Führungen durch Kirchen und Mühlen in Achim Viele Denkmalstüren sind Sonntag geöffnet

Achim. Seit 1993 gibt es in Deutschland den Tag des offenen Denkmals. Am kommenden Sonntag sind auch in Achim und Umgebung zahlreiche Gebäude und Einrichtungen geöffnet.
08.09.2011, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Ulrich Tatje

Achim. Seit 1993 gibt es in Deutschland den Tag des offenen Denkmals. Am zweiten Sonntag im September sind in den vergangenen Jahren bundesweit jedes Jahr etwa viereinhalb Millionen Menschen auf den Beinen gewesen, um sich am Denkmaltag mit der Geschichte und der Architektur zu befassen. Am kommenden Sonntag sind auch in Achim und Umgebung zahlreiche Gebäude und Einrichtungen geöffnet.

Dazu zählt das älteste Gebäude der Stadt, die St.-Laurentius-Kirche im Bauernviertel. Zwischen 10 und 18 Uhr ist sie am Sonntag geöffnet. Um 11.15 Uhr beginnt eine Führung durch die Kirche, die 1257 erstmals erwähnt wurde, wobei es auch schon davor eine Kirche an dieser Stelle gab, wie die Reste des romanischen Baus am Turm und an der Südwand bezeugen.

Nicht weit davon entfernt steht das Haus Clüver, ein Zweiständer-Niedersachsenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Das ehemals einem reichen Bauern gehörende und nach einem Brand 1823 neu errichtete Haus ist heute unter anderem ein Café und beherbergt Heimatverein und Geschichtswerkstatt. Am Sonntag ist es ab 13 Uhr geöffnet, Elke Gerbers führt um 14 und um 15 Uhr Gäste durch das Haus. Von dort geht die Gästeführerin jeweils weiter zur ehemaligen Hofstelle Meislahn, wo es unter anderem eine Scheune aus dem 18. Jahrhundert zu sehen gibt, deren Gefache in der ursprünglichen Art und Weise mit Staken und Weidengeflecht ausgefüllt sind.

Der 250 Jahre alte Galerie-Holländer mit seinem reetgedeckten Turm ist an diesen Sonntag ebenfalls geöffnet (10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr). Die Windmühle, die bis 1965 in Betrieb war, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der jüdische Friedhof an der Straße An der Eisenbahn ist am Denkmaltag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Schon zwei Stunden eher öffnet die Ausstellung "Auf den Spuren jüdischen Lebens" im Rathaus. Dort beginnt um 16 Uhr ein Stadtrundgang, der um 17 Uhr auf dem Friedhof endet. Hebräischlehrer Günter Schmidt-Bollmann wird die Besucher (Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen) über den Friedhof führen.

Gästeführerin Dörte Borzek-Claus ist zwischen 14 und 16 Uhr bei der Ringwallanlage der Hünenburg im Stadtteil Baden (Schwedenschanze 29) und plaudert über die Geschichte und den Sinn dieser Anlage.

Führung durch das Künstlerdorf

Zwei Kirchen in der Umgebung Achims sind am Tag es Denkmals ebenfalls geöffnet und bieten Führungen an. Dabei handelt es sich um die St.-Cosmas und Damian-Kirche im Thedinghauser Ortsteil Lunsen (14 bis 18 Uhr), deren Geschichte bis ins Jahr 977 zurückgeht und um die St.-Sigismund-Kirche in Langwedel-Daverden (11 bis 18 Uhr). Während in Lunsen Gästeführerverein Margret Stockmann ab 14.30 Uhr eine Führung durch die sehenswerte Kirche anbietet, zeigt Ralf Hartmann um 15 Uhr den Turm der Davendener Kirche.

Im Flecken Ottersberg gibt es ab 14 Uhr eine Führung mit Rosemarie Rohde durch das Bauern- und Künstlerdorf Fischerhude mit einem Besuch des Heimathauses Irmintraut. Das Heimathaus ist ein für die Landschaft Fischerhudes typisches Zweiständerhaus für Mensch und Tier. Hier gibt es ein Backhaus und einen Kornspeicher ("Spieker"), der nun als Wohnung genutzt wird. Außerdem erinnert ein Bootsschuppen ("Scheppschuer") daran, dass früher jeder Hof über Wasserläufe mit der Wümme verbunden war.

Eine echte Sehenswürdigkeit, und in dieser Form nur noch selten anzutreffen, ist das historische Flett - der Lebensmittelpunkt des Bauernhauses. Hier kamen die Menschen zusammen, wärmten sich an der Kochstelle, stopften Strümpfe oder flochten Körbe. 1816 wurde das Flett aus Weserkieseln zu einem Mosaik gelegt. Das Herdfeuer war die wichtigste Licht- und Wärmequelle im Haus. Treffpunkt für die Führung ist der Parkplatz an der Straße nach Oyten. Die Kosten betragen sechs Euro.

Sehenswerte Denkmale in Sottrum

In der Samtgemeinde Sottrum sind an diesem Tag des offenen Denkmals ebenfalls einige Aktionen geplant. Der Heimatverein Sottrum um Hanna Hildebrandt, Hans-Georg Wiedemeyer und Erich Schnackenberg bietet auf dem Heimathausgelände zwischen 11 und 17 Uhr stündlich Führungen über die aus dem 17. Jahrhundert stammende Hofanlage an. Zu den historischen Sehenswürdigkeiten zählen Spieker, Backhaus, Ziehbrunnen. Remise, Querdurchfahrtscheune und Göpel. Weitere Informationen gibt es telefonisch bei Hanna Hildebrandt unter 04264/ 82000.

Auch die St.-Georgs-Kirche in der Kirchstraße öffnet ihre Türen. Von 11 bis 15 Uhr können die Besucher den im 13. Jahrhundert erbauten Kirchturm, das Kirchenschiff von 1737, die Kanzel aus dem Jahr 1609 sowie zwei Epitaphien aus dem 16. und 17. Jahrhundert besichtigen. Ansprechpartnerin ist auch hier Hanna Hildebrandt.

Einiges zu bieten hat auch die Marienkirche in der Sottrumer Gemeinde Ahausen. Das historische Gotteshaus aus dem Jahr 1848 verfügt über eine Röver-Orgel von 1864 und ist barock ausgestattet. Zu seinem Markenzeichen gehören die alten Türme. Die Kirche ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Um 17 Uhr sind eine Orgelführung inklusive Konzert geplant. Egbert Rosenplänter beantwortet telefonisch unter 04269/ 5288 oder per E-Mail Egbert.Rosenplaenter@evlka.de weitere Fragen.

Der ehemalige Hofschafstall in Höperhöfen zählt zu den Schätzen der Gemeinde Bötersen. Der im 17. Jahrhundert erbaute Stall wurde 1998 restauriert und befindet sich in zentraler Dorflage. Klaus Klencke führt von 10 bis 18 Uhr über die Anlage. Zudem stehen Aktionen wie ein Frühschoppen und eine Oldtimer-Schau auf dem Programm. Ein Bratwurstgrill sorgt für kulinarische Genüsse. Weitere Informationen bei Klaus Klencke, Telefon 04268/ 814.

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