Tarmstedter Ausstellung vom 9. bis 12 Juli

Messe-Macher mitten in den Planungen

Nach der Absage im Vorjahr soll die Tarmstedter Ausstellung in diesem Jahr wieder stattfinden – angepasst an die Pandemielage. Termin: vom 9. bis 12. Juli.
29.01.2021, 23:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Die Tarmstedter Ausstellung, sie wird in diesem Jahr „mit großer Wahrscheinlichkeit“ stattfinden. Wie gewohnt über vier Tage, vom 9. bis 12. Juli, als Freilandveranstaltung. Allerdings nur, sofern die Corona-Pandemie so weit eingedämmt wird, dass die Landwirtschafts- und Verbraucherschau genehmigt werden kann.

Das gaben die Messe-Macher jetzt bekannt. Die Ausstellungs-GmbH steckt bereits mitten in den Planungen für die Großveranstaltung, die zuletzt 2019 stattfand und mit 117.000 Besuchern für einen Rekord sorgte. Wie viele Besucher dieses Jahr aufs Gelände dürfen? „Das können wir jetzt noch nicht sagen“, so Geschäftsführer Dirk Gieschen, dies hänge von der Entwicklung der Pandemie und den daraus folgenden Auflagen ab. „Oberste Maxime für uns ist, dass wir eine sichere Veranstaltung planen wollen.“ Das bedeutet: Um Ansteckungen zu vermeiden, wird die Zahl der Besucher begrenzt, und der Einlass erfolgt kontaktlos nach verpflichtender Vorabregistrierung für einen bestimmten Besuchszeitraum und unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln und weiterer Auflagen.

Digitalisierungsschub

Für die Ausstellungs-GmbH ist das mit einem gehörigen Digitalisierungsschub verbunden. Eintrittskarten aus Papier werden nur noch die Besucher haben, die sie zuhause selbst ausdrucken. Alle anderen bekommen sie als QR-Code aufs Smartphone, der beim Ein- und Auslass gescannt wird. Das gilt auch für die Parktickets sowie auch für Veranstaltungen auf dem Gelände, beispielsweise für die Tierschauen. Die Kassenhäuschen hätten dann womöglich ausgedient, und auch die Feuerwehrleute, die am Eingang die Karten knipsen, würden dort nicht mehr gebraucht. Vorteile der neuen Technik seien der kontaktlose Einlass und die einfache Kontaktnachverfolgung, weil sämtliche Besucher registriert sind.

Die neue Technik koste zwar viel Geld, doch das sei gut investiert, sagt Mitgeschäftsführer Frank Holle: „Das Ticketsystem hätten wir sowieso irgendwann einführen müssen. Es bedeutet eine Erleichterung für uns, die Besucher und die Aussteller.“ Wie in anderen Bereichen des Lebens habe die Pandemie die Entwicklung lediglich beschleunigt. Da Tarmstedt bei der Digitalisierung im Bereich der Freilandausstellungen eine Pionierrolle einnehme, hoffe man auf Fördergelder von Land und Landkreis.

Viele Fragen seien noch offen, sagt die Führungsriege der Ausstellungs-GmbH. Wird es Zelte geben? Noch planen sie ohne, „doch beobachten wir die Entwicklung sehr genau“, sagt Jörg Weiß, zuständig für Infrastruktur und Sicherheit. Damit verbunden ist unter anderem die Bewirtung. Weiß geht davon aus, dass sie im Juli wieder möglich sein wird, doch sei unklar, in welcher Form. Vielleicht seien Zelte ohne Seitenwände machbar, weil so die Durchlüftung gewährleistet werde. „Wir sind auch da flexibel“, sagt Dirk Gieschen. Wenn Alkohol verboten sein sollte, gebe es eben alkoholfreies Bier. Und wie halten sie es mit Schnelltests am Eingang? Wird zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften unterschieden? Wie wird die Impfung nachgewiesen? „Das entscheiden nicht wir, sondern andere“, sagt Gieschen. Viele Dinge seien im Fluss, die Ausstellung werde sich darauf einstellen. „Wir brauchen da die Unterstützung der Politik“, ergänzt Holle.

Wirtschaftsförderung für ländlichen Raum

Was indes klar sei: „Unsere Aussteller wollen zu uns“, betont die Prokuristin Julia Wöltjen. 80 Prozent der landwirtschaftlichen Aussteller, die 2020 gebucht hatten, seien 2021 dabei. Zudem gebe es einige Neubucher. Aus dem Verbraucherbereich hätten bislang 60 Prozent der Aussteller erneut einen Stand gebucht. Anfang 2020, als Corona noch kein Thema war, seien bereits alle Stände vergeben gewesen. „Die Ausstellung war komplett durchgeplant“, so Wöltjen. Die Ausstellung 2021 werde „nicht das Original“ sein, meint sie. Doch dank des motivierten Teams und guter Partner werde doch einiges möglich sein.

Dem Geschäftsführungsteam ist wichtig, dass die Tarmstedter Ausstellung trotz der noch relativ unklaren Rahmenbedingungen ihre Wirtschaftsförderungsfunktion für den ländlichen Raum wahrnimmt. Etwa 160 kleine Händler, Handwerker, Lieferanten und Dienstleister sowie Freiberufler und Solo-Selbstständige profitierten von der Ausstellung. Ein erneuter Totalausfall würde ihnen sehr schaden, Gieschen spricht von einem "höheren einstelligen Millionenbetrag". Vor allem deswegen habe die Ausstellungs-GmbH für ihre Planungen "erhebliche Rückendeckung auf allen Ebenen von der Kommune bis zum Land bekommen“.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+