballfans sahen sich gestern Abend das Champions-League-Spiel im Weserstadion an, bevor die Gruppe heute wieder nach Hause fliegt.

Auf eines freuen sich sowohl Gäste als auch Gastgeber: auf den Gegenbesuch im Juni in Sofia.

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