Visionär*in-Tag in Stuhr Virtuelle Nähe trotz sozialer Distanz

Rund 50 Unternehmerinnen und Gründerinnen aus der Region haben am Visionär*in-Tag in Stuhr teilgenommen. Die Veranstaltung zum Thema „New Work“ fand komplett digital statt.
08.02.2021, 18:01
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Femke Liebich

Dass Unternehmerinnen und Gründerinnen aus der Region keine Scheu vor der digitalen Welt haben, offen für Innovationen und interessiert am sogenannten „New Work“ sind, zeigte die erste Online-Konferenz zum Visionär*in-Tag in Stuhr. Durch informative Workshops in virtuellen Räumen und die Möglichkeit zum Online-Speed-Dating konnten sie wichtige Impulse für die digitale Arbeitswelt gewinnen.

„Mit 50 Teilnehmerinnen aus den unterschiedlichsten Branchen wurden unsere Erwartungen sogar übertroffen“, freute sich Nicole Feldmann-Paske, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stuhr, in einem ersten Fazit. Sie hatte den Aktionstag zusammen mit dem Förderverein des Brinkumer Treffpunkts Sie(h) da sowie dem Unternehmerinnen-Netzwerk Fairnet Weyhe Plus organisiert. „Die positive Resonanz spiegelt wider, dass wir mit unseren Themen scheinbar genau den Nerv der Zeit getroffen haben“, fügte sie hinzu. Zugleich zeigten sich die Organisatorinnen positiv überrascht, wie „fit und sicher" inzwischen alle Teilnehmerinnen beim Umgang mit Video-Meetings sind. Der Ablauf zwischen den vier virtuellen Konferenzräumen („Break Out Sessions“) funktionierte nahezu reibungslos. Die einzelnen Referenten stellten ihre Vorträge via Power-Point-Präsentationen vor, teilten ihre Bildschirme und kommunizierten mit den Teilnehmerinnen, während diese interaktiv reagierten.

„Mit dem ersten Lockdown vor gut einem Jahr wurden die meisten von uns in die virtuelle Arbeitswelt geschubst. Die Anwesenheitspflicht ist seitdem abwesend, Homeoffice wurde zur Arbeitsmaxime und empathische Führung findet zunehmend auf Distanz statt“, beschreibt die Gleichstellungsbeauftragte die Idee hinter dem Aktionstag mit dem visionären Titel „New Work“. Die Teilnehmerinnen profitierten bei der Auswahl der Vorträge und Workshops von einer großen Bandbreite an Themen. Diese reichten von „Digitaler Vertrieb über soziale Netzwerke“ und „Liquiditätsplanungen und wirtschaftliche Konsequenzen für die Zukunft“ über „Führungsrollen im New Work“ bis hin zu „Virtueller Teamentwicklung“ und „Erstellung von Businessplänen“ und richteten sich sowohl an Führungskräfte als auch an Solo-Selbstständige. „Ziel aller Angebote ist es, Impulse zu geben, damit es in dem eigenen Unternehmen besser läuft“, ergänzte Christine Blenski von Fairnet Weyhe Plus.

Auf Distanz nah sein – dieses Motto zog sich dabei unter den Visionärinnen wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Auch wenn sich die Teilnehmerinnen nicht vis-à-vis gegenüberstehen konnten, einte sie doch das gemeinsame Interesse an dem Thema „New Work“ und den vorgestellten fortschrittlichen Arbeitsmethoden. „Wir hatten im Vorfeld die Befürchtung, dass in der digitalen Form das Kennenlernen und Netzwerken untereinander zu kurz kommen könnte. Durch unser Angebot des Speed-Datings und die Chat-Funktion wurden wir aber eines Besseren belehrt. Es herrschte ein reger Austausch untereinander“, teilte Nicole Feldmann-Paske in ihrem Zwischenfazit mit.

Abgerundet wurde der informative und kurzweilige Visionär*in-Tag mit einem Impulsvortrag mit dem Titel „Was ist New Work? Ziele und Sinnstiftung der neuen Art der Arbeit“ von der mehrfachen Fachbuch-Autorin und Inhaberin der Agentur Ahoi Consulting Christiane Brandes-Visbeck. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bringt New Work Equal Pay in Gefahr?“ mit unter anderem Jantje Röller (Equal Pay Day), Yvonne Bauer (Referentin bei der Senatorin für Wirtschaft in Bremen) und Franca Reitzenstein (Neusta Communications).

Für die Organisatoren gilt es, nun ein endgültiges Fazit zu ziehen – auch im Hinblick auf den nächsten Visionär*in-Tag im Jahr 2023. Ob dieser analog oder digital stattfinden soll, steht aber noch nicht fest. Nicole Feldmann-Paske könnte sich eine Kombination aus beidem vorstellen, zumal „heute wohl keine Teilnehmerin böse war, dass sie bei dem Wintereinbruch nicht ins Auto steigen musste, um zusammen mit Gleichgesinnten an der spannenden Veranstaltung teilzunehmen.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+