Tag des offenen Denkmals Von altem Handwerk bis zu neuer Kunst

An diesem Sonntag ist Tag des offenen Denkmals. Dann zeigt die Region wieder, welch historische Schätze sie birgt. Aber auch digitale Kunst ist in diesem Jahr zu bestaunen.
06.09.2018, 17:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Stephen Kraut und Alexandra Penth

Stuhr/Weyhe. Zum Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 9. September, haben Interessierte in der gesamten Region wieder die Gelegenheit, historische Bauwerke einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. In Stuhr stehen dafür gleich sieben Orte bereit, wie Marjet Melzer-Ahrnken von Stuhr Kultur mitteilt. In der Gemeinde Weyhe kann die alte Dampflok am Kirchweyher Bahnhof besichtigt werden. Parallel steht Interessierten die Wassermühle in Sudweyhe offen.

In Stuhr gibt es vor allem in Heiligenrode viel zu entdecken. In der Alten Schusterwerkstatt beispielsweise erhalten die Besucher Einblicke in diese Handwerkskunst. Das Gebäude selbst wurde 1805 erstmals in einem Bericht erwähnt, sein Baujahr ist nicht bekannt. Im Jahr 2007 restaurierte der Heimatverein Heiligenrode das Haus und richtete dort eine Werkstatt ein. Geöffnet ist die Alte Schusterwerkstatt, Auf dem Kloster 2A, am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Es wird gebacken

"Auch das Mühlenensemble Heiligenrode wird geöffnet", so Melzer-Ahrnken. Dort sollen Führungen angeboten werden. In einer Kinderecke stehen Handmühle, Reibstein und Querne bereit. Die Wassermühle selbst wurde 1843 erbaut, in der Scheune ist eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte für Getreideanbau und -ernte zu sehen. Eventuell könne auch das dazugehörige Backhaus näher angeschaut werden. "Aber erst, wenn die Bäcker durch sind", informiert Ulrich Brauer, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Heiligenrode. Denn ab 10 Uhr werden an diesem Tag wieder Brot und Kuchen gebacken. Laut Brauer sind etwa 40 Sauerteigbrote sowie fünf Bleche Butterkuchen und drei Bleche Pflaumenkuchen geplant. Der Verkauf beginnt um 14 Uhr, Kaffee und Tee sollen ebenfalls angeboten werden. Das Mühlenensemble, An der Wassermühle in Heiligenrode, ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Eines der ältesten Geläute

Auch die Klosterkirche St. Marien und das Gemeindehaus werden zum Tag des offenen Denkmals geöffnet sein. Nach Angaben des Teams von Stuhr Kultur gehört das Geläut zu den ältesten der Landeskirche – die älteste Glocke stamme aus dem frühen 14. Jahrhundert, das größte Exemplar wurde um 1350 gefertigt. Die Kirche, Auf dem Kloster 5, steht von 10 bis 18 Uhr offen.

Aber auch außerhalb Heiligenrodes sind besondere Orte an diesem Tag zu besichtigen, etwa die Kirche zum Heiligen Kreuz in Brinkum. Das 1842 erbaute Gotteshaus brannte gut 100 Jahre später im Zuge des Zweiten Weltkrieges völlig aus, lediglich das heute im Turmraum stehende Altarkreuz von 1843 konnte gerettet werden. Kirchen-, Orgel und Glockenturmführungen beginnen jeweils um 12.30, 14.30 und 16 Uhr durch Kirchenvorsteher und Mitarbeiter der Kirchengemeinde. Die Kirche, Bremer Straße 41, ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Gut Varrel beteiligt sich ebenfalls wieder am Tag des offenen Denkmals. Dort gibt es allerdings nicht nur Guthaus, Scheune, Backhaus, Wassermühle und Gutshof zu sehen. "Der Förderverein Gut Varrel feiert auch sein Sommerfest", sagt Melzer-Ahrnken. Von 10 bis 18 Uhr sind dort Besucher willkommen.

Und auch die St.-Pankratius-Kirche ist geöffnet, sogar von 9 bis 18 Uhr. Das ortsbildprägende Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet, einige Grabsteine des die Kirche umgebenden Friedhofs ist laut Stuhr Kultur denkmalgeschützt. "Besonders sehenswert in der Kirche ist unter anderem der aus Eichenholz geschnitzte spätgotische Flügelaltar", heißt es von den Verantwortlichen weiter. Spätgotische Fresken, die den Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen und das Schweißtuch der Veronika darstellen, seien bei Restaurationen freigelegt worden. In der Kirche an der Stuhrer Landstraße 142 werden aber keine Führungen angeboten.

Führung beim Förderverein

Führungen zur Lok und durch das kleine Museum bieten wiederum die Mitglieder des Dampflok-Fördervereins Weyhe von 11 bis 17 Uhr an. Im Café nahe des Kirchweyer Bahnhofs warten Erfrischungen, Kaffee und Kuchen auf die Gäste.

Ebenfalls in diesem Zeitfenster hat das Museum der Sudweyher Wassermühle an der Straße Im Mühlengrunde geöffnet. Auch die Galerie lädt zum Staunen ein, heißt es in der entsprechenden Ankündigung. Die Wände ziert dann die neue Ausstellung "Andersartig – Digitale Bilderwelten" von Fotomontage-Künstlerin Ines Deister.

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