Natur- und Umwelttag in Ottersberg bot Besuchern abwechslungsreiches Programm Von Apfelkernen und Wölfen

Ottersberg. Wer am Sonnabend zum Natur- und Umwelttag in Ottersberg mit bunten Frühlingsblühern gerechnet hat, sah sich getäuscht. Der Frühling steckt noch in den Vorbereitungen, es war bisher viel zu kalt.
18.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ines Prager

Ottersberg. Wer am Sonnabend zum Natur- und Umwelttag in Ottersberg mit bunten Frühlingsblühern gerechnet hat, sah sich getäuscht. Der Frühling steckt noch in den Vorbereitungen, es war bisher viel zu kalt.

Gut für Apfelkerne, die zu Bäumchen werden sollen, denn zum Treiben brauchen diese zunächst Minusgrade, weiß Heinz Kahrs. Er hat diese winzigen Triebe mitgebracht und erklärt, dass in ihnen all das schlummert, was die Bienen in den verschiedenen Pollen zusammengetragen haben. Was für Äpfel daraus werden, kann man erst feststellen, wenn sie das erste Mal am Baum hängen.

Im Gegensatz dazu sind Äpfel von veredelten Bäumen sortenecht. Heinz Kahrs brachte auch Edelreiser mit, die er in den frostfreien Tagen im Januar und Februar geschnitten hat und die so schöne Namen tragen wie Goldparamäne, Dülmener Rosenapfel und Geheimrat Dr. Odenburg. Besonders typisch für den Sandboden in und um Ottersberg allerdings sei die Sorte Namens Kneebusch.

Auch die Gärtnerei des Parzival-Hofes Quelkhorn war mit Pflanzen, Kräutern und guten Ratschlägen vertreten. Von Apfelminze über Basilikum und Bartnelken bis zu Echinacea und Stockrosen reichte das Angebot.

Ansonsten stand der Tag ganz im Zeichen des Tieres. Wolfgang Gobers betreute den Stand der Aktion Fischotterschutz und erklärte, dass diese Aktion allen Marderartigen gelte. Dazu gehören die Baum- und Steinmarder, der Hermelin, die Nerze und auch der Otter. Dieser sei eine Leittierart für Gewässerlebensräume. Das heißt: dort, wo sich der Otter wohlfühlt, sei das Gewässer in Ordnung und auch alle Tier- und Pflanzenarten, die dort vorkommen.

Genauso, wie sich der Otter nun wieder in der Wümme ansiedelt, kehrt auch der Wolf nach Deutschland zurück. Das aber bereitet vielen Menschen ein wenig mehr Kopfzerbrechen. Um zur Aufklärung der Öffentlichkeit beizutragen, geht das Wolfcenter Dörverden neue Wege. Inhaber Frank Faß bietet Vorträge an, Übernachtungen im Tipi-Dorf, Gastronomie und Filmvorführungen. Der Film wurde in Deutschland gedreht, und im gesicherten Freigehege kann man europäische Grauwölfe auch ganz aus der Nähe sehen. Vier wild lebende Altwölfe, die er von der Uni Kiel bekam, leben hier neben und mit sechs Jungwölfen, die mit der Hand aufgezogen wurden. Das Universum Bremen hat die interaktive Dauerausstellung rund um den Wolf gestaltet, und es gibt neben Führungen für Erwachsene auch solche nur für Kinder.

Hilfe beim Bau des Storchennestes

Doch nicht nur Otter und Wölfe kehren zurück, auch die Störche. Jedenfalls die, die tatsächlich auch gen Süden geflogen sind. Silke Brünn von der Naturschutzbehörde Verden war für den Förderverein zum Schutze des Weißstorches hier. Da sie auch im Winter genug Futter finden, zumal in der Nähe von Tierparks, Gehegen oder eben der Weißstorch-Pflegestation, sind einige doch zu träge für den langen Flug. Sie hat neben viel Info-Material ein Storchennest-Starter-Kit mitgebracht. Riesig wie ein Wagenrad ist es, aber zur Vorbereitung des Nestbaus hat dieses ein Drahtgeflecht am Boden, damit das Material nicht herunterfallen kann. Ein Weidengeflecht bildet den Rand, und für den Anfang beinhaltet es schon mal vorgeschnittene Aststückchen und Reisig. Es ist für Naturfreunde gedacht, die auf ihrem Schornstein oder Dach ein Storchenpärchen beheimaten wollen und auf diese Weise für ein lockendes Angebot sorgen.

Um die Station zu unterstützen, hat Brigitta Becker eine kleine Pflanzenbörse aufgebaut. Hier verkauft sie Pflänzchen, die Ottersberger Bürger spendeten, damit der Erlös daraus den Weißstörchen zu Gute kommt. Spenden aller Art finanzieren unter anderem Horstpflege, Beringung oder auch die Anlage von Flachgewässern. Außerdem auf dem Natur- und Umwelttag vertreten waren die Initiative für eine klimafreundliche Energieversorgung Ottersberg (ikeo) mit reichhaltigem Informationsmaterial, die Nabu Ortsgruppe und andere Vereine.

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