Ermittlungen zum Mordanschlag in Visselhövede

Polizei findet Schusswaffe

Vier Jahre nach dem Mord an einem 46-jährigen Albaner in Visselhövede hat die Polizei eine Schusswaffe gefunden - in der Nähe der Stelle bei Fallingbostel, wo das für die Tat benutzte Motorrad gefunden wurde.
19.04.2021, 17:03
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Von Johannes Heeg
Polizei findet Schusswaffe

Mit einem Großaufgebot hat die Mordkommission in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle an der A7 nach Beweismitteln zum Mordanschlag in Visselhövede gesucht. Dabei wurde eine Schusswaffe gefunden.

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Landkreis Rotenburg. Im Zusammenhang mit dem Mord an einem damals 46-jährigen albanisch-stämmigen Mann zu Jahresbeginn 2017 hat die Polizei jetzt eine in der Erde vergrabene Schusswaffe gefunden. Ob es sich dabei um die Tatwaffe des Mordes von vor über vier Jahren handelt, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. „Das muss die nun folgende kriminaltechnische Untersuchung zeigen“, so Polizeisprecher Heiner van der Werp. Die Suchmaßnahmen am Deiler Weg bei Bad Fallingbostel dauern an.

Bereits im August stießen Beamte der Mordkommission auf Hinweise, die jetzt zur Ausdehnung der Maßnahmen führten, wie es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt. In der Nähe des damaligen Ablageortes des Tatmotorrades nahe Bad Fallingbostel fand die Polizei den Tätern zuzuordnende Bekleidung mit Schmauchspuren sowie DNA-Spuren. Dort wurde am Montag auch die Tatwaffe gefunden. Mit einem Großaufgebot ging die Mordkommission in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle an der A7 auf die Suche nach dem letzten Puzzlestück.

Wie seinerzeit berichtet, war der 46-jährige Familienvater am 9. Januar 2017 auf einem Fußweg vor der Grundschule an der Großen Straße in Visselhövede vom Sozius einer Motorradbesatzung durch mehrere Schüsse zunächst lebensgefährlich verletzt worden. Er verstarb vier Tage später in einem Krankenhaus.

Im Rahmen europaweiter Ermittlungen, die bis in die Niederlande und nach Albanien geführt wurden, rückte ein damals 23-jähriger Mann aus dem Raum Hannover schnell in den Fokus der Beamten. Er wurde im April an seinem Wohnort vorläufig festgenommen. Der 23-Jährige räumte gegenüber der Polizei ein, das Motorrad bei der Tat gefahren zu haben. Außerdem belastete er einen Verwandten als mutmaßlichen Todesschützen.

Das Landgericht Verden verurteilte den 23-jährigen Fahrer des Motorrades im März 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Der von ihm belastete mutmaßliche Mittäter wurde vom Tatvorwurf freigesprochen. Trotz des Urteils blieb die Tat, so der Anwalt des Verurteilten, im Wesentlichen ungeklärt. Demnach befänden sich der eigentliche Schütze und ein möglicher Mittäter noch auf freiem Fuß.

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